Samstag, 16. Juli 2011

FREIHEIT, ein Appell

von Tommy Casagrande
Der Hintergrund auf dem ich schreibe ist noch weiss, doch habe ich mir vorgenommen ihn mit ein paar Worten zu schmücken. Freiheit ist ein Wort mit dem von euch wohl viele nichts anfangen können. Es ist traurig darob, denn sie ist die Grundlage der zu Wohlstand aller Menschen auf dieser Erde führen würde, sie ist das Bollwerk gegen Kriege und Völkermorde und ist die Zwillingsschwester vom Frieden, dem Vater aller Dinge.

Einst galt der Ausspruch, der Krieg sei der Vater aller Dinge und noch heute muss man annehmen, dass viele das denken, wenn Zeitenwänden dies erfordern. Freiheit und Frieden gehören zusammen. Die diesen beiden entgegengesetzten Zwillinge tragen die Namen Zwang und Krieg. Wo der Zwang die Herrschaft stellt, dort ist die Freiheit am verlieren. Wo die Freiheit nicht mehr ist, entsteht der Unfrieden, auf dessen Feld der Krieg geerntet werden kann.

Es gäbe unglaublich viel zu sagen und zu schreiben. Weder weiss ich, wo ich anfangen soll, noch weiss ich, wo ich aufhören würde. Tausende und abertausende Seiten habe ich in den letzten Jahren gelesen und immer noch stehen tausende vor mir von denen ich weiss und dutzende, die entstehen werden. Die Einblicke, die ich erhalten habe auf meine Fragen, die ich einst hatte, als ich anfing, mich für die Welt zu interessieren, haben mich von Jahr zu Jahr pessimistischer in meiner Prognose werden lassen. Fragen wie: wieso gibt es Armut ?, wieso gibt es Krieg ?, wieso gibt es so viele Probleme auf der Welt und wieso lassen sich diese alle einfach nicht lösen ?, wieso ist da dieser große Widerspruch, dass sich alle Menschen über ein gemeinsames Ziel einig sind, es aber nie erreichen und sich auf dem Weg dorthin einander jene Greuel zufügen, von denen sie im Vorfeld als das auszumerzende Zielobjekt sprechen?

Auf meiner Reise entdeckte ich, dass sich mit Geschichte zu befassen mehr lohnt, als ich geglaubt habe. Hielt ich es in meiner Jugendzeit für verstaubte, vergangene Daten, so sehe ich darin einen Fundus aus Erkenntnissen und Wissensschätzen. Zum Teil werden diese weitergeführt, fristen jedoch ein Außenseiterdasein und sind mit Vorurteilen so pompös überzogen, dass es eine Mammutaufgabe ist, den Menschen aufzuzeigen, dass die Sicht, mit der sie ein halbes oder ganzes Leben lang aufgewachsen sind, falsch ist.

Ende des 19. Jahrhunderts hat sich bereits das Parlament der Demokratien zu einem Marktplatz der Ansprüche entwickelt. Gesellschaftliche Gruppen versuchen mittels Druck auf das politische Geschehen, dieses für sich zu gewinnen um mehr Lohn rauszuholen, mehr Subventionen, mehr politischen Beistand. Für diese Mittel kommen natürlich andere Menschen auf, da mittels räuberischer Steuerabgabe, Menschen, die vielleicht kein Geld für diese Gruppen geben wollen, politisch gezwungen sind, es zu geben. Die Politik begriff flott, dass auf diese Weise sie Wählerstimmen kaufen konnte. Wer das meiste verspricht oder wer das meiste gewillt ist, einflussreichen Gesellschaftsschichten auszuhändigen, der gewinnt die Wahl.

Ausgehändigt werden stets Mittel von Menschen, die diese nicht freiwillig hergeben wollen bzw. die diesem Akt nicht in Form einer Einverständniserklärung bewilligen. Daran erkennt man recht gut, was wir Menschen uns einander bedeuten. Nämlich äußerst wenig. Der Wille eines anderen Menschen, sein Bedürfnis, interessiert uns nicht, so lange es nicht mit unserem eigenen Bedürfnis und unserem eigenen Willen einhergeht. Sobald ein Mensch, andere Bedürfnisse hat als wir, oder sobald ein Mensch sein Leben schlicht nach einem anderen Willen, der seinen Körper beherrscht, auszurichten versucht, sehen wir unseren eigenen Willen gefährdet und wollen ihn zwingen, mittels politischer Macht, sich nach unserem Maßstab zu verhalten. In Folge dieses gegenseitigen gesellschaftlichen Ausbeutens werden Konflikte innerhalb der Gesellschaft künstlich geschürrt, die im dramatischsten Falle einen Bürgerkrieg zur Folge haben können und lediglich mit der naiven Anschauung geboren wurde, "ach was ist denn schon dabei, wenn ich jemanden zu etwas zwinge ?".

Jeremy Bentham hat die demokratische Herrschaft artikuliert mit den Worten: "Wieso sollte ein Volk gegen seine eigenen Interessen handeln ?" Bentham dachte, da jeder einzelne Mensch langfristig an Wohlstand und Frieden interessiert sei, wäre es doch irrsinnig, wenn die Menschen gegen diese ihnen innewohnenden Interessen vorgingen. Aber er übersah, dass die Politik der Sonderinteressen die langfristigen Interessen untergräbt, in denen die Menschen einander im großen und ganzen kaum voneinander abweichen (Freiheit, Frieden, Wohlstand), sodass dies dazu führt, dass die Menschen ihre langfristigen Interessen niemals erreichen werden. Indem sich stets gesellschaftliche Gruppen auf Kosten anderer Gruppen bereichern, wird permanent umverteilt und Wohlstand reduziert. Beispielsweise gründen sich Zölle oder Bewegungen, die dafür eintreten, dass sie mehr Geld für ihr Produkt bekommen und übersehen geflissentlich, dass der Absatz abnehmen wird. Auf diese Weise sind Nöte in der Vergangenheit künstlich von jenen erzeugt worden, die sich versprachen, ein besseres Leben zu haben, indem man mit Hilfe der Politik und entgegen der Ökonomie, einfach einen höheren Preis festsetzen lässt.

Die Menschen handeln, wenn die Politik erstmal das Anspruchsdenken etabliert hat, dass Politik Sonderinteressen gewährt, nicht im Sinne eines langfristigen Interesses der Gesellschaft um im kollektiven Jargon zu sprechen, sondern im Interesse ihrer Gruppe, der sie zugehören. Liberalismus, der echte Liberalismus, nicht jener der sowohl den Konservativen als auch den Sozialdemokraten sich angebiedert hat, hat seit jeher die Politik der Sonderinteressen versucht zu bekämpfen. Denn Freiheit ist unparteiisch. Diese Politik der Sonderinteressen, die Heutzutage von allen Parteien in wohl jedem Land der Erde, in denen es sie gibt, bedient werden, führen zu einem anhaltenden, stetigen Niedergang, der Wohlfahrt eines Volkes, führen zum ökonomischen Ruin. Im Zuge des Niederganges und im Zuge von immer größer werdenden Problemen, greift die Politik immer stärker und regulierender ein, obwohl genau das die Ursache ist, die zu den Niedergängen führt. Die Bevölkerungen erleiden eine stärker werdende Bevormundung, die sich auch daran zeigt, dass es mehr Gesetze gibt als noch vor Jahren. Es werden mehr Menschen in den staatlichen Sektor getrieben, das Beamtentum steigt und in Folge auch jene die vom Staat abhängig sind und ihn nicht in aller Schärfe kritisieren werden. Auf diese Weise kann man eine ganze Gesellschaft korrumpieren.

Umso stärker die Politik die wirtschaftlichen Freiheiten beschneidet, desto stärker beschneidet sie auch die politischen Freiheiten. Da wirtschaftliche Freiheit und politische Freiheit zusammen gehören, kann eines ohne dem anderen nicht funktionieren. Die politische Unfreiheit nimmt in dem Maße zu, wie die wirtschaftliche Freiheit abnimmt. Wenn das die heutige Jugend nicht versteht und die älteren Semester nie begriffen haben, dann darum, weil die Tatsache, dieses zu verstehen, für jeden Staat der Welt, mit Ausnahme vielleicht der Schweiz oder Island, eine Gefahr für den Machtanspruch der Politik darstellt.

Aufgeklärte, mündige Bürger, die für Freiheit, Wohlstand und Frieden sind, müssten konsequenterweise dem politischen Spiel den Rücken kehren und dürften sich nicht vor den parteipolitischen Karren spannen lassen um Sonderinteressen zu bedienen, die ein Angriff auf die restliche Gesellschaft und das Allgemeinwohl darstellen. Man sollte nicht der Vorstellung aufsitzen, dass auf staatlich betriebenen Universitäten der nach Wissen strebende, als intelligenter Mensch diese Räumlichkeiten verlässt. Das mag in Bereichen der Naturwissenschaften teilweise sicherlich richtig sein wie auch in den technischen Zweigen, jedoch gilt dies nicht für die Sozialwissenschaften. Sie sind seit langem ein Feld, indem politisch vorherrschende Annahmen an Studenten weitergegeben werden, damit diese, den bestehenden Status Quo zu rechtfertigen und zu stützen wissen. Kritische Hinterleuchtungen des gegenwertigen Systems finden nicht statt. Ein gutes Beispiel ist die VWL in den keynesianischen Lehren, die wunderbar mit staatlichem Machtanspruch sich kombinieren lassen.

Der größte Widersacher des Keynesianismus ist die von mir vertretene österreichische Schule der Nationalökonomie, die darum nicht an einer Universität gelehrt wird, weil sie den Politikern zu staatskritisch ist. Schließlich gründen ihre Einsichten auf den Einsichten der spanischen Spätscholastik und der schottischen Moralphilosophie. Die österreichische Schule der Nationalökonomie fristet immer noch ein Außenseiterdasein, obwohl sie vor ca. 100 Jahren sogar an staatlichen Schulen gelehrt wurde, allerdings nur in Österreich, in Wien und ein bisschen in Innsbruck. Natürlich war die Lehre den Herrschenden ein Dorn im Auge aber es gab noch einen winzigen Einfluss auf die Politik, und man hat es Ludwig von Mises zu verdanken, dass Österreich nicht die selbe Inflation wie Deutschland zu erleiden hatte. In nächtelangen Gesprächen hat er als Ökonom vor jener Geldpolitik gewarnt. Es ist von ungeheurer Wichtigkeit und ein Appell von mir an euch alle, dieses eine Leben zu nutzen und die Wahrheit zu ergründen. Denn von jedem einzelnen von euch hängt es ab, zu welcher Wahrscheinlichkeit, dieses Leben, ein gutes oder ein böses Ende nehmen kann.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *