Sonntag, 30. Mai 2010

Murray N. Rothbard; Thomas Paine - Antwort auf die Frage, wie Staaten entstanden sind

Der Mensch wird durch seine Geburt mehr oder weniger durch Zwang Mitglied einer Nation, die üblicherweise in einem Staat zusammengefasst wird. Dabei ist jeder Mensch individuell. So individuell, dass es abstrus erscheint, ihn als Mitglied eines Millionen- oder gar Milliardenkollektivs betrachten zu können. Dies ist dennoch zur globalen Routine geworden und führt nicht selten zu gesellschaftlichen Turbulenzen. Dennoch haben die Staaten dieser Erde die Kompetenz dazu, dies zu tun. Staaten besitzen bestimmte Monopole, sind also gegenüber den Individuen oder anderen Institutionen privilegiert.
Woher kommt diese omnipotente Position des Staates? Oft ist von einem Gesellschaftsvertrag die Rede. Ist der Staat das Resultat eines ,,Gesellschaftsvertrags'', so scheint es nur drei Möglichkeiten zu geben, wie ein Staat entstanden sein könnte:1. Es gab und gibt keinen Gesellschaftsvertrag bzw. er wurde nie unterschrieben, womit der Staat also auf Unfreiwilligkeit/Unterdrückung beruht.2. Jedes Individuum hat ihn freiwillig unterschrieben, was tatsächlich rechtens wäre. Das ist gewiss nicht der Fall.3. Der Gesellschaftsvertrag beruht auf einer stillschweigenden Einwilligung, was äußerst utopisch erscheint.
(Dank an Niklas Fröhlich, für die kurze Zusammenfassung dieser drei Optionen)
Offensichtlich scheint die erste Variante diejenige zu sein, die der Wahrheit am nahesten ist (so hat z.B. der Autor dieses Textes weder einen Gesellschaftsvertrag freiwillig unterschrieben, geschweige denn ihn stillschweigend akzeptiert). Zur Erklärung der omnipotenten Rolle der Staaten und ihren Entstehungen kann daher folgende Erklärung nützlich sein: ,,[J]eder Staat, dessen Daten verfügbar sind, entstand durch einen Prozeß von Gewalt, Eroberung und Ausbeutung, kurzum auf eine Art, […] [die] individuelle Rechte verletzte.’’ (Rothbard 2000: 231) So brachten dem Staat ,,wilde Manieren oder überlegene Schlauheit […] den Titel des Räuberhauptmanns […], der durch Vermehrung seiner Macht und Ausweitung seiner Raubzüge die Ruhigen und Schutzlosen zum Kauf ihrer Sicherheit durch häufige Zahlungen einschüchterte.'' (Paine 1945: 13) Dieser ,, ,Vertrag’, um den es [Thomas Paine, Anm.: T.M.F.] geht, [hat] das Wesen einer ,Schutzgelderpressung’ […] und nichts, daß […] an eine freiwillige Übereinkunft erinnert.’’ (Rothbard 2000: 231)

Staaten, die derzeit eine gewisse Stabilität vorweisen tun das vielleicht deshalb, weil die Omnipotenz des Staates so enorm ist, dass er nicht mehr hinterfragt wird. In Ländern hingegen, in denen der Staat eine Omnipotenz nicht aufbauen konnte, ist er als ,,failed state’’ gescheitert._____________________________________________________L I T E R A T U R
Paine, Thomas (1945): Common Sense. In: Foner, Philip S. (Hrsg.): The Complete Writings of Thomas Paine. New York: Citadel Press.
Rothbard, Murray N. (2000): Die Ethik der Freiheit. Sankt Augustin: Academia.

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