Samstag, 20. November 2010

Es lebe die Korruption!

von Tomasz M. Froelich 
Oft liest und hört man, dass in einigen Staaten die Korruption zunimmt. Große Besorgnis macht sich breit. Es findet quasi ein richtiger Korruptionswettbewerb statt, auch wenn keine Medaillen vergeben werden. Als Maßstab für diesen Wettbewerb wird der ,,Internationale Korruptionsindex'' von Transparency International - einer NGO - herangezogen. Es gewinnen natürlich die Staaten, mit dem niedrigsten Korruptionsgrad.
Doch was konkret ist Korruption? Aus juristischer Perspektive betrachtet bezeichnet Korruption den Missbrauch oder die Missachtung einer Vertrauensstellung in der Verwaltung, Justiz, Politik, Wirtschaft etc. pp., aus der ein materieller oder immaterieller Vorteil gezogen wird, auf den rechtlich gesehen gar kein Anspruch besteht. Korruption ist also ein Verstoß gegen das Gesetz.
Doch wer definiert das Gesetz? Der Staat. Was ist der Staat? RANDY E. BARNETT antwortet: ,,Der Staat, als Staat betrachtet, ist [...] ein rechtswidriges System’’ (Barnett 1976: 7), man denke nur an den kriminellen und auf Zwang basierenden Steuerraub, der dem Staat seine Existenzgrundlage gibt oder weitere Freiheitseinschränkungen und Repressionen, die vom Staat ausgehen.
Ist es dann noch falsch, sich einem an sich rechtswidrigen System zu widersetzen, sprich: korrupt zu sein? Nein, denn dann müsste man auch Notwehr verbieten, was kein halbwegs ernstzunehmender Mensch fordern kann. MURRAY N. ROTHBARD schreibt:
,,Ein ,,korrupter Staat'' ist daher nicht unbedingt etwas schlechtes. Verglichen mit einem ,,unbestechlichen Staat'', dessen Beamte die Gesetze mit großer Strenge durchsetzen, erlaubt ,,Korruption'' zumindest ein teilweises Blühen freiwilliger Geschäfte und Betätigungen. In beiden Fällen sind natürlich weder die Reglementierungen und Verbote noch die Vollstrechungsbeamten selbst gerechtfertigt, da es überhaupt keine Beamten oder staatliche Forderungen geben sollte.'' (Rothbard 2000: 190)
Systeme, wie die Sowjetunion konnten sich nur deshalb halbwegs lange halten, da es eine Schattenwirtschaft gab, die durch Bestechung der Staatsdiener durch das in der Schattenwirtschaft tätige Privatunternehmertum ermöglicht wurde. (vgl.: Miller 1963; 23-30) Andernfalls wäre der wirtschaftliche Kollaps der realsozialistischen Staaten viel eher eingetreten. Und ein korrupter Nazi, der gelegentlich jemanden entkommen liess, war sicherlich ein besserer Mensch, als der unbestechliche, rechtstreue Nazi, der alle ihm erteilten Befehle exekutierte. Es ist nunmal wie folgt:
Good people break bad laws!
Deshalb sind die auf Willkür basierenden Berechnungsparameter des ,,Internationalen Korruptionsindex'', eben jener an sich und die auf Willkür basierenden, von den Staaten definierten Gesetze nicht ernst zu nehmen; vielmehr ist das Gegenteil der Fall.
__________________________________
L I T E R A T U R

Barnett, Randy E. (1976): Fuller, Law, and Anarchism. In. The Libertarian Forum, Februar 1976.

Miller, Margaret (1963): Markets in Russia. In: Miller, M.; Piotrowicz, T.; Sirc, L.; Smith, H. (Hrsg.): Communist Economy Under Change. London: Institute for Economic Affairs, S. 23-30.

Rothbard, Murray N. (2000): Die Ethik der Freiheit. Sankt Augustin: Academia.

Mittwoch, 17. November 2010

Films, critics and you

von Leon Graf
When my young love-life reached the point of aimlessness and more serious unanswered questions about life had arised, one answer was already there and definite: I never wanted to be a film critic!

Everytime when I scrolled through a newspaper or magazine and a critique appeared, I thought to myself: Why would anybody want to read this? The most common answer by relatives and friends was: "People read this because they want to know whether they should go see the movie or not."