Samstag, 24. Oktober 2009

Arthur B. Laffer und seine Kurve – Mehr Steuereinnahmen durch niedrigere Steuern

Arthur B. Laffer, US-Ökonom und Befürworter einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik, falsifizierte mit seiner berühmten Laffer-Kurve die bei vielen sozialistischen Ökonomen zum Dogma gewordene wirtschaftsmathematische Gleichung ,,höhere Steuern = höhere Steuereinnahmen’’ (vgl.: Laffer 2004):
Beträgt der Steuersatz 0%, so sind die Steuereinnahmen dementsprechend null. Wird der Steuersatz sukzessive erhöht, so steigen auch die Steuereinnahmen. Dies geschieht allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt. Wird ab diesem Punkt, der kaum exakt zu definieren ist, der Steuersatz weiter erhöht, so sinken die Steuereinnahmen fortwährend. Bei einem Steuersatz von 100% sinken die Steuereinnahmen auf null herab.
Dieser Rückgang an Steuereinnahmen trotz höherer Steuersätze entsteht aufgrund mehrerer Faktoren:
So führen höhere Steuersätze zu einem Rückgang des volkswirtschaftlichen Outputs, der aus einem reduzierten Arbeitseinsatz resultiert, welcher wiederum die Konsequenz einer sinkenden Arbeitsmotivation ist. Es ist logisch, dass die Motivation zur Arbeit abnimmt, wenn man einen höheren Anteil an den Fiskus zu zahlen hat.
Zudem nimmt für die Arbeitgeber die Motivation ab, potentielle Arbeitnehmer einzustellen. Dies liegt vor allem an den finanziellen Faktoren höherer Steuern – ein Arbeitgeber kann es sich bei hohen Steuersätzen kaum leisten, potentielle Arbeitnehmer einzustellen. Finanzstarke Großunternehmen könnten mit einer solchen Steuerstruktur noch einigermaßen zurechtkommen, der Mittelstand hingegen hätte damit ärgere Probleme.

Steuererhöhungen sind also weder für die Arbeitnehmer, noch für die Arbeitgeber attraktiv. Summa summarum führen Steuererhöhungen also zu einer größeren Arbeitslosigkeit.
Der signifikante Vorteil von niedrigen Steuern hingegen ist folgender:
Die Motivation zur Arbeit nimmt stark zu. Ein weiterer Katalysator für diesen Effekt wäre übrigens eine Reduktion wohlfahrtsstaatlicher Leistungen, da sich so produktive Arbeit stärker lohnen würde.
Die Motivation potentielle Arbeitnehmer einzustellen ist für den Arbeitgeber bei niedrigen Steuern ebenfalls größer, da ökonomisch machbar.
Summa summarum führen niedrigere Steuern neben den angesprochenen Effekten zu einer stärkeren Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und somit zu einer höheren Produktivität, Qualität, niedrigeren Preisen, Beseitigung der Schwarzarbeit und allen anderen ökonomischen Annehmlichkeiten. Die arbeitenden Menschen zahlen fortan proportional zwar weniger Steuern, aber es zahlen mehr Leute steuern. Es entsteht ein Plus an Steuereinnahmen.
Empirische Beweise, die die Annahme der Laffer-Kurve stützen, gibt es auch:
,,In 1924, Secretary of Treasury Andrew Mellon wrote, "It seems difficult for some to understand that high rates of taxation do not necessarily mean large revenue to the Government, and that more revenue may often be obtained by lower rates." Exercising his understanding that "73% of nothing is nothing" he pushed for the reduction of the top income tax bracket from 73% to an eventual 24% (as well as tax breaks for lower brackets). Personal income-tax receipts rose from $719 million in 1921 to over $1 billion in 1929, which supporters attribute to the rate cut.'' (Folsom Jr. 2007: 103)
Auch die polnische Ökonomie machte ähnliche Erfahrungen: Zwischen 1999 und 2002 wurde die Verbrauchssteuer für alkoholische Produkte erhöht. Die Steuereinnahmen aus dieser Verbrauchssteuer sanken in der Folgezeit. 2002 wurde die Verbrauchssteuer für diese Produkte wieder gesenkt - Effekt: die Steuereinnahmen stiegen.
Auch die Steuersenkungen für Unternehmer aus dem Jahre 2004 hatten einen positiven Effekt auf den polnischen Staatshaushalt. Sie führten zu Mehreinnahmen von ca. 8 Milliarden polnische Zloty.
Von Gegnern von Steuersenkungen werden als Gegenargument die tax cuts angegeben, die unter US-Präsident Ronald Reagan eingeführt wurden. Gegen Ende der Präsidentschaft Reagans nahm das Staatshaushaltsdefizit der U.S.A. evident zu. Die Gegner von Steuersenkungen führten diesen Zustand auf die sukzessiven Steuersenkungen zurück. Dieses Gegenargument entbehrt jedoch jeglicher ökonomischer Realität. Die Steuersenkungen sorgten de facto für mehr Steuereinnahmen, das Staatshaushaltsdefizit nahm jedoch dennoch zu, was vor allem an den enormen, expansiven Aufrüstungsausgaben gelegen hat. Es handelt sich hierbei also um einen politischen Sonderfall.
Der wahre Liberale plädiert jedoch in keiner Weise für den Staat als ökonomischen Akteur. Vielmehr sollte die ökonomische Aktivität und die Legitimation für Entscheidungen auf den gesellschaftlichen Individuen konzentriert sein. Expansive Staatsausgaben lähmen die private Aktivität. Deshalb geht es auch gesamtgesellschaftlich nicht darum, dem Staat ein Maximum an Steuereinnahmen zu bescheren. Vielmehr sollte der Staat aus minarchistischer Sicht lediglich die wenigen Mittel erhalten, um die für ihn vorgesehenen Aktivitäten realisieren zu können, aus anarchokapitalistischer Sicht hingegen gar keine Mittel erhalten.
Und hier schließt sich der Kreis mit einer letzten Erklärung, weshalb ein Steuersatz von 0% wesentlich optimaler ist als ein solcher von 100%. Bei einem Steuersatz von 0% existiert eine große Motivation zur Arbeit. Jeder wird arbeiten wollen, ja müssen. Es werden keine Mittel an einen Souverän abgegeben und so wird der Gesellschaft eine Selbstverantwortung auferlegt, mit der sie zurechtkommen kann. Beträgt der Steuersatz 100% gibt es gar keine Motivation zu produktiver Arbeit. Die Gesellschaft würde nichts tuend zugrunde gehen.
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L I T E R A T U R


Folsom Jr., Burton W. (2007): The Myth of the Robber Barons. Young America's Foundation.

Laffer, Arthur B. (2004): The Laffer Curve: Past, Present, and Future. In: The Heritage Foundation. 01/VI/2004. URL: http://www.heritage.org/Research/Taxes/bg1765.cfm [Zugriff: 15/X/2009].

Kommentare:

  1. 0% wäre trotzdem unglaublich unproduktiv, da der Staat durch Infrastruktur den Ertrag der Industrie maßgeblich erhöt. Demnach ist eventuell sogar ein höherer Steuersatz besser, da dadurch theoretisch mehr für die Bürger und Unternehmen getan werden könnte. Bessere Infrastruktur, bessere Bildung -> Mehr Gewinn für Unternehmen (in vielen Branchen). Und wenn mich nicht alles täuscht, ist die Aussage eines Menschen kein empirischer Beweis. Du musst vorsichtig sein mit sowas. Letztendlich ist es nur für dich ein Beweis, weil du bereits vorher der Meinung warst. Das ist als würdest du jemandem von Gott überzeugen wollen, indem du ihm sagst, dass du Gott gehört/gesehen hast.

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  2. Naja, aber in den Studien, in denen die Konsequnezen von Steuererhöhungen und Steuersenkungen gemacht wurden, führten letztere zumeist zu höherem Staatsbudget. Dies veranlasste schließlich Laffer dazu, insgesamt zu niedrigeren Steuersätzen zu tendieren. Und Laffer ist wahrlich kein ,,Ideologe'' unter den Ökonomen, sondern viel eher ein Pragmatiker.
    Für 0% bin ich ja auch gar nicht, würde sie aber als wesentlich effizienter als 100% erachten. Bei 100% würde niemand arbeiten und wenn doch, dann wäre er ein Sklave.
    Der Steuersatz sollte dennoch minimal sein, da es viel effizienter wäre, den Staat als Akteur zu reduzieren, um z.B. Monopole und mangelnde Konkurrenz zu verhindern. Bei der Infrastruktur, z.T. bei der Bildung und der Polizei sollte der Staat hingegen mitwirken.

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  3. Masz stuprocentowa racje.Jesli obniza mi podatek o np. 20% to zatrudnie natychmiast nowa " pomoc" a tak przy prawie 50% wlasnie jedna zwolnilem.Przeciez to proste jak konstrukcja parasola i trzeba byc debilem albo niemieckim Finanzminister zeby tego nie rozumiec! I jeszcze jedno, obnizenie podatkow jest jedyna droga do ukrocenia "czarnej roboty"! Dziekuje. Pozdrowienia gorace - wujek

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