Freitag, 20. Mai 2011

Spanish Revolution - gegen staatliche und europäische Marktdiktate

von Stefan Parting Sánchez
Sieben Tage vor den Kommunalwahlen gehen in Spanien tausende Menschen auf die Straße, um zu demonstrieren. Die Gruppe der Demonstrierenden ist erstaunlich heterogen: Man findet Junge wie Alte, Akademiker wie Arbeiter, Linke wie Rechte, und doch demonstrieren sie alle gemeinsam, vereint durch das Versagen ihres Staates.

Der Unmut richtet sich gegen die regierende sozialistische Partei PSOE, die mit ihrer Politik maßgeblich daran beteiligt ist, dass die Arbeitsmarktsituation mittlerweile so prekär ist wie in keinem anderen europäischen Land. Offiziell beläuft sich der Anteil der Arbeitslosen auf 20%, bei den Jugendlichen ist der Anteil mehr als doppelt so hoch. Rechnerisch bedeutet das, dass 4,9 Millionen der etwa 22 Millionen Erwerbsfähigen arbeitslos sind. Man erläge einem Trugschluss, dächte man, dass die verbleibenden 17,1 Millionen Erwerbsfähigen mit ihren Steuern den Rest des Staates finanzierten. Zu den 4,9 Millionen Arbeitslosen kommen noch 4,8 Millionen Beamte, die ebenfalls vom Staat finanziert werden. Es sind also insgesamt nur ca. 12 Millionen Spanier, die vom Staat ausgenommen werden müssen, um die Ausgaben der Sozialisten zu finanzieren.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Ohne Kapitalakkumulation keine Produktion und keinen Wohlstand

von Tommy Casagrande
Als Kapitalakkumulation wird jener Vorgang beschrieben, den wir schlicht mit dem Begriff des Sparens beschreiben können. Geld, welches über einen bestimmten oder unbestimmten Zeitraum gespart wird, ist Geld, dass akkumuliert wird. Ohne diese Eigenschaft des Sparens (akkumulieren), wäre es nicht möglich, zu einem späteren Zeitpunkt mehr Geld zu haben, als es zu einem früheren Zeitpunkt der Fall ist. Aufgrund dieses mehr an Geldes lassen sich Investitionen tätigen, die sich mit einem weniger an Geld nicht hätten tätigen lassen. Mit diesem Geld lassen sich aus Ideen solche Technologien produzieren, die zu einem Produktivitätsfortschritt führen können, der, wie ich an anderer Stelle dargelegt habe, für den Wohlstand maßgeblich ist. Erhebt der Staat Steuern, so sorgt er dafür, dass weniger Geld akkumuliert wird, als es ohne seine Steuern passieren würde. Erhebt der Staat weitere Steuern, so sorgt er dafür, dass noch weniger Geld akkumuliert wird. Ergo, wird die Investitionstätigkeit in den Produktivitätsfortschritt in dem Maße reduziert, wie das akkumulierbare Geld im Zuge von Steuererhebungen abnimmt. Würde der Staat sich alles Geld der Bürger unter den Nagel reißen, wie man es Tyrannen unterstellen mag, so gibt es für das Volk keine Möglichkeit, durch Kapitalakkumulation das bestehende Geld zu vermehren und mit diesem Geld, zu einem späteren Zeitpunkt, Investitionen anzuschieben, die dem Wohlstand zugute kommen könnten.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Geht das Gespenst noch um?

von Kalle Kappner
"Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus."

So schrieben es Karl Marx und Friedrich Engels zur Jahreswende 1847/48 in ihrem berühmten "Manifest der kommunistischen Partei". Seither hat das Gespenst in vielen verschiedenen Formen gewütet, Scharen von Anhängern begeistert und seinen Idealen unzählige Seelen geopfert. Auch der Zusammenbruch der realsozialistischen Experimente gegen Ende des 20. Jahrhunderts konnte das Gespenst nicht vollständig vertreiben. Doch, so scheint es, hält es sich heute vor allem in den Theoriebüchern linker Intellektueller auf, in den Soziologie-Seminaren und den Debattenzirkeln junger und jung gebliebener Studenten. Als ernsthafte Alternative zum Status Quo wird es kaum noch gehandelt - Das "Ende der Geschichte" (Francis Fukuyama) scheint erreicht.

Folgt man den Reden der meisten Politiker, den Artikeln der einflußreichen Journalisten und den Einsichten vieler Intellektueler, so wird der Mensch heute von einem ganz anderen Gespenst bedroht: Der entfesselte Raubtier-Kapitialismus greift unbarmherzig um sich.

Dienstag, 10. Mai 2011

Wohlstand durch Produktion

von Tommy Casagrande
Warum wird Armut durch Produktivitätssteigerung bekämpft? Weil Produktion von Gütern in dem Maße, wie die Produktivität ansteigt, die Kosten für die Produktion pro Gütereinheit reduziert. Das heißt, umso mehr Produktion, umso eher können sich umso mehr Menschen ein bestimmtes Gut leisten, da sein Preis nicht mehr unerschwinglich ist. In die Maßnahme, die Produktion auszuweiten, muss der Kapitalist investieren. Dies tut er mit seinen Gewinnen. Umso höher die Besteuerung, desto geringer die Investitition in den Produktivitätsfortschritt. Das ergibt unterm Strich keine Zunahme von Wohlstand, sondern, falls die Produktivität nicht einmal gleichbleibend sondern sogar abnehmend ist, eine Zunahme der Armut, da aufgrund geringerer Produktion von Gütern, relativ gesehen, weniger werdende Güter teurer werden.

Montag, 9. Mai 2011

Soziale Marktwirtschaft - Eine gefährliche Tautologie

von Jonathan Danubio
Heiliges Dogma für der Logik ferne Gutmenschen, die zum moralischen Zentralismus neigen, und ein Schreckgespenst für Liberale, welche die unmenschlichen Konsequenzen hinter solch sophistischer Semantik erkennen: die Rede ist von der sozialen Marktwirtschaft.
Schon Friedrich August von Hayek erkannte die Undefinierbarkeit des Begriffes sozial, als er schrieb: „Ich glaube, das Wiesel-Wort par excellence ist das Wort 'sozial'. Was es eigentlich heißt, weiß niemand. Wahr ist nur, daß eine soziale Marktwirtschaft keine Marktwirtschaft, ein sozialer Rechtsstaat kein Rechtsstaat […] und ich fürchte auch, soziale Demokratie keine Demokratie ist.“ [1].
Prinzipiell birgt jede definitorische Grauzone Gefahren, da in einem Herrschaftssystem (sei es nun in einer Demokratie oder Diktatur) die Deutungshoheit stets bei den jeweiligen Machthabern liegt und mitunter willkürlich über den Inhalt jener Worthülsen entschieden wird. Ein Hegemonialanspruch also, der in den seltensten Fällen der Gesellschaft und in den meisten Fällen den eigenen Pfründen zu Gute kommt.

Freitag, 6. Mai 2011

Der Streit um das Recht auf geistiges Eigentum

von Dr. Werner L. Ende
Leser der Publikationen des Ludwig von Mises-Institute in Alabama und der Schriften und Bücher von Hans Herrmann Hoppe mögen leicht den Eindruck gewinnen, dass solch grundlegende Fragen - zumindest gilt dies für Autoren und Leser - wie des Rechtes auf geistiges Eigentum beantwortet und unstrittig sind.

Stephan Kinsella und sein Mentor Hans Herrmann Hoppe, der international derzeit wohl bekannteste lebende anarcholibertäre Gelehrte und Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, selbst ein Schüler Murray Rothbards, bauen ihre Kritik am Recht auf geistiges Eigentum auf zwei quasi axiomatischen Feststellungen auf:

1. Jeder Mensch, ob jung ob alt, ob arm ob reich, ob männlich oder weiblich, hat das als Selbsteigentum bezeichnete absolute und natürliche Recht an und auf sich selbst.
2. Jeder Mensch, wiederum ohne Ausnahme, hat ein ebenso absolutes und natürliches Recht auf eine von ihm in Nutzung genommene „Heimstatt“ (homestead).

Donnerstag, 5. Mai 2011

Freitum - das neue Projekt in der libertären Blogosphäre

Bereits vor Wochen liebäugelten Tommy Casagrande, Kalle Kappner und ich mit der Idee, einen gemeinsamen libertären Blog zu etablieren. Nachdem der Start recht schleppend verlief, publizierte Kalle Kappner auf unserer alten Plattform seinen vieldiskutierten Text ,,Der Markt und die Atomkraft'', welcher den Kollegen vom Forum Ordnungspolitik so sehr gefiel, dass auch sie ihn publizierten. Anschließend erklärte ich mich bereit, meinen bisherigen Blog dem ,,Projekt Freitum'' zu opfern, das der Verbreitung libertärer Ideen dienen soll. Dabei legen wir uns nicht auf eine festgeschriebene Methode vor. Texte, Videobeiträge oder aber auch Gedichte, wie sie gelegentlich von Tommy Casagrande verfasst werden, sind erwünscht. Alle Libertären sind zur Kooperation mit uns eingeladen und können sich dem Projekt anschliessen.
Wenn Ihr Texte, Videos oder sonstige Beiträge schreibt oder habt, die der Verbreitung libertärer Ideen dienlich sind, so kontaktiert uns bitte via Mail an tomek.froelich@yahoo.de oder über unsere Facebook-Page:

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Hochachtungsvoll,
Tomasz M. Froelich

Montag, 2. Mai 2011

Die Konjunkturtheorie der Austrian Economics – libertäre Standpunkte zum Geld-, Tausch- und Bankenwesen

von Tomasz M. Froelich
Als ich im Januar 2011 im Rahmen zweier Lehrveranstaltungen an der Universität Wien Vorträge über libertäre Standpunkte in punkto Staatstheorie und Konjunkturtheorie hielt, fragte ich jeweils die Studierenden, wer von ihnen schon mal etwas über die Austrian Economics, Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek gehört hat. Erstaunlicherweise waren die Austrian Economics keinem der Studierenden ein Begriff. Ludwig von Mises kannte gerade einmal einer von insgesamt ca. 80 Studenten, Hayek kannten ,,immerhin‘‘ derer sechs. Dies ist erstaunlich, zumal die Austrian Economics ihren Ursprung an der Universität Wien haben und bis heute wichtige Beiträge im Bereich der Philosophie und Wirtschaft liefern. Die Büste von Carl Menger, dem ersten Vertreter der Austrian Economics, steht immerhin im Hof des Hauptgebäudes der Universität Wien, Hayeks Portrait hängt an der Wand der Nobelpreisträger, die die Universität Wien hervorgebracht hat. Motivation genug, um sich mit dem Werk der Austrian Economics etwas genauer auseinanderzusetzen, zumal sie von den hier Lehrenden – ob bewusst oder unbewusst sei mal dahingestellt – marginalisiert werden.
Die folgende Arbeit nimmt es sich zum Ziel, libertäre Standpunkte in geld- und bankentheoretischen Fragen zu präsentieren.