Freitag, 27. November 2009

Frederic Bastiat - ,,Was man sieht und was man nicht sieht’’

Frederic Bastiat beschreibt in seinem Werk ,,Was man sieht und was man nicht sieht’’, was einen schlechten von einem guten Ökonomen unterscheidet.
Bastiat stellt fest:
,,Im Bereich der Ökonomie ruft eine Handlung, eine Gewohnheit, eine Einrichtung, ein Gesetz nicht nur eine einzige Wirkung hervor sondern eine Reihe von Wirkungen. Von diesen Wirkungen ist nur die erste direkt, sie zeigt sich gleichzeitig mit ihrer Ursache, man sieht sie. Die anderen entwickeln sich erst nach und nach, man sieht sie nicht; glücklich wenn man sie vorhersieht.’’ (Bastiat 1850)

Ein guter Ökonom ist folglich einer, der sich nicht nur auf die direkte, sondern auch auf die indirekte Wirkung, also die, die man nicht sieht, konzentriert. Somit agiert er freilich nach dem Prinzip der Langfristigkeit. Das Beachten der indirekten Wirkung ist indes enorm wichtig, ,,denn es ist fast immer so, dass die unmittelbare Folge günstig ist und die letztendlichen Folgen unheilvoll und umgekehrt.’’ (ibid.) Daraus resultiert, dass der schlechte Ökonom kurzlebige Optimierung anstrebt, aus der sich langfristig ein großes Übel entwickelt. Der gute Ökonom hingegen agiert umgekehrt – er riskiert ein kleines gegenwärtiges Übel, um daraufhin eine langfristige Optimierung zu erstreben.
Die Geschichte der Menschheit bezeugt, dass es viele schlechte Ökonomen gab und gibt, die nur die direkte Wirkung einer Handlung, eine die man sieht, sahen.