Mittwoch, 30. November 2011

III. Mensch statt Masse! (oder: auf welcher Seite?)


von Niklas Fröhlich
Dies ist Teil einer wöchentlichen - mittwöchlichen - Reihe über und mit Gedichten und Auszügen von John Henry Mackay.

Wenn man sich einen kurzen Überblick über einen Menschen und sein Werk verschaffen will, der sucht oft händeringend nach handlichen Begriffen. Ist er Demokrat, Liberaler, Kommunist, Anarchist? Ein Vertreter des Sturm und Drang oder des Realismus? Ein Theoretiker oder Praktiker? Solche Einteilungen geben dem Menschen einen festen Halt, geben ihm die Möglichkeit der direkten Zuordnung. Dies hat natürlich einen gewissen Nutzen, führt aber auch gefährlich irre. Zwar kann man damit gewissermaßen einordnen, man beginnt aber auch, alles an dieser Einordnung zu messen und mit dieser zu verbinden, sei es stimmig oder nicht. Umso schwieriger wird dies, je komplexer der eingeordnete Mensch ist. Bei manchen Menschen ist diese Einteilung tatsächlich nie wirklich gelungen – und Mackay war zweifelsohne einer von ihnen. Wie will man ihn nennen? Freiheitsfreund? Individualisten? Anarchisten? Romantiker, Realisten? Gewiss war er all das. Und doch ist es gerade Individualismus, der letztendlich eine feste Einordnung zunichte Macht – denn das Individuum ist stets so viel mehr als ein Begriff, das jeder feste Begriff ihm eine Fessel sein muss.

Mittwoch, 23. November 2011

II. Der freie Dichter


von Niklas Fröhlich

Dies ist Teil einer wöchentlichen - mittwöchlichen - Reihe über und mit Gedichten und Auszügen von John Henry Mackay.

Aller Anfang ist schwer – im Falle dieser Reihe über Mackay besonders: Der Mensch, der Dichter, sein Werk, seine Ideen und schließlich vor allem seine Zeitlosigkeit sollen aufgezeigt werden und all dies auch noch fortschreitend an seine kurzen Werken selbst. Natürlich muss das Eröffnende Gedicht einen guten Einstieg in alle diese Bereiche geben, was die Auswahl nicht leicht gemacht und für reichliches Kopfzerbrechen gesorgt hat. Das Ergebnis des Grübelns waren schließlich Mackays kurze Zeilen „Kampfweise“.

Kampfweise¹.
Der kleine Geist lässt sich in Händel ein.
Der große kennt den Kampf nur um die Sache.
Und weithin schallt sein Wort wie Wetter-Schein,
Dass es zur That die Schwächlichen entfache.

Laß sie doch unten laut vorbei dir treiben
Mit hohlen Phrasen und rohem Spott.
Du wirst, der stets du warst, auch immer bleiben :
Vornehm und frei – ihr Gott ist nicht dein Gott !

Das fernste Land der Wünsche – kühn betritt es,
Selbst wenn kein Andrer noch den Pfad betrat.
Wie werden mühlos einst und leichten Schrittes
Die Enkel ernten unsere herbe Saat !

Dienstag, 22. November 2011

Thomas E. Woods: "Why You've Never Heard of the Great Depression of 1920"


,,Die Jahre 1920 und 1921 sind eine Zeit in der Geschichte, von der ich mir wünsche, dass sie sich wiederholt. Ich befürchte jedoch, dass sich das Jahr 1929 wiederholen wird. Man erzählt uns, dass im Jahre 1929 die große Krise war, aus der uns die Regierung nicht führen konnte, weshalb wir genau dasselbe zu tun hätten, was die Regierung damals getan hat. Dieser Syllogismus funktioniert nicht. Warum sollten wir es stattdessen nicht mal mit der Vernunft versuchen? Warum sollten wir nicht Dinge probieren, die wirklich funktionieren? Die einzige Möglichkeit dies zu erreichen basiert auf altmodischen Methoden, welche durch das Internet verstärkt werden - die Verbreitung unserer Informationen.'' (Thomas E. Woods, übers. v. Tomasz M. Froelich)

Im Folgenden sehen Sie einen Vortrag von Thomas E. Woods, welchen er 2009 auf dem Seminar „The Great Depression: What We Can Learn From It Today” im Rahmen des vom Ludwig von Mises Instituts organisierten Mises Circle in Colorado gehalten hat.


Sonntag, 20. November 2011

Vergessene Freiheitsdenker: Adam Heydel


von Tomasz M. Froelich
Die Suche nach vergessenen Freiheitsdenkern erweist sich als schwierig. So ist der Etatismus seit Jahrhunderten omnipräsent, Freiheitsdenker in der Regel aber antietatistisch, sodass sie den mächtigsten Menschen, also jenen, die den Staat führen und von seinen erbeuteten Steuergeldern leben, seit jeher ein Dorn im Auge sind. Da diese mächtigen Menschen auch noch im Besitz des Bildungsmonopols waren und sind, ist ihr Bemühen, die Gedanken und Werke antietatistischer Freiheitsdenker mittels Verboten oder sonstigen Repressionen zu marginalisieren, immer groß gewesen, was in letzter Konsequenz dazu führte, dass viele freiheitliche Denker und ihre Werke in Vergessenheit gerieten.
Großen Problemen waren auch die Freiheitsdenker im Polen der Zwischen- und Nachkriegszeit ausgesetzt. Zwar erwies Marschall Józef Pilsudski den Westeuropäern mit seinem Sieg gegen Lenins' sich auf dem Vormarsch nach Westeuropa befindenden Bolschewiki im Polnisch-Sowjetischen Krieg 1919-1921, der als ,,Wunder an der Weichsel'' in die Geschichtsbücher eingehen sollte, einen großen Dienst, seine ab dem Maiputsch 1926 in Polen regierende Sanacja war hingegen mit den innerpolnischen Problemen überfordert: Hyperinflation, Verschuldung, Arbeitslosigkeit und Armut nahmen, nach anfänglicher Stabilisierung, stark zu (vgl. Landau; Tomaszewski 1971: 98; vgl. Garlicki 1979: 148f.), politische Gegner wurden zunehmend verfolgt, so auch freiheitliche Intellektuelle und ihr Werk, welches einer rigiden Zensur unterworfen wurde. Dies verschlimmerte sich zusätzlich durch den Einmarsch der Deutschen im Jahre 1939. Während des 2. Weltkriegs blieben den polnischen Freiheitsfreunden nur wenige Optionen übrig: Emigration, Schweigen, Verstecken oder (konspirative) Mitarbeit in der Resistance.

Freitag, 18. November 2011

Interessenvertretung: Freier Markt vs. Staat

von Jonathan Danubio

Einleitung
Es gibt unzählige Meinungen und wissenschaftliche Publikationen zum Thema Interessenvertretung. Zahlreiche Antworten auf die Frage, wessen Interessen durch wen und wie am besten vertreten werden. Doch fast alle Lösungsvorschläge haben eines gemein: die Argumentation vom Standpunkt des Status quo aus. Es wird also stets die Existenz eines Staates als notwendige Schiedsinstanz impliziert, ohne zu hinterfragen, ob dieser Zustand an sich legitim oder überhaupt von Nutzen ist. Diese Hausarbeit möchte mit jener Tradition brechen und nicht bloß eine weitere mögliche Schattierung des Status quo vorstellen, sondern eine Alternative.
Die folgende Erörterung fußt auf den Prinzipien des Anarchokapitalismus bzw. auf denen des konsequenten Liberalismus. Der Anarchokapitalismus ist eine von Murray Newton Rothbard Mitte des 20. Jahrhunderts begründete politische Philosophie, die – inspiriert vom individualistischen Anarchismus, vom Klassischen Liberalismus und von der Österreichischen Schule – den Staat als permanenten Aggressor gegen die Freiheit des Individuums ablehnt und daher für eine restlose Abschaffung desselben eintritt. Grundlegende Axiome des Anarchokapitalismus sind das natürliche Recht auf den vollständigen Besitz an der eigenen Person und der eigenen Arbeit sowie das daraus resultierende Recht, mit jenem Eigentum nach individuellem Gutdünken umzugehen.1 Aufgrund des engen Rahmens dieser Hausarbeit kann jedoch nur auf wenige Aspekte der Theorie eingegangen werden.

Mittwoch, 16. November 2011

I. Die Freiheitssuche


von Niklas Fröhlich
Dies ist der Beginn einer wöchentlichen - mittwöchlichen - Reihe über und mit Gedichten und Auszügen von John Henry Mackay.

Kaum ein Wort wurde so oft im Munde geführt, so oft gebraucht aber auch missbraucht, wie dieses vielleicht lieblichste aller Worte: „Freiheit“. Viel wurde darum gerungen und letztendlich steckt nicht nur der begriffliche Kampf um die „Freiheit“ zunehmend in einem Sumpf aus Unklarheiten, tatsächlich scheint der große Klang dieses Wortes zunehmend verhallt zu sein, eine Phrase, vielleicht nicht einmal wünschenswert. Ist „Freiheit“ ein zweitrangiges, vielleicht sogar altmodisches Konzept? Muss sie hinter Begriffen wie „Stabilität“, „Nachhaltigkeit“ oder „soziale Gerechtigkeit“ zurückstehen?
Auf Freitum.de findet sich eine Gruppe von Autoren, die zutiefst überzeugt ist, dass alle diese Ziele mit innerer Notwendigkeit nur aus der Freiheit selbst hervorgehen können. Freiheit, so meint jeder von uns, geht allem Anderen voraus und nur auf ihr lässt sich jemals irgendetwas Wertvolles, Stabiles oder Gerechtes aufbauen.

Wie schon bemerkt, ist der Begriff der Freiheit ein sehr schwieriger. Viel wurde darüber debattiert, was denn objektive, absolute oder relative Freiheit sei. All das möchte ich hier beiseiteschieben und ein wenig hinweg kommen von der fernen Theorie. Stattdessen möchte einen der größten deutschen Individualisten zu Wort kommen lassen:

Donnerstag, 10. November 2011

Neuer Bücherkatalog der Buchausgabe


Die Buchausgabe - bekannt für ihr beträchtliches Sortiment an freiheitlichen Büchern - hat gestern ihren Katalog aktualisiert. Ein Blick in den Katalog und die eine oder andere Investition in die Erweiterung des eigenen Bücherschranks lohnen sich mit großer Sicherheit. Den Katalog finden Sie hier!

Donnerstag, 3. November 2011

Der Mafiastaat: Von der Erleichterung einer Zustimmung


von Henning Lindhoff
27. Oktober 2011, 7:10 Uhr, ARD Morgenmagazin...
Unser lieber Markus Preiß berichtet live von der Euro-Rettungsfront in Brüssel und darf stolz verkünden, dass unsere allseits geliebte Kanzlerin den Euro gerettet und damit die europäische Idee vor dem Kollaps bewahrt hat.
Jedoch wäre Herr Preiß kein Qualitätsjournalist, wenn er nicht auch kompetent die Einzelheiten der Rettung erläutern könnte.

Euphemisierung einer Erpressung

Mit einem süffisanten Lächeln berichtet er:
"Man hat den Banken ein Angebot gemacht. Man hat gesagt, dass das das letzte sein würde. Und das wurde dann akzeptiert. So gesehen, gab's dann natürlich überhaupt gar keinen Druck. [...] Es droht im Zweifel ein Default, eine Pleite Griechenlands. [...] Und es gab noch weitere Überlegungen, wie man eventuell noch mehr Druck aufbauen könnte. [...] Eine Möglichkeit wäre, dass man die Bedingungen der Schulden quasi ändert. [...] Das sind die Dinge, mit denen dann gewunken wurde, um die Zustimmung etwas zu erleichtern."