Freitag, 5. März 2010

Ludwig von Mises - Die Ungleichheit der Einkommens- und Vermögensverhältnisse

Oft hört man im politischen Diskurs, in der Bundesrepublik Deutschland vor allem aus den Reihen der Freidemokraten, Sätze wie: ,,wer arbeitet muss mehr verdienen als jemand, der nicht arbeitet'' und ,,Leistung muss sich lohnen''. Dies ist durchaus korrekt!
Eine gleichmäßige Verteilung der Güter, wie sie von so manchem Sozialisten propagiert wird, ist Nonsens:
,,Gegen diesen Vorschlag ist zunächst die Einwendung zu machen, daß dadurch nicht viel geholfen wäre, weil die Zahl der Minderbemittelten im Vergleich zu der der Reichen ungeheuer groß sei, so daß jeder einzelne von einer solchen Verteilung nur einen recht unbedeutenden Zuwachs an Wohlfahrt zu erwarten habe.'' (Mises 1927: 27)
Die Ungleichheit der Eigentumsverhältnisse ist von fundamentaler Bedeutung für eine optimale Wirtschaftsentwicklung, da sie ,,jeden anspornt, soviel als möglich und mit dem geringsten Aufwand an Kosten zu erzeugen'' (ibid.: 28). Daraus resultiert der Reichtum, den die Menschheit nun verzehren kann. ,,Würde man diesen Antrieb beseitigen, so würde man die Ergiebigkeit der Produktion so sehr herabdrücken, daß die Kopfquote des Einkommens bei gleichmäßiger Verteilung tief unter das fallen würde, was selbst der Ärmste heute erhält.'' (ibid.) Ungleichheiten in den Eigentumsverhältnissen generieren Motivation zu einer effizienten Produktion, welche wiederum gesellschaftlichen Reichtum generiert.
Kritik an einem luxuriösen Lebensstil der Reichen, welcher oft und gern als verschwenderisch diffamiert wird, liegt in unserer heutigen Gesellschaft hoch im Kurs. Diese Kritik ist haltlos:
,,[D]er Luxus von heute ist das Bedürfnis von morgen. Aller Fortschritt tritt zuerst als Luxus der wenigen Reichen ins Leben, um dann nach einiger Zeit das selbstverständliche Bedürfnis aller zu werden. Der Luxus gibt dem Konsum und der Industrie die Anregungen, Neues zu erfinden und einzuführen. Er ist eine der dynamischen Einrichtungen unseres Wirtschaftslebens.'' (ibid.: 29)
Diese produktive Funktion des Luxus wird gerne verkannt. Ein mögliches Indiz hierfür könnte der Neid sein, der in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist. In Wirklichkeit ist der Luxus ein Wegweiser für die Zukunft. War früher der Besitz eines Automobils oder eines Telephons eine Sensation, die nur privilegierten Schichten zugänglich war, so gehören diese Produkte mittlerweile zum Standard in niederen Schichten. Es lebe der Luxus!
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L I T E R A T U R :
Mises, Ludwig von (1927): Liberalismus. Stuttgart; Jena: Gustav Fischer Verlag.

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