Libertäres Internet-TV

Samstag, 19. Juni 2010

Jörg Guido Hülsmann - Brauchen wir staatliche Armenhilfe?


von Tomasz M. Froelich
Umverteilung der Einkommen qua Steuerzwang wird in heutigen Zeiten als ein Hauptzweck moderner Staaten gesehen, um zwei Funktionen zu erfüllen: ,,Die erste von ihnen ist egalitärer Natur: Jeder Untertan der Regierung soll – unabhängig von allen anderen Erwägungen wie Leistung, Verdienst usw. – möglichst das gleiche Einkommen beziehen und die gleichen Lebensumstände genießen. Die zweite Zielsetzung ist sehr viel bescheidener: Nur diejenigen sollen in den Genuß staatlicher Umverteilung kommen, die sich nicht aus eigener Kraft helfen können. Es geht mit anderen Worten um Hilfe für die Armen und Schwachen der Gesellschaft, für jene, "die durch das soziale Netz gefallen sind". (Hülsmann 1998)


Menschen sind qua Natur unterschiedlich, ungleich. Diese Ungleichheit spiegelt sich zwangsweise in den Lebensumständen nieder. Verfolgt man nun eine Politik egalitäter Gleichheit, so macht dies einen totalen Staat, der in die Privatheit gesellschaftlicher Individuen interveniert, unabdingbar. Gewährt man dem Staat diese Intervention, so geht damit ein exorbitanter Machtzuwachs des Staates einher: ,,Je gleicher die Individuen durch eine egalitäre Politik gemacht werden, desto deutlicher treten auch noch die kleinsten Ungleichheiten hervor und desto umfassender muß die Macht des Staates sein, um diese immer kleiner werdenden Unterschiede zu planieren.'' (ibid.)
Ferner bleibt kritisch zu hinterfragen, ob egalitäre Gleichheit überhaupt als Ideal anzusehen ist. Die großen Diktatoren vergangener und dieser Zeiten haben egalitäre Gleichheit als Ideal bejaht. Die Konsequenzen dieser diktatorischen Politik egalitärer Gleichheit sind uns allen hinlänglich bekannt.