Samstag, 31. Dezember 2011

Die Austrians verstehen - mit Mises-Media!

Liebe Leser,

Mit Mises-Media ist vor kurzem eine neue, in der Tradition der Austrian Ecomomics stehende Internetplattform online gegangen, die wir Ihnen wärmstens empfehlen. Betreiber Mario Fleischmann erklärt dem Leser, in verständlicher deutscher Sprache, die Österreichische Schule der Ökonomie. Über die Austrian Economics und seine Motivation, diese den Menschen näher zu bringen, sagt Fleischmann:

,,Ich begann mehr und mehr über diese Schule zu lesen, denn die Dinge begannen endlich Sinn zu machen. Bald fing ich an, zu verstehen, wie die Welt wirklich funktionierte und ich lernte, dass alle anderen ökonomischen Denkrichtungen leicht widerlegt werden konnten. Ich stellte fest, dass die Wirtschaftspolitik unseres Landes uns in Wahrheit schadet und lernte, dass all die wirtschaftlichen Konzepte, von denen jeder immer dachte sie wären so offensichtlich, falsch sind. Als damals politisch eher links eingestellte Person dachte ich, dass Preiskontrollen, Umverteilung von Reichtum und staatliche Regulierungen den Menschen helfen würden. Ich hatte keine Ahnung, dass eine solche Politik gerade den armen Menschen am meisten schadet.

Als ich anfing die wirklichen wirtschaftlichen Ursachen und Wirkungen zu lernen, begriff ich, dass beinahe alles, was unsere Regierung tut, sich gegen und nicht für uns richtet und dass die Menschen aus Unwissenheit für politische Maßnahmen stimmen, die ihre Situation verschlechtern und nicht verbessern.

Auch realisierte ich, dass die neuen Informationen, die ich kennenlernte zwar gut dokumentiert sind – aber nur in kleinen akademischen frei-marktwirtschaftlichen Kreisen. Das meiste war und ist dem Normalbürger jedoch nach wie vor völlig unbekannt. Die Aufgabe dieser Seite soll sein, einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, den Menschen zu erklären, dass die Wirtschaftspolitischen Maßnahmen, von denen sie denken, dass sie gut für ihr Leben sind, es für gewöhnlich nicht sind.''

Montag, 26. Dezember 2011

Occupy Wall Street vs. Wirtschaftswissenschaft


von Eric Phillips

übersetzt aus dem Englischen von Henning Lindhoff

Das Original wurde auf mises.org unter der Creative Commons-Lizenz veröffentlicht.

In ihrem 1995 erschienenen Buch „Myth and Measurement: The New Economics of the Minimum Wage“ argumentieren David Card und Alan Krueger, dass Erhöhungen der Mindestlöhne in Pennsylvania und New Jersey in den frühen 1990er Jahren nicht nur nicht zu Arbeitslosigkeit führten, wie die klassische ökonomische Theorie es vorhersagte, sondern dass sogar auch die Zahl der Beschäftigten anstieg.
Wie sich herausstellte, gab es viele Probleme mit der Studie von Card und Krueger. Doch noch bevor diese Probleme ans Licht kam, ließen Ökonomen, die die Gesetze von Angebot und Nachfrage als genau das verstehen, was sie sind, nämlich Gesetze, diese Studie außer Acht. Nobelpreisträger James Buchanan schrieb im „Wall Street Journal“:

Montag, 12. Dezember 2011

Der Staat: Vater und Gott (?)

von Niklas Fröhlich
Dass der Staat bedeutender Teil unserer heutigen Welt ist, steht außer Frage. Wieso er jedoch entstand, wie er ausgestaltet sein soll, wie er gerecht und legitim ist und warum wir ihn überhaupt brauchen ist die vielleicht bedeutendste Frage des Menschengeschlechts und eine der am hitzigsten diskutierten Thematiken der Philosophie.
Und immer wieder hört man dabei dieselbe Antwort: Der Staat ist da um zu regeln, was der Mensch allein nicht schafft. Wirtschaftlich entspricht das einem: Der Staat muss eingreifen, wo der Markt versagt.

Dies scheint den meisten bis heute eine absolut einleuchtende Erklärung zu sein. „Der Staat“, sagt man, „bringt Ordnung unter die Menschen, die ansonsten in Chaos und Anarchie versinken.“ Eine der berühmtesten Ausführungen dieses Gedankens stammt vom englischen Staatsphilosophen Thomas Hobbes: „Der Mensch ist des Menschen Wolf.“¹ stellte er reichlich zitiert fest, daher benötige es den Staat, der diese Bestie namens Mensch bändige. Schon in der Schule führt man diese Weltsicht an: Jeder Schüler hat irgendwann schon einmal den Kupferstich gesehen, der Hobbes „Leviathan“ schmückt. Es wirkt aber auch zu verlockend: Ein Herrscher als Vertreter aller Menschen, der in ihrem Namen für Frieden und Recht sorgt, wohingegen sie ohne ihn im Chaos versänken.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

IV. Freiheit, Fortschritt, Optimismus. Appell zwischen Ratio und Romantik

von Niklas Fröhlich
Dies ist Teil einer wöchentlichen - mittwöchlichen - Reihe über und mit Gedichten und Auszügen von John Henry Mackay.

Es ist nicht immer – und das ist bereits euphemistisch – leicht in heutigen Tagen überzeugter Freund der Freiheit zu sein und in ihrem Sinne den Blick optimistisch in die Zukunft zu richten. Mehr noch: Gerade dies, die Hoffnung, die Zuversicht, ist es, was wir kultivieren und pflegen sollten. Der drohende Untergang von Nation, Welt, Klima, all das ist stets die (mitunter gewaltsam) drohende Phrase der schwarzsehenden Freiheitsfeinde gewesen und wird es stets sein. Der Etatist muss sich gerade deshalb stets um Kontrolle bemühen, weil er froh- und freimütige Zuversicht nicht kennt, sondern allenfalls furchtsam-kriecherische Obrigkeitsgläubigkeit. Dies hat mit Freimut, dem Freitum, der freiheitlichen Zuversicht die wir zunehmend zu verlieren drohen, nichts zu tun. So sehr sich die Zustände auch gegen das Ideal zu wenden scheinen, darf der Freie doch hinterm Horizont der Tage den freien Wandel zu erhoffen, nein: zu erwarten! Mackay richtet in seinem „sozialen Gedicht“ „Arma parata fero“¹ den Finger auf diesen Horizont.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Kölner Schneesteuer: ein Puzzlestück der exekutiven Ineffizienz

von Henning Lindhoff
Der unbedarfte Bürger nimmt landläufig an, dass die Straßenreinigung und der Winterdienst zu den ureigenen Aufgaben einer jeden Kommune gehört. Jede Kommune erhebt u.a. zu diesem Zweck die Grundsteuer. In den alten Bundesländern beträgt diese 3,5 Promille auf den Immobilienwert, multipliziert mit einem Hebesatz, der in Köln zur Zeit bei 500 % liegt. Die Stadt Köln darf dabei jährlich mit Einnahmen allein aus der Grundsteuer B von ca. 165 Mio. € rechnen [1]. Hinzu kommen noch Grundsteuern für landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Im letzten Haushaltsjahr überwies die Stadt Köln 4 Mio. € an die Abfallwirtschaftsbetriebe, um den Winterdienst zu bewältigen [2]. Dies sind gerade 2,4 % ihrer Einnahmen aus der Grundsteuer B. Die Beseitigung von Schnee und Eis hätte jeden Kölner Bürger somit gerade einmal 4 € gekostet.
Die 165 Mio. € aus der Grundsteuer B haben dennoch nicht ausgereicht.
Wie jede andere Gemeinde betreibt die Stadt Köln natürlich auch eine Mischkalkulation und verteilt die restlichen 160 Mio. € auf andere Geschäftsbereiche. Die Grundsteuer B wird also auch für öffentliche Bibliotheken, soziale Hilfen, den ÖPNV usw. usf. verwendet. Eine verständliche Aufschlüsselung der Ausgaben und Einnahmen aller Geschäftsbereiche der Stadt Köln ist für den Laien allerdings nicht zu finden.

Mittwoch, 30. November 2011

III. Mensch statt Masse! (oder: auf welcher Seite?)


von Niklas Fröhlich
Dies ist Teil einer wöchentlichen - mittwöchlichen - Reihe über und mit Gedichten und Auszügen von John Henry Mackay.

Wenn man sich einen kurzen Überblick über einen Menschen und sein Werk verschaffen will, der sucht oft händeringend nach handlichen Begriffen. Ist er Demokrat, Liberaler, Kommunist, Anarchist? Ein Vertreter des Sturm und Drang oder des Realismus? Ein Theoretiker oder Praktiker? Solche Einteilungen geben dem Menschen einen festen Halt, geben ihm die Möglichkeit der direkten Zuordnung. Dies hat natürlich einen gewissen Nutzen, führt aber auch gefährlich irre. Zwar kann man damit gewissermaßen einordnen, man beginnt aber auch, alles an dieser Einordnung zu messen und mit dieser zu verbinden, sei es stimmig oder nicht. Umso schwieriger wird dies, je komplexer der eingeordnete Mensch ist. Bei manchen Menschen ist diese Einteilung tatsächlich nie wirklich gelungen – und Mackay war zweifelsohne einer von ihnen. Wie will man ihn nennen? Freiheitsfreund? Individualisten? Anarchisten? Romantiker, Realisten? Gewiss war er all das. Und doch ist es gerade Individualismus, der letztendlich eine feste Einordnung zunichte Macht – denn das Individuum ist stets so viel mehr als ein Begriff, das jeder feste Begriff ihm eine Fessel sein muss.

Mittwoch, 23. November 2011

II. Der freie Dichter


von Niklas Fröhlich

Dies ist Teil einer wöchentlichen - mittwöchlichen - Reihe über und mit Gedichten und Auszügen von John Henry Mackay.

Aller Anfang ist schwer – im Falle dieser Reihe über Mackay besonders: Der Mensch, der Dichter, sein Werk, seine Ideen und schließlich vor allem seine Zeitlosigkeit sollen aufgezeigt werden und all dies auch noch fortschreitend an seine kurzen Werken selbst. Natürlich muss das Eröffnende Gedicht einen guten Einstieg in alle diese Bereiche geben, was die Auswahl nicht leicht gemacht und für reichliches Kopfzerbrechen gesorgt hat. Das Ergebnis des Grübelns waren schließlich Mackays kurze Zeilen „Kampfweise“.

Kampfweise¹.
Der kleine Geist lässt sich in Händel ein.
Der große kennt den Kampf nur um die Sache.
Und weithin schallt sein Wort wie Wetter-Schein,
Dass es zur That die Schwächlichen entfache.

Laß sie doch unten laut vorbei dir treiben
Mit hohlen Phrasen und rohem Spott.
Du wirst, der stets du warst, auch immer bleiben :
Vornehm und frei – ihr Gott ist nicht dein Gott !

Das fernste Land der Wünsche – kühn betritt es,
Selbst wenn kein Andrer noch den Pfad betrat.
Wie werden mühlos einst und leichten Schrittes
Die Enkel ernten unsere herbe Saat !

Dienstag, 22. November 2011

Thomas E. Woods: "Why You've Never Heard of the Great Depression of 1920"


,,Die Jahre 1920 und 1921 sind eine Zeit in der Geschichte, von der ich mir wünsche, dass sie sich wiederholt. Ich befürchte jedoch, dass sich das Jahr 1929 wiederholen wird. Man erzählt uns, dass im Jahre 1929 die große Krise war, aus der uns die Regierung nicht führen konnte, weshalb wir genau dasselbe zu tun hätten, was die Regierung damals getan hat. Dieser Syllogismus funktioniert nicht. Warum sollten wir es stattdessen nicht mal mit der Vernunft versuchen? Warum sollten wir nicht Dinge probieren, die wirklich funktionieren? Die einzige Möglichkeit dies zu erreichen basiert auf altmodischen Methoden, welche durch das Internet verstärkt werden - die Verbreitung unserer Informationen.'' (Thomas E. Woods, übers. v. Tomasz M. Froelich)

Im Folgenden sehen Sie einen Vortrag von Thomas E. Woods, welchen er 2009 auf dem Seminar „The Great Depression: What We Can Learn From It Today” im Rahmen des vom Ludwig von Mises Instituts organisierten Mises Circle in Colorado gehalten hat.


Sonntag, 20. November 2011

Vergessene Freiheitsdenker: Adam Heydel


von Tomasz M. Froelich
Die Suche nach vergessenen Freiheitsdenkern erweist sich als schwierig. So ist der Etatismus seit Jahrhunderten omnipräsent, Freiheitsdenker in der Regel aber antietatistisch, sodass sie den mächtigsten Menschen, also jenen, die den Staat führen und von seinen erbeuteten Steuergeldern leben, seit jeher ein Dorn im Auge sind. Da diese mächtigen Menschen auch noch im Besitz des Bildungsmonopols waren und sind, ist ihr Bemühen, die Gedanken und Werke antietatistischer Freiheitsdenker mittels Verboten oder sonstigen Repressionen zu marginalisieren, immer groß gewesen, was in letzter Konsequenz dazu führte, dass viele freiheitliche Denker und ihre Werke in Vergessenheit gerieten.
Großen Problemen waren auch die Freiheitsdenker im Polen der Zwischen- und Nachkriegszeit ausgesetzt. Zwar erwies Marschall Józef Pilsudski den Westeuropäern mit seinem Sieg gegen Lenins' sich auf dem Vormarsch nach Westeuropa befindenden Bolschewiki im Polnisch-Sowjetischen Krieg 1919-1921, der als ,,Wunder an der Weichsel'' in die Geschichtsbücher eingehen sollte, einen großen Dienst, seine ab dem Maiputsch 1926 in Polen regierende Sanacja war hingegen mit den innerpolnischen Problemen überfordert: Hyperinflation, Verschuldung, Arbeitslosigkeit und Armut nahmen, nach anfänglicher Stabilisierung, stark zu (vgl. Landau; Tomaszewski 1971: 98; vgl. Garlicki 1979: 148f.), politische Gegner wurden zunehmend verfolgt, so auch freiheitliche Intellektuelle und ihr Werk, welches einer rigiden Zensur unterworfen wurde. Dies verschlimmerte sich zusätzlich durch den Einmarsch der Deutschen im Jahre 1939. Während des 2. Weltkriegs blieben den polnischen Freiheitsfreunden nur wenige Optionen übrig: Emigration, Schweigen, Verstecken oder (konspirative) Mitarbeit in der Resistance.

Freitag, 18. November 2011

Interessenvertretung: Freier Markt vs. Staat

von Jonathan Danubio

Einleitung
Es gibt unzählige Meinungen und wissenschaftliche Publikationen zum Thema Interessenvertretung. Zahlreiche Antworten auf die Frage, wessen Interessen durch wen und wie am besten vertreten werden. Doch fast alle Lösungsvorschläge haben eines gemein: die Argumentation vom Standpunkt des Status quo aus. Es wird also stets die Existenz eines Staates als notwendige Schiedsinstanz impliziert, ohne zu hinterfragen, ob dieser Zustand an sich legitim oder überhaupt von Nutzen ist. Diese Hausarbeit möchte mit jener Tradition brechen und nicht bloß eine weitere mögliche Schattierung des Status quo vorstellen, sondern eine Alternative.
Die folgende Erörterung fußt auf den Prinzipien des Anarchokapitalismus bzw. auf denen des konsequenten Liberalismus. Der Anarchokapitalismus ist eine von Murray Newton Rothbard Mitte des 20. Jahrhunderts begründete politische Philosophie, die – inspiriert vom individualistischen Anarchismus, vom Klassischen Liberalismus und von der Österreichischen Schule – den Staat als permanenten Aggressor gegen die Freiheit des Individuums ablehnt und daher für eine restlose Abschaffung desselben eintritt. Grundlegende Axiome des Anarchokapitalismus sind das natürliche Recht auf den vollständigen Besitz an der eigenen Person und der eigenen Arbeit sowie das daraus resultierende Recht, mit jenem Eigentum nach individuellem Gutdünken umzugehen.1 Aufgrund des engen Rahmens dieser Hausarbeit kann jedoch nur auf wenige Aspekte der Theorie eingegangen werden.

Mittwoch, 16. November 2011

I. Die Freiheitssuche


von Niklas Fröhlich
Dies ist der Beginn einer wöchentlichen - mittwöchlichen - Reihe über und mit Gedichten und Auszügen von John Henry Mackay.

Kaum ein Wort wurde so oft im Munde geführt, so oft gebraucht aber auch missbraucht, wie dieses vielleicht lieblichste aller Worte: „Freiheit“. Viel wurde darum gerungen und letztendlich steckt nicht nur der begriffliche Kampf um die „Freiheit“ zunehmend in einem Sumpf aus Unklarheiten, tatsächlich scheint der große Klang dieses Wortes zunehmend verhallt zu sein, eine Phrase, vielleicht nicht einmal wünschenswert. Ist „Freiheit“ ein zweitrangiges, vielleicht sogar altmodisches Konzept? Muss sie hinter Begriffen wie „Stabilität“, „Nachhaltigkeit“ oder „soziale Gerechtigkeit“ zurückstehen?
Auf Freitum.de findet sich eine Gruppe von Autoren, die zutiefst überzeugt ist, dass alle diese Ziele mit innerer Notwendigkeit nur aus der Freiheit selbst hervorgehen können. Freiheit, so meint jeder von uns, geht allem Anderen voraus und nur auf ihr lässt sich jemals irgendetwas Wertvolles, Stabiles oder Gerechtes aufbauen.

Wie schon bemerkt, ist der Begriff der Freiheit ein sehr schwieriger. Viel wurde darüber debattiert, was denn objektive, absolute oder relative Freiheit sei. All das möchte ich hier beiseiteschieben und ein wenig hinweg kommen von der fernen Theorie. Stattdessen möchte einen der größten deutschen Individualisten zu Wort kommen lassen:

Donnerstag, 10. November 2011

Neuer Bücherkatalog der Buchausgabe



Die Buchausgabe - bekannt für ihr beträchtliches Sortiment an freiheitlichen Büchern - hat gestern ihren Katalog aktualisiert. Ein Blick in den Katalog und die eine oder andere Investition in die Erweiterung des eigenen Bücherschranks lohnen sich mit großer Sicherheit. Den Katalog finden Sie hier!

Donnerstag, 3. November 2011

Der Mafiastaat: Von der Erleichterung einer Zustimmung


von Henning Lindhoff
27. Oktober 2011, 7:10 Uhr, ARD Morgenmagazin...
Unser lieber Markus Preiß berichtet live von der Euro-Rettungsfront in Brüssel und darf stolz verkünden, dass unsere allseits geliebte Kanzlerin den Euro gerettet und damit die europäische Idee vor dem Kollaps bewahrt hat.
Jedoch wäre Herr Preiß kein Qualitätsjournalist, wenn er nicht auch kompetent die Einzelheiten der Rettung erläutern könnte.

Euphemisierung einer Erpressung

Mit einem süffisanten Lächeln berichtet er:
"Man hat den Banken ein Angebot gemacht. Man hat gesagt, dass das das letzte sein würde. Und das wurde dann akzeptiert. So gesehen, gab's dann natürlich überhaupt gar keinen Druck. [...] Es droht im Zweifel ein Default, eine Pleite Griechenlands. [...] Und es gab noch weitere Überlegungen, wie man eventuell noch mehr Druck aufbauen könnte. [...] Eine Möglichkeit wäre, dass man die Bedingungen der Schulden quasi ändert. [...] Das sind die Dinge, mit denen dann gewunken wurde, um die Zustimmung etwas zu erleichtern."

Montag, 31. Oktober 2011

Patentrecht ist ein Verbrechen


von Ilja Schmelzer
Bisher war mein Verhältnis zu Copyright und Patenrecht etwas zweischneidig. Zwar eher ablehnend als zustimmend, aber ich habe akzeptiert, dass es gute Argumente dafür gibt. Und hatte, wenn ich die Argumente dagegen für überzeugender hielt, ein kleines bisschen ein schlechtes Gewissen – ist dies wirklich eine objektive Abwägung, oder ist hier nicht doch der Wunsch Vater des Gedankens? Schließlich bin ich ja, und aus ganz anderen Gründen, gegen den Staat. Aber der Staat wäre notwendig, um Copyright und Patentrecht durchzusetzen.

Dies hat sich geändert, nachdem ich das hervorragende Buch Against Intellectual Monopoly von Michele Boldrin and David K. Levine gelesen habe. Kurz gesagt, das beste Buch, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Ein Buch, nach dessen Lektüre ich mir nachträglich beschmutzt vorkomme – wieso bin ich bisher eigentlich auf solche verlogenen Argumente hereingefallen?

Donnerstag, 29. September 2011

Eigentum ist revolutionär!

von Niklas Fröhlich
Ich bin gestern hier auf einen überaus interessanten Beitrag gestoßen: Seit einiger Zeit nun wird die New-Yorker Wall-Street, Symbol von Großkapital und Konzernherrschaft, von Protesten und Demonstrationen erfasst, erst vorige Woche hatte man versucht sie zu besetzen - was von der Polizei wie zu erwarten aufgelöst wurde. Dabei soll die NY-Police sich nicht gerade zimperlich verhalten haben, was gewiss auch nicht ungewöhnlich ist, wenn eine Versammlung gewaltsam zerstreut wird.
Weder die Frage nach der Rechtmäßigkeit von Protesten und Besetzungen, Versammlungszerschlagungen und Polizeigewalt möchte ich hier unbedingt weiter behandeln.
Wirklich interessant ist aber das, was nun in jenem Beitrag von gestern aufgezeigt wird: Nachdem der Staat die Demonstranten gewaltsam zerschlagen und von öffentlichen Plätzen vertrieben hat, finden sie eine Unterkunft - in einem privaten Park (siehe Foto). Hier organisieren sie sich, lagern, bereiten weitere Aktionen vor. Hier gibt es einen - nicht völligen, aber doch relativen - Raum der Sicherheit vor staatlichem Zugriff.

Das ganze gewinnt deshalb eine gewisse Ironie, weil (so verschieden die Zusammensetzung der Demonstranten sein mag) tatsächlich eine Menge Sozialisten, oder schlichter: Staatsfetischisten dabei sind, die eben jenes private Eigentum ablehnen. Noch kürzlich hat der erzreaktionäre Turboetatist Michael Moore seine Sympathie mit den Demonstranten bekundet - und die beruht wohl durchaus auch auf Gegenseitigkeit.

Vielleicht regt die eigene Erfahrung hier den einen oder anderen Freund von staatlichem, sogenannten "öffentlichen" Eigentum zum Nachdenken an. Schließlich sehen sie hier eindeutig, was Privateigentum ist: Ein weitgehend unabhängiger, geschützter Raum der Selbstbestimmung, in dem man in Frieden und Ruhe gelassen wird. Gäbe es kein privates Eigentum, keinen privaten Zuccotti-Park, die Demonstranten hätten keinen Ort gehabt zu dem sie vor der Staatsgewalt hätten fliehen können. Vielleicht versteht der Eine oder Andere tatsächlich, dass weitgehendes Staatseigentum und weitgehender Staatseinfluss nichts anderes bedeutet, als dass der Einzelne der Obrigkeit, was heißt: den Schlagstöcken der Polizei, immer und überall ausgeliefert ist. Privateigentum bedeutet Rückzug, Schutz, mehr noch: Möglichkeit zu Widerspruch, Opposition, vielleicht sogar: Revolution.

Ich weiß nicht, wie sich die Lage im Park in den nächsten Tagen weiterentwickeln wird - und es ist gut denkbar, dass bei allzu ausschweifendem Hausen im Park der Eigentümer den Demonstranten den Aufenthalt versagt. Eins aber macht diese kleine begrünte Fläche in New York deutlich klar: Privateigentum bietet nicht nur Selbstbestimmung und Schutz - sondern mehr noch - es ist die Grundlage für Kritik, Widerspruch und Opposition, ergo für jede Vorstellung ziviler Freiheit. Eigentum ist Revolution.

Dienstag, 30. August 2011

Zurück auf dem Weg zur Knechtschaft

von Martin Ledermann
Die Zukunft Europas sieht trostlos aus. Der Ausverkauf des Wohlstandes, das Erbe von 70 Jahren vergleichsweise freier Märkte in Westeuropa, ist im vollen Gange. Der aufziehende totale Supranationalstaat wird zwar nicht im Namen von Arbeitern, Bauern und Genossen handeln und ob die Errichtung von Vernichtungslagern ein weiteres Mal möglich ist, ist auch noch fraglich. Aber die wesentlichen Elemente des Totalitarismus sind bereits erkennbar. Und die Entwicklung der letzten Jahre zeigt ganz klar, in welche Richtung die Reise geht: In Richtung Euro-Faschismus, diesmal mit den Worten „Nie wieder Krieg! Nie wieder Nationalstaat! Nie wieder Vielfalt!“

Die Selbstentmachtung des Parlaments
Hilflos scheinen die Parlamentarier der nationalen Volksvertretungen angesichts der ihnen präsentierten Entwicklungen. Zu reinen Abnickervereinen detaillierter Vorlagen aus den Ministerialbürokratien degeneriert, vegetieren sie trostlos vor sich hin und verkommen zu

einem teuren Hobby der Postdemokratie. Fraktionszwang, Karrierewünsche und -druck, offene und verdeckte Bestechung und Komplizenschaft mit den Systemeliten führen zu dem Phänomen, dass Einspruchsrechte freiwillig abgegeben werden. Immer mehr Macht wird vom nationalen Parlament an ungewählte und unkontrollierbare EU-Räte gegeben. Die Demokratie, die auch auf nationaler Ebene immer mehr zur willkürlichen Mehrheitsherrschaft degeneriert, wird ersetzt durch einen organisierten Überbau, der sich um formale demokratische Legitimation überhaupt nicht mehr schert. Denn die propagandabefeuerten Massen sind fest in ihrem Glauben, dass nur Expertengruppen die massiven Probleme des Staatskapitalismus lösen können: Nur ein Euro-Funktionärsrat kann die Euro-Krise stoppen, nur ein Welt-Klimarat kann die kommende Öko-Katastrophe verhindern und nur die Angleichung von Sozial- und Wirtschaftsstandards unter Anleitung von europäischen Kartellen kann die ruinöse Konkurrenz in Europa beenden. So die Volksweisheit.

Samstag, 16. Juli 2011

FREIHEIT, ein Appell

von Tommy Casagrande
Der Hintergrund auf dem ich schreibe ist noch weiss, doch habe ich mir vorgenommen ihn mit ein paar Worten zu schmücken. Freiheit ist ein Wort mit dem von euch wohl viele nichts anfangen können. Es ist traurig darob, denn sie ist die Grundlage der zu Wohlstand aller Menschen auf dieser Erde führen würde, sie ist das Bollwerk gegen Kriege und Völkermorde und ist die Zwillingsschwester vom Frieden, dem Vater aller Dinge.

Einst galt der Ausspruch, der Krieg sei der Vater aller Dinge und noch heute muss man annehmen, dass viele das denken, wenn Zeitenwänden dies erfordern. Freiheit und Frieden gehören zusammen. Die diesen beiden entgegengesetzten Zwillinge tragen die Namen Zwang und Krieg. Wo der Zwang die Herrschaft stellt, dort ist die Freiheit am verlieren. Wo die Freiheit nicht mehr ist, entsteht der Unfrieden, auf dessen Feld der Krieg geerntet werden kann.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Mises' Gedanken über die Ursachen der Großen Depression

Ludwig von Mises (siehe Photo) wies in seinem Vortrag ,,Die Ursachen der Wirtschaftskrise'' aus dem Jahre 1931 darauf hin, dass staatlicher Interventionismus die große Depression der 1930er Jahre verursacht hat. Zum Zeitpunkt seines Vortrags war die große Depression schon im vollen Gange, dennoch erkannte Mises auch schon in seinen Werken zuvor, etwa 1928 in ,,Geldwertstabilisierung und Konjunkturpolitik'' (Mises 1928) die potentiellen Krisenerscheinungen. Die große Depression wurde von vielen Ökonomen der Zügellosigkeit der freien Marktwirtschaft zugeschrieben. Mises hielt dieser These dagegen: Von einer freien Marktwirtschaft konnte Mises und den Austrian Economics zufolge keine Rede sein
Mises war zu Beginn seines Studiums noch Etatist, das heißt, dass er sich für staatliche Lösungen für wirtschaftliche Problemkonstellationen aussprach. Dies ist kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, dass zu Mises' Studienzeit ,,Gustav von Schmoller (1838-1917) [...] als der große Meister der ,wirtschaftlichen Staatswissenschaften' [galt]. Seine Schule, die Kathedersozialisten, dominierte die Universitäten, insbesondere im Deutschen Reich.'' (Hoppe 2006: 9).

Samstag, 11. Juni 2011

Eine libertäre Kritik des Selbstverständlichen: Staat und Demokratie im Visier

von Tomasz M. Froelich
Die folgende Arbeit wagt eine libertäre und durchaus kontroverse und unkonventionelle Kritik an Hobbes' Gesellschaftsvertragstheorie. Auch die Demokratie als Herrschaftsform, welche im Alltag ja unkritisch hingenommen und als Ideal stilisiert wird, wird einer kritischen Analyse unterzogen. Ist Demokratie wirklich das Allheilmittel, oder ist sie nicht viel eher dem Untergang geweiht? Zudem soll gezeigt werden, dass Staaten im internationalen System vielmehr die Rolle der Aggressoren, als die der Stabilisatoren einnehmen. Dies zeigt sich schon in ihrer Entstehung: Staaten basieren nicht auf Gesellschaftsverträgen, sondern auf überlegener Schlauheit und wilden Manieren einer vorherrschenden und expandierenden Räubergruppierung. Dass Staaten im internationalen System die Rolle der Aggressoren einnehmen, soll anhand protektionistischer Wirtschaftspolitik - welche dezidiert der Freihandelstheorie widerspricht - gezeigt werden: Nicht selten führte und führt von Staaten ausgehender Protektionismus zu internationalen Konflikten. Außerdem neigen Staaten zu Korruption und zu manischem Machtstreben. Als Alternativen werden neben dem Freihandel u.a. das individuelle Sezessions- und Selbstbestimmungsrecht präsentiert. Als anarchistischster Staat wird die wohlhabende Schweiz kurz vorgestellt. Liefert sie ein Modell zum Nachahmen?

Freitag, 20. Mai 2011

Spanish Revolution - gegen staatliche und europäische Marktdiktate

von Stefan Parting Sánchez
Sieben Tage vor den Kommunalwahlen gehen in Spanien tausende Menschen auf die Straße, um zu demonstrieren. Die Gruppe der Demonstrierenden ist erstaunlich heterogen: Man findet Junge wie Alte, Akademiker wie Arbeiter, Linke wie Rechte, und doch demonstrieren sie alle gemeinsam, vereint durch das Versagen ihres Staates.

Der Unmut richtet sich gegen die regierende sozialistische Partei PSOE, die mit ihrer Politik maßgeblich daran beteiligt ist, dass die Arbeitsmarktsituation mittlerweile so prekär ist wie in keinem anderen europäischen Land. Offiziell beläuft sich der Anteil der Arbeitslosen auf 20%, bei den Jugendlichen ist der Anteil mehr als doppelt so hoch. Rechnerisch bedeutet das, dass 4,9 Millionen der etwa 22 Millionen Erwerbsfähigen arbeitslos sind. Man erläge einem Trugschluss, dächte man, dass die verbleibenden 17,1 Millionen Erwerbsfähigen mit ihren Steuern den Rest des Staates finanzierten. Zu den 4,9 Millionen Arbeitslosen kommen noch 4,8 Millionen Beamte, die ebenfalls vom Staat finanziert werden. Es sind also insgesamt nur ca. 12 Millionen Spanier, die vom Staat ausgenommen werden müssen, um die Ausgaben der Sozialisten zu finanzieren.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Ohne Kapitalakkumulation keine Produktion und keinen Wohlstand

von Tommy Casagrande
Als Kapitalakkumulation wird jener Vorgang beschrieben, den wir schlicht mit dem Begriff des Sparens beschreiben können. Geld, welches über einen bestimmten oder unbestimmten Zeitraum gespart wird, ist Geld, dass akkumuliert wird. Ohne diese Eigenschaft des Sparens (akkumulieren), wäre es nicht möglich, zu einem späteren Zeitpunkt mehr Geld zu haben, als es zu einem früheren Zeitpunkt der Fall ist. Aufgrund dieses mehr an Geldes lassen sich Investitionen tätigen, die sich mit einem weniger an Geld nicht hätten tätigen lassen. Mit diesem Geld lassen sich aus Ideen solche Technologien produzieren, die zu einem Produktivitätsfortschritt führen können, der, wie ich an anderer Stelle dargelegt habe, für den Wohlstand maßgeblich ist. Erhebt der Staat Steuern, so sorgt er dafür, dass weniger Geld akkumuliert wird, als es ohne seine Steuern passieren würde. Erhebt der Staat weitere Steuern, so sorgt er dafür, dass noch weniger Geld akkumuliert wird. Ergo, wird die Investitionstätigkeit in den Produktivitätsfortschritt in dem Maße reduziert, wie das akkumulierbare Geld im Zuge von Steuererhebungen abnimmt. Würde der Staat sich alles Geld der Bürger unter den Nagel reißen, wie man es Tyrannen unterstellen mag, so gibt es für das Volk keine Möglichkeit, durch Kapitalakkumulation das bestehende Geld zu vermehren und mit diesem Geld, zu einem späteren Zeitpunkt, Investitionen anzuschieben, die dem Wohlstand zugute kommen könnten.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Geht das Gespenst noch um?

von Martin Ledermann
"Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus."

So schrieben es Karl Marx und Friedrich Engels zur Jahreswende 1847/48 in ihrem berühmten "Manifest der kommunistischen Partei". Seither hat das Gespenst in vielen verschiedenen Formen gewütet, Scharen von Anhängern begeistert und seinen Idealen unzählige Seelen geopfert. Auch der Zusammenbruch der realsozialistischen Experimente gegen Ende des 20. Jahrhunderts konnte das Gespenst nicht vollständig vertreiben. Doch, so scheint es, hält es sich heute vor allem in den Theoriebüchern linker Intellektueller auf, in den Soziologie-Seminaren und den Debattenzirkeln junger und jung gebliebener Studenten. Als ernsthafte Alternative zum Status Quo wird es kaum noch gehandelt - Das "Ende der Geschichte" (Francis Fukuyama) scheint erreicht.

Folgt man den Reden der meisten Politiker, den Artikeln der einflußreichen Journalisten und den Einsichten vieler Intellektueler, so wird der Mensch heute von einem ganz anderen Gespenst bedroht: Der entfesselte Raubtier-Kapitialismus greift unbarmherzig um sich.

Dienstag, 10. Mai 2011

Wohlstand durch Produktion

von Tommy Casagrande
Warum wird Armut durch Produktivitätssteigerung bekämpft? Weil Produktion von Gütern in dem Maße, wie die Produktivität ansteigt, die Kosten für die Produktion pro Gütereinheit reduziert. Das heißt, umso mehr Produktion, umso eher können sich umso mehr Menschen ein bestimmtes Gut leisten, da sein Preis nicht mehr unerschwinglich ist. In die Maßnahme, die Produktion auszuweiten, muss der Kapitalist investieren. Dies tut er mit seinen Gewinnen. Umso höher die Besteuerung, desto geringer die Investitition in den Produktivitätsfortschritt. Das ergibt unterm Strich keine Zunahme von Wohlstand, sondern, falls die Produktivität nicht einmal gleichbleibend sondern sogar abnehmend ist, eine Zunahme der Armut, da aufgrund geringerer Produktion von Gütern, relativ gesehen, weniger werdende Güter teurer werden.

Montag, 9. Mai 2011

Soziale Marktwirtschaft - Eine gefährliche Tautologie

von Jonathan Danubio
Heiliges Dogma für der Logik ferne Gutmenschen, die zum moralischen Zentralismus neigen, und ein Schreckgespenst für Liberale, welche die unmenschlichen Konsequenzen hinter solch sophistischer Semantik erkennen: die Rede ist von der sozialen Marktwirtschaft.
Schon Friedrich August von Hayek erkannte die Undefinierbarkeit des Begriffes sozial, als er schrieb: „Ich glaube, das Wiesel-Wort par excellence ist das Wort 'sozial'. Was es eigentlich heißt, weiß niemand. Wahr ist nur, daß eine soziale Marktwirtschaft keine Marktwirtschaft, ein sozialer Rechtsstaat kein Rechtsstaat […] und ich fürchte auch, soziale Demokratie keine Demokratie ist.“ [1].
Prinzipiell birgt jede definitorische Grauzone Gefahren, da in einem Herrschaftssystem (sei es nun in einer Demokratie oder Diktatur) die Deutungshoheit stets bei den jeweiligen Machthabern liegt und mitunter willkürlich über den Inhalt jener Worthülsen entschieden wird. Ein Hegemonialanspruch also, der in den seltensten Fällen der Gesellschaft und in den meisten Fällen den eigenen Pfründen zu Gute kommt.

Freitag, 6. Mai 2011

Der Streit um das Recht auf geistiges Eigentum

von Dr. Werner L. Ende
Leser der Publikationen des Ludwig von Mises-Institute in Alabama und der Schriften und Bücher von Hans Herrmann Hoppe mögen leicht den Eindruck gewinnen, dass solch grundlegende Fragen - zumindest gilt dies für Autoren und Leser - wie des Rechtes auf geistiges Eigentum beantwortet und unstrittig sind.

Stephan Kinsella und sein Mentor Hans Herrmann Hoppe, der international derzeit wohl bekannteste lebende anarcholibertäre Gelehrte und Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, selbst ein Schüler Murray Rothbards, bauen ihre Kritik am Recht auf geistiges Eigentum auf zwei quasi axiomatischen Feststellungen auf:

1. Jeder Mensch, ob jung ob alt, ob arm ob reich, ob männlich oder weiblich, hat das als Selbsteigentum bezeichnete absolute und natürliche Recht an und auf sich selbst.
2. Jeder Mensch, wiederum ohne Ausnahme, hat ein ebenso absolutes und natürliches Recht auf eine von ihm in Nutzung genommene „Heimstatt“ (homestead).

Donnerstag, 5. Mai 2011

Freitum - das neue Projekt in der libertären Blogosphäre

Bereits vor Wochen liebäugelten Tommy Casagrande, Kalle Kappner und ich mit der Idee, einen gemeinsamen libertären Blog zu etablieren. Nachdem der Start recht schleppend verlief, publizierte Kalle Kappner auf unserer alten Plattform seinen vieldiskutierten Text ,,Der Markt und die Atomkraft'', welcher den Kollegen vom Forum Ordnungspolitik so sehr gefiel, dass auch sie ihn publizierten. Anschließend erklärte ich mich bereit, meinen bisherigen Blog dem ,,Projekt Freitum'' zu opfern, das der Verbreitung libertärer Ideen dienen soll. Dabei legen wir uns nicht auf eine festgeschriebene Methode vor. Texte, Videobeiträge oder aber auch Gedichte, wie sie gelegentlich von Tommy Casagrande verfasst werden, sind erwünscht. Alle Libertären sind zur Kooperation mit uns eingeladen und können sich dem Projekt anschliessen.
Wenn Ihr Texte, Videos oder sonstige Beiträge schreibt oder habt, die der Verbreitung libertärer Ideen dienlich sind, so kontaktiert uns bitte via Mail an tomek.froelich@yahoo.de oder über unsere Facebook-Page:

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Hochachtungsvoll,
Tomasz M. Froelich

Montag, 2. Mai 2011

Die Konjunkturtheorie der Austrian Economics – libertäre Standpunkte zum Geld-, Tausch- und Bankenwesen

von Tomasz M. Froelich
Als ich vor einiger Zeit im Rahmen zweier Lehrveranstaltungen an der Universität Wien Vorträge über libertäre Standpunkte in punkto Staatstheorie und Konjunkturtheorie hielt, fragte ich jeweils die Studierenden, wer von ihnen schon mal etwas über die Austrian Economics, Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek gehört hat. Erstaunlicherweise waren die Austrian Economics keinem der Studierenden ein Begriff. Ludwig von Mises kannte gerade einmal einer von insgesamt ca. 60 Studenten, Hayek kannten ,,immerhin‘‘ derer sechs. Dies ist erstaunlich, zumal die Austrian Economics ihren Ursprung an der Universität Wien haben und bis heute wichtige Beiträge im Bereich der Philosophie und Wirtschaft liefern. Die Büste von Carl Menger, dem ersten Vertreter der Austrian Economics, steht immerhin im Hof des Hauptgebäudes der Universität Wien, Hayeks Portrait hängt an der Wand der Nobelpreisträger, die die Universität Wien hervorgebracht hat. Motivation genug, um sich mit dem Werk der Austrian Economics etwas genauer auseinanderzusetzen, zumal sie von den hier Lehrenden – ob bewusst oder unbewusst sei mal dahingestellt – marginalisiert werden.
Die folgende Arbeit nimmt es sich zum Ziel, libertäre Standpunkte in geld- und bankentheoretischen Fragen zu präsentieren.

Dienstag, 22. März 2011

Soziale Gerechtigkeit – eine konsequent liberale Erörterung

von Jonathan Danubio
Einleitung
Soziale Gerechtigkeit – eine der bedeutendsten Phrasen im Vokabular eines Politikers und Populisten. Doch was verbirgt sich hinter solch diffuser Semantik? Sucht man in Lexika oder im Internet nach einer befriedigenden Definition, so bleibt man aufgrund zahlreicher Divergenzen unschlüssig zurück. Eine andere Möglichkeit, den Begriff zu erfassen, stellt ein Blick in die Historie dar. Spricht man im 21. Jahrhundert von sozialer Gerechtigkeit, ist meist eine Verteilungs- bzw. Ergebnisgerechtigkeit gemeint.

Donnerstag, 17. März 2011

Der Markt und die Atomkraft

von Martin Ledermann
„Atomkraft – Nein, danke!“ oder „Atomkraft – Ja, bitte!“ – die Fronten in der politischen Debatte scheinen klar zu sein.
Hier die Grünen und Linken, die schon immer (außer natürlich vor den 80ern) gegen Atomkraft waren. Dort die Konservativen und Liberalen, als Stimme der wirtschaftlichen Vernuft, die an der Atomenergie festhalten. Exemplarisch dafür steht der Eifer, mit dem die rot-grüne Bundesregierung den Ausstieg forciert hat, der dann später von der schwarz-gelben Regierung wieder verwässert wurde. Emotionen spielen natürlich eine wichtige Rolle. Nicht anders lässt sich die enorme Politisierung der Energiefrage erklären: Wenn die übliche linksgrüne Klientel gegen Atomkraft ist, muss man als Liberaler scheinbar zwingend dafür sein und AKWs mit Zähnen und Klauen verteidigen. Als Linker braucht es oftmals überhaupt keine Begründung mehr für eine ablehnende Haltung zur Atomkraft. Man ist halt dagegen. Das S21-Phänomen scheint sich zu wiederholen. Als die linksgrüne Klientel gegen S21 auf die Straße ging (freilich nicht, um gegen Steuergeldverschwendung zu protestieren, sondern um das Steuergeld für ein alternatives Zwangsprojekt einzusetzen), entdeckten viele "Liberale" aufeinmal ihre Liebe für den Polizeistaat, den Bahnsozialismus und für bürokratische Planfeststellungsverfahren.

Montag, 21. Februar 2011

Gutes zu erzwingen ist nicht gut

von Tommy Casagrande
I
m Zuge einer Diskussion, in der es um Regulierungen in der Lebensmittelindustrie ging, machte eine Diskussionsteilnehmerin darauf aufmerksam, wie schlimm Nahrung aus der Massenzucht sei und dass man eben jene, unter anderem auch aus gesundheitlichen Gründen, verbieten sollte. Diesen Humbuk entkräftete TOMMY CASAGRANDE in vier excellent dargebotenen Punkten:

1. Jeder darf für sich selbst entscheiden, wie gesund er leben will. Dabei ist wichtig, dass niemand für die Kosten von jemand anderen aufkommt. Daher gehört das Gesundheitssystem privatisiert. Es nicht zu privatisieren bedeutet insofern Unrecht, als dass Menschen für jene Kosten aufkommen, die andere verursachen.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Über Demokratie und Demokratisierung

von Felix O. Mozart
Die folgende Arbeit behandelt das Themenfeld der Demokratisierung, welches im Diskurs der internationalen Entwicklungsstrategien eine führende Rolle einnimmt. Viele Entwicklungstheoretiker sehen in der Demokratie das Rezept, welches arme Staaten aus ihrer Misere führen soll.
Zunächst einmal wird dem Leser ein kurzer Einblick in die Theorie des ,,Demokratischen Friedens‘‘ gewährt. Hierbei soll aufgezeigt werden, dass sich als Kantianer ausgebende Apologeten einer externen Demokratisierung ihrem großen Idol IMMANUEL KANT widersprechen, da der ,,ewige Frieden‘‘, wie ihn Kant beschrieben hat, auf außenpolitischer Enthaltsamkeit basiert. Kants Theorie wird also im Grunde genommen – ob bewusst oder unbewusst sei mal dahingestellt – realpolitisch missbraucht.
Anschließend folgt eine Erklärung des Demokratiebegriffs. Die Demokratie wird dabei äußerst kritisch aus einem libertären Blickwinkel betrachtet. Vor allem die mit dem Mehrheitsprinzip in Relation stehenden Probleme sollen aufgezeigt werden.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Kroatien – ein Beispiel gelungener Sezession

Ein Beispiel gelungener Sezession ist Kroatien. Dem heute verhältnismäßig stark prosperierenden Land wurden nach dem 2. Weltkrieg über einen Zeitraum von gut 50 Jahren sozialistische Fesseln durch den jugoslawischen Zentralstaat angelegt. 1995 erlangte Kroatien nach langem Kampf seine Unabhängigkeit.

I. Kroatischer Frühling
Erste stärkere Symptome des Strebens nach der Unabhängigkeit zeigten sich bei den Kroaten in den späten 1960er und den frühen 1970er Jahren. Die als ,,Kroatischer Frühling‘‘ (Hrvatsko proljeće) bekannte Bewegung forderte eine stärkere Autonomie der kroatischen Teilrepublik. Die politische Abhängigkeit vom jugoslawischen Zentralstaat wurde zunehmend als zu bedrückend wahrgenommen.

Donnerstag, 13. Januar 2011

Misesianische Prophezeihungen über den Kolonialismus

von Tomasz M. Froelich
Der britische Historiker und Afrikanist BASIL DAVIDSON schrieb in seiner ,,Conclusion'' seines Buches ,,The Black Man’s Burden. Africa and the Curse of the Nation-State’’ folgendes:

,,[T]he vision of a different future embodied in their ideas and practice of participation in self-government and self-liberation was not therefore proved false. On the contrary, wherever it was able to evolve and spread its influence, this vision was shown neither to be wishful thinking nor impractival romanticism. For this there was the evidence of what had been attempted and achieved in colonial regions from which the colonial power had been sufficiently evicted – in ‘‘liberated zones‘‘, as they were usually called. Here it was sometimes possible, even while the wars continued, to watch the revival and practical operation of forms of local self-administration.'' (Davidson 1992/2000: 307)

Montag, 10. Januar 2011

The illusion of democracy

Lebst Du in einem undemokratischen Land? Bist Du etwa nicht gewillt, die Demokratie in Deinem Land einzuführen? Oder willst Du es schon, nur kannst Du es nicht? Ja, das klingt wahrscheinlicher und es stört Dich bestimmt! Keine Sorge, die Demokratie ist bereits auf'm Weg zu Dir!

Ist sie schon angekommen? Wenn ja: Stehen Wahlen an? Zerbrichst Du Dir den Kopf darüber, wen Du als Deinen Vertreter, als den Vertreter Deines ganzen Volkes wählen sollst? Fragst Du Dich, ob Du lieber rechts, oder doch etwa links wählen sollst? Mach Dir keinen Kopf!


Democracy is the freedom to elect our own dictators or murderers!
Cheers!

Dienstag, 4. Januar 2011

Ein homophober Freiheitsfreund – kein Widerspruch!

von Tomasz M. Froelich
Angeregt durch TOMMY CASAGRANDE las ich gestern ,,Die Irrtümer des Hans-Hermann Hoppe‘‘ von BIJAN NOWROUSIAN und OLIVER MARC HARTWICH, welche auf der Website der Achse des Guten publiziert wurden. HANS-HERMANN HOPPE (siehe Photo!) als radikaler Anarchokapitalist mit einer Vorliebe für konservativen Lebensstil und Werte gilt in der libertären Szene als nicht ganz unumstritten. Verantwortlich hierfür sind z.B. Hoppes kontroverse Aussagen über Homosexuelle. Inwieweit Hoppes Aussagen reine Provokation sind, oder nicht, bleibt dahingestellt. Fakt ist, dass es Menschen gibt, die sich den durch die Apologeten der politischen Korrektheit sehr eng gesetzten Grenzen des Diskurses widersetzen möchten und dabei oft Sachen sagen, die sie gar nicht vertreten und dabei einfach nur Intention haben, die engen Grenzen des durch die politische Korrektheit dominierten Diskurses auszuweiten oder gar ganz zu sprengen. Manche Menschen verspüren den Drang zu polarisieren und zu provozieren. Auch ich gehöre dazu. Und Hoppe womöglich auch, doch das bleibt Spekulation.
Nowrousian und Hartwich wagen die Spekulation und attestieren Hoppe, durch das Abdrucken libertärer Aufsätze in Magazinen von Holocaust-Leugnern, eine zumindest strategische Nähe zu und Kooperation mit rechtsextremen, neonazistischen, homophoben und intoleranten Kreisen, woraus sie unter anderem schliessen ,,dass Hoppes Libertarismus genau das Gegenteil des Liberalismus ist und eine Gefahr für die Freiheit darstellt‘‘ (Nowrousian; Hartwich 2005).
Eine schlichte, aber gleichsam geniale Widerlegung der Vorwürfe, wonach Hoppe eine Gefahr für die Freiheit darstellt, findet sich bei THORSTEN BOIGER in seinem Text ,,Von scheinbaren Irrtümern und sogenannten "Liberalen"‘‘:

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