Donnerstag, 24. Dezember 2009

Frederic Bastiat: Was man sieht und was man nicht sieht: II. Die Entlassung

Sicherheit ist für jede Nation ein wertvolles Gut. Jedes Volk sehnt sich nach Sicherheit. Nehmen wir mal an, dass unser Volk eine Hunderttausend-Mann-Armee brauchen würde, um national gesichert zu sein. Eine solche Equipe würde freilich nicht für umsonst arbeiten. Die Bürger müssten im Sinne ihrer nationalen Sicherheit ein Opfer bringen und die Equipe durch Steuern subventionieren. Nehmen wir diesbezüglich mal an, dass der Erhalt dieser hunderttausend Mann hundert Millionen kosten würde, also pro Kopf eintausend.
Das Volk ist bereit, dieses Opfer für die nationale Sicherheit zu bringen.
Nun fordert ein Parlamentarier: ,,Lasset’ uns die hunderttausend Mann entlassen, so sparen wir dem Steuerzahler hundert Millionen per anno!’’
Sofort protestiert ein anderer Abgeordneter:
,,Hunderttausend Mann entlassen! Wo denken Sie hin? Was wird aus ihnen werden? Wovon werden sie leben? Etwa von Arbeit? Aber wissen Sie nicht, dass an Arbeit überall Mangel ist? Dass alle Berufe überfüllt sind? Wollen Sie die Männer auf den Markt werfen, um die Konkurrenz zu vermehren und auf die Löhne drücken? […] [I]st es […] nicht ein glücklicher Umstand, wenn der Staat hunderttausend Personen Brot gibt? Ziehen Sie außerdem in Betracht, dass die Armee Wein, Kleider, Waffen konsumiert, dass sie so die Aktivität in den Fabriken, in den Garnisonsstädten verbreitet und dass sie zu guter Letzt die Vorsehung für ihre unzählbaren Lieferanten darstellt. Zittern Sie nicht bei der Idee, diese mächtige industrielle Bewegung aufzulösen?’’ (Bastiat 1850)

Freitag, 18. Dezember 2009

Polens politische Situation und Entwicklung, Pilsudskis Sanacja-Regime und Dmowskis Endecja-Bewegung in der Zwischenkriegszeit

I. Das unterdrückte Polen
Polen war zwischen 1795 und 1919 über 123 Jahre praktisch ein nicht existenter Staat. Erst infolge des Endes des 1. Weltkriegs und der Bestimmungen des Versailler Vertrags wurde Polen zu einer international anerkannten, autonomen Republik. Zuvor lebten die Polen ,,als Untertanen des russischen Zaren, des deutschen Kaisers und des Kaisers und Königs von Österreich-Ungarn’’. (Davies 2001: 100) Die Wiedergeburt des autonomen Polens resultiert aus den Prozessen im und um den 1. Weltkrieg, der die drei großen Reiche quasi gegeneinander aufmarschieren ließ und so ihre Zerstörung provozierte. Im Laufe des 1. Weltkriegs wurde Polen ,,als eine der alliierten Mächte anerkannt, und die Unabhängigkeit Polens wurde als eines der Kriegsziele der Alliierten beschlossen.’’ (ibid.: 101)

II. Unabhängigkeitsprozesse in Polen
Diese Aussicht auf Autonomie löste bei den Polen rege politische Aktivität aus. Zwei Pioniere polnischer Autonomiebestrebungen waren Józef Pilsudski, der, zeitweise im Gefängnis weilend, mit seiner Polnischen Nationalorganisation (PON) mit direkteren, auch militärischen Mitteln für eine polnische Unabhängigkeit kämpfte, und Roman Dmowski, der mit seinem Polnischen Nationalkomitee (KNP) darum bemüht war, das Ziel der Unabhängigkeit Polens mit diplomatischen Mitteln und Kooperation mit den Alliierten zu erreichen. All dies geschah in einer Atmosphäre der Zerstörung – polnisches Territorium war ein zentraler Schauplatz der Aggression des 1. Weltkriegs.
Einen entscheidenden Beitrag zu Polens Unabhängigkeit leisteten indes die Deutschen:

Sonntag, 6. Dezember 2009

Otto Graf Lambsdorff tot! Ihm gilt Dank!

Gestern, am 05/XII/2009 verstarb der ehemalige, langjährige Wirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland Otto Graf Lambsdorf (FDP; *1926, †2009) im Alter von 82 Jahren.
Graf Lambsdorff war von 1972 bis 1998 Bundestagsabgeordneter der FDP, deren wirtschaftspolitischer Sprecher er von 1972 bis 1977 und 1985 bis 1997 war. Von 1977 bis 1984 war er Wirtschaftsminister und von 1988 bis 1993 Bundesvorsitzender der FDP.
Er war durch sein legendäres Lambsdorff-Papier einer der Hauptprotagonisten des Bruches der sozialliberalen Koalition. Seiner Meinung nach liess sich wirtschaftlicher Aufschwung nicht mit den Prinzipien der Sozialdemokratie vereinbaren. Lambsdorff selbst war ein Verfechter marktwirtschaftlicher Prinzipien. Sein Papier ebnete den Weg zu einer Koalition mit den Christdemokraten unter Führung von Bundeskanzler Helmut Kohl.
Der gelernte Jurist und Staatswissenschaftler trug mehr als die meisten, auch liberaleren Parlamentarier zu Liberalisierungen in der deutschen Wirtschaft bei. Mit dem einher ging ein stärkeres Wirtschaftswachstum. Ihm gilt Dank!

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Frederic Bastiat: Was man sieht und was man nicht sieht: I. Die zerbrochene Scheibe

Ein braver Bürger gerät in Rage, nachdem ihm sein missratener Sohn eine Scheibe zerbricht. Sofort versuchen die Mitmenschen des braven Bürgers ihm Trost zu spenden und wenden dabei interessante, zum Dogma der Ökonomie gewordene, aber grundsätzlich falsche ökonomietheoretischen Floskeln an:
,,Unglück ist zu etwas nutze. Solche Unfälle geben der Industrie ihr Auskommen. Alle Welt muss leben. Was würde aus dem Glaser, wenn man niemals Scheiben zerschlüge?’’ (Bastiat 1850)
Nun ja, berücksichtigt man nur die direkte Wirkung, also die, die man sieht, so ist diese Floskel sicherlich nicht zu negieren: Der brave Bürger entrichtet einen Betrag an den Glaser, jener freut sich über die Reparaturarbeit und noch viel mehr über das Geld.
,,Aber wenn man so ableitet […] , dass es gut ist, Scheiben zu zerschlagen, dass das Geld in Umlauf bringt, dass dadurch die Industrie im allgemeinen gefördert wird, sehe ich mich gezwungen aufzuschreien: Haltet ein! Ihre Theorie bleibt bei dem stehen, was man sieht, sie berücksichtigt nicht, was man nicht sieht.’’ (ibid.)
Was sieht man nicht? Man sieht nicht, dass der brave Bürger, der die Kosten für die Reparatur seiner Scheibe zu entrichten hat, dieses Geld nicht mehr für etwas anderes ausgeben kann. Er hätte sich Schuhe, Bücher oder sonst was holen können. ,,Kurz, er hätte mit […] [dem Geld, Anm.: T.M.F.] irgendetwas gemacht, was er nun nicht macht.’’ (ibid.) Die Industrie im Ganzen profitiert somit auch nicht vom Scheibenbruch. Zwar wird die Glasindustrie gestärkt, einer anderen Industrie hingegen werden diese Einnahmen verweigert.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Milton Friedman - ,,Kapitalismus und Freiheit'' (kurzes Abstract)

Für Friedman ist wirtschaftliche Freiheit sowohl eine Komponente als auch eine conditio sine qua non für politische und persönliche Freiheit. Die Wirtschaftsorganisationsform, die wirtschaftliche und zugleich politische Freiheit ermöglicht, ist der Wettbewerbskapitalismus, der auf den Prinzipien des freiwilligen Handel(n)s und der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung basiert und der ,,die wirtschaftliche Macht von der politischen Macht trennt und es dabei beiden Mächten ermöglicht, sich gegenseitig zu neutralisieren.’’ (Friedman 2007: 32)
Historische Evidenz für diese These liefern politökonomische Prozesse des 19. und 20. Jahrhunderts: Zu dieser Zeit etablierten sich kapitalistische Institutionen und der freie Markt und mit ihnen die politische Freiheit. Zuvor beherrschten ,,stets Tyrannei, Knechtschaft und Elend’’ (ibid.) die Geschichte der Menschheit. ,,Jede Art einer Regierungsintervention beschränkt direkt das Feld der individuellen Freiheit’’ (ibid.: 56), deshalb gilt es sie soweit wie möglich zu eliminieren, zumal ,,die Funktion des Marktes darin [besteht], dass er Übereinstimmung ohne Konformität zulässt’’ (ibid.: 46).
Dennoch ist die Existenz einer Regierung unabdingbar. Sie definiert die ,,Spielregeln’’ für die im freien Markt (inter-)agierenden Akteure und kontrolliert deren Einhaltung. Dabei hört die Freiheit der Akteure dort auf, wo sie die Freiheit anderer gefährdet. Ein gewisses Maß an Paternalismus gegenüber nicht verantwortungsvollen Akteuren (Irre, Kinder) ist stets notwendig. (vgl. ibid.: 57f.)
Politische und wirtschaftliche Machtkonzentration sollen vermieden werden, da Machtmonopolstellungen zu potentieller Zwangsausübung führen können. Dies widerspricht der liberalen Maxime des freien Willens.
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Literatur:
Friedman, Milton (2007): Kapitalismus und Freiheit. München: Piper.

Freitag, 27. November 2009

Frederic Bastiat - ,,Was man sieht und was man nicht sieht’’

Frederic Bastiat beschreibt in seinem Werk ,,Was man sieht und was man nicht sieht’’, was einen schlechten von einem guten Ökonomen unterscheidet.
Bastiat stellt fest:
,,Im Bereich der Ökonomie ruft eine Handlung, eine Gewohnheit, eine Einrichtung, ein Gesetz nicht nur eine einzige Wirkung hervor sondern eine Reihe von Wirkungen. Von diesen Wirkungen ist nur die erste direkt, sie zeigt sich gleichzeitig mit ihrer Ursache, man sieht sie. Die anderen entwickeln sich erst nach und nach, man sieht sie nicht; glücklich wenn man sie vorhersieht.’’ (Bastiat 1850)

Ein guter Ökonom ist folglich einer, der sich nicht nur auf die direkte, sondern auch auf die indirekte Wirkung, also die, die man nicht sieht, konzentriert. Somit agiert er freilich nach dem Prinzip der Langfristigkeit. Das Beachten der indirekten Wirkung ist indes enorm wichtig, ,,denn es ist fast immer so, dass die unmittelbare Folge günstig ist und die letztendlichen Folgen unheilvoll und umgekehrt.’’ (ibid.) Daraus resultiert, dass der schlechte Ökonom kurzlebige Optimierung anstrebt, aus der sich langfristig ein großes Übel entwickelt. Der gute Ökonom hingegen agiert umgekehrt – er riskiert ein kleines gegenwärtiges Übel, um daraufhin eine langfristige Optimierung zu erstreben.
Die Geschichte der Menschheit bezeugt, dass es viele schlechte Ökonomen gab und gibt, die nur die direkte Wirkung einer Handlung, eine die man sieht, sahen.

Freitag, 30. Oktober 2009

Peter T. Bauer: Wirtschaftswachstum und die neue Orthodoxie


Peter T. Bauer war einer der Pioniere der neoliberalen Entwicklungsökonomie. Er war stets der Überzeugung, dass Eigeninitiative die führende menschliche Kraft der Entwicklung sei. Daher lehnte er interventionistische Entwicklungshilfe kategorisch ab, da sie den unternehmerischen Elan der Menschen hemme.


Besorgt stellt Bauer in seiner Schrift ,,Wirtschaftswachstum und die neue Orthodoxie’’ aus dem Jahre 1958 fest, dass sich ein entwicklungspolitisches Dogma etabliert hat, welches er als neue Orthodoxie bezeichnet. Diese neue Orthodoxie gehe von falschen Grundannahmen aus. So kritisiert Bauer die kategorische Einteilung der Welt in fortgeschrittene Nationen, wie etwa die U.S.A. und die Staaten Westeuropas auf der einen, und ,,unterentwickelte’’ Staaten auf der anderen Seite. Letztere seien angeblich ,,in einem Teufelskreis der Armut gefangen, der durch die normalen nationalen und internationalen Prozesse privaten Handels und privater Investitionen nicht durchbrochen werden könne.’’ (Bauer 2008: 195) Diese Doktrin des Teufelskreises der Armut ist ein Mythos. Dennoch ist ein Gros populärer Entwicklungstheoretiker der Ansicht, man müsse den ,,unterentwickelten’’ Staaten mit groß geplanten, staatlichen Maßnahmen wirtschaftlich auf die Sprünge helfen. Bauer sieht hierin das Risiko, dass die ,,unterentwickelten’’ Staaten
,,sich in Richtung Sozialismus, wenn nicht gar Kommunismus, entwickeln könnten. Schließlich [besteht] […] sinnvolle wirtschaftliche Entwicklung nicht bloß darin […], dass ein Staat wachsende Mengen an Waren und Dienstleistungen produziert, sondern darin, dass er Waren und Dienstleistungen produziert, die die Menschen wollen und frei gewählt haben. Es geht darum, den Menschen mehr Wahlmöglichkeiten zu bieten. Diese Art von Freiheit wird von staatlichen Zwangssystemen, die heute immer größere Unterstützung finden, eindeutig in Gefahr gebracht.’’ (ibid.: 196f.)

Dienstag, 27. Oktober 2009

Adam Smith: Arbeitsteilung und der natürliche Preis

Einer Ware obliegt bis zum Zeitpunkt ihres Verkaufs ein effizienter und zuweilen hochkomplexer Prozess, welcher auf die Arbeitsteilung zurückzuführen ist. Im Arbeitsteilungsprozess kommt es zu ,,einer sinnvollen Teilung und Verknüpfung der einzelnen Arbeitsgänge’’.(Smith 1978: 10) Dies impliziert automatisch eine Produktivitätssteigerung, welche auf drei Faktoren zurückzuführen ist:
[1.] Größere Geschicklichkeit der einzelnen Arbeiter,
[2.] Zeitersparnis, die bei einem nicht arbeitsgeteilten Prozess z.B. beim Tätigkeitswechsel verloren geht und
[3.] Maschinenerfindungen, deren Konsequenzen allgemeine Arbeitserleichterungen, Arbeitszeitverkürzungen und Produktivitätsmaximierungen sind.
Jeder Arbeiter spezialisiert sich auf eine Tätigkeit und optimiert diese infolge von Erfahrung und Übung. Daraus resultiert eine allgemeine Optimierung der Arbeitsquantität und -qualität. Durch den Ausbau individueller menschlicher Talente und Fähigkeiten profitiert die Gesellschaft – durch den Arbeitsteilungsprozess entsteht ein Plus an Produkten.
Die einzelnen Individuen, die am Arbeitsteilungs- und Produktionsprozess partizipieren gehören für ihre nützlichen Dienste entlohnt. Diese Entlohnung orientiert sich an einem bestimmten Satz, welcher
auf ganz natürliche Weise […] teils von dem allgemeinen Zustand des Gemeinwesens ab[hängt], seinem Wohlstand oder seiner Armut und seiner fortschreitenden, stockenden oder rückläufigen Entwicklung, teils von der besonderen Art, wie Arbeit und Kapital verwendet werden. (ibid. 48)

Samstag, 24. Oktober 2009

Arthur B. Laffer und seine Kurve – Mehr Steuereinnahmen durch niedrigere Steuern

Arthur B. Laffer, US-Ökonom und Befürworter einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik, falsifizierte mit seiner berühmten Laffer-Kurve die bei vielen sozialistischen Ökonomen zum Dogma gewordene wirtschaftsmathematische Gleichung ,,höhere Steuern = höhere Steuereinnahmen’’ (vgl.: Laffer 2004):
Beträgt der Steuersatz 0%, so sind die Steuereinnahmen dementsprechend null. Wird der Steuersatz sukzessive erhöht, so steigen auch die Steuereinnahmen. Dies geschieht allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt. Wird ab diesem Punkt, der kaum exakt zu definieren ist, der Steuersatz weiter erhöht, so sinken die Steuereinnahmen fortwährend. Bei einem Steuersatz von 100% sinken die Steuereinnahmen auf null herab.
Dieser Rückgang an Steuereinnahmen trotz höherer Steuersätze entsteht aufgrund mehrerer Faktoren:
So führen höhere Steuersätze zu einem Rückgang des volkswirtschaftlichen Outputs, der aus einem reduzierten Arbeitseinsatz resultiert, welcher wiederum die Konsequenz einer sinkenden Arbeitsmotivation ist. Es ist logisch, dass die Motivation zur Arbeit abnimmt, wenn man einen höheren Anteil an den Fiskus zu zahlen hat.
Zudem nimmt für die Arbeitgeber die Motivation ab, potentielle Arbeitnehmer einzustellen. Dies liegt vor allem an den finanziellen Faktoren höherer Steuern – ein Arbeitgeber kann es sich bei hohen Steuersätzen kaum leisten, potentielle Arbeitnehmer einzustellen. Finanzstarke Großunternehmen könnten mit einer solchen Steuerstruktur noch einigermaßen zurechtkommen, der Mittelstand hingegen hätte damit ärgere Probleme.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Barack Hussein Obama und die Friedensnobelpreisfarce

Das Nobelpreiskomitee tappt im Dunkeln, denn anders lässt sich die Entscheidung, dem US-Präsidenten Barack Obama den Friedensnobelpreis zu verleihen, nicht erklären.
Preise sollten in der Regel für Taten und nicht für Visionen vergeben werden.
Was sind denn bisher die konkreten Errungenschaften des Barack Obama, der nicht einmal seit einem Jahr sein Amt bekleidet? Wir wissen es nicht.
Ein kluger Kopf und Kumpane aus der Hansestadt Hamburg machte mich auf Worte von Barack Obama aus dem Jahre 2007 aufmerksam:

,,To renew American leadership in the world, we must immediately begin working to revitalize our military. A strong military is, more than anything, necessary to sustain peace. We must also consider using military force in circumstances beyond self-defence in order to provide for the common security that underpins global stability. There must be no haven for those who plot to kill Americans. I will build a twenty-first-century military to stay on the offense everywhere from Djibouti to Kandahar.'' (Obama 2007)

Dienstag, 6. Oktober 2009

John Prince-Smith - ,,Über die Nachtheile der Industrie durch Erhöhung der Einfuhrzölle.’’

John Prince-Smith, bedeutendste Persönlichkeit der deutschen Freinhandelsbewegung und Manchesterliberaler verfasste 1845 einen Text ,,Über die Nachtheile der Industrie durch Erhöhung der Einfuhrzölle.’’
Sein Text wendete sich gegen merkantilistische Tendenzen, die er zu beobachten glaubte. Er befürchtete eine Beschränkung der preußischen Handelspolitik durch die Merkantilisten.
Darüber folgerichtig beunruhigt verfasste er zwölf prägnante Thesen, mit denen er den Merkantilismus und seine Vertreter anklagte:

Mittwoch, 23. September 2009

,,Si vis pacem para bellum'': Über die Vorzüge einer Legalisierung von Waffen.

Vor wenigen Monaten berichtete die internationale Medienlandschaft in beeindruckender Dramaturgie und Hysterie über das Massaker in Winnenden, bei dem der erst 17-jährige Protagonist Tim K. 15 Menschen, zum Großteil in seiner eigenen Schulklasse, erschoss.
Sofort wurden Rufe laut, die ein strikteres und strengeres Waffengesetz forderten. Der Mainstream war überzeugt: Das bislang zu liberale Waffengesetz sei schuld am Massaker gewesen. Und hierin zeigt sich mal wieder die Unlogik des menschlichen Denkens.

,,Si vis pacem para bellum'' lautet ein lateinisches Sprichwort, was in etwa bedeutet: ,,Wenn du Frieden willst, so rüste zum Krieg“. Die Logik und den Sinn dieses durchaus klugen Sprichworts vermag ich im Folgenden zu erläutern:

Ein Verbrecher plant einen bewaffneten Überfall. Die dafür obligatorische Waffe wird er sich in einem Staat, in dem der Waffenbesitz illegal ist auf dem Schwarzmarkt, in einem Staat, in dem Waffenbesitz legal ist, auf legale Art besorgen. Doch der Umstand, ob der Waffenbesitz in einem Staat legal oder illegal ist, ist für das verbrecherische Vorhaben des potentiellen Verbrechers von entscheidender Bedeutung:

Mittwoch, 26. August 2009

Rand Paul - der Sohn von Ron Paul - kandidiert für den US-Senat

Rand Paul - der Sohn von Ron Paul - kandidiert für die im November 2010 anstehenden US-Senatswahlen in Kentucky, um die Nachfolge vom zurücktretenden Republikaner Jim Bunning anzutreten.

Im US-Senat sitzen 100 Senatoren, wobei jeder der 50 Bundesstaaten zwei Senatoren stellt, die für sechs Jahre gewählt werden. Der US-Senat und das Repräsentantenhaus bilden die zwei Kammern der US-amerikanischen Legislative - dem Kongress. Der Senat besitzt neben seiner legislativen Funktion auch eine Kontrollfunktion gegenüber dem Präsidenten. Da der aktuelle US-Präsident Barack Hussein Obama heisst, ist diese Kontrollfunktion von eminent wichtiger Bedeutung: Sie kommt unter anderem bei der Ratifizierung internationaler Verträge, bei der Nominierung hoher Staatsbeamter, bei der der Senat ein Mitspracherecht hat und bei Impeachment-Verfahren (Amtserhebungsverfahren), bei denen der Senat die Funktion des Gerichts einnimmt, zur Geltung.

Samstag, 8. August 2009

Zwischen Geschichtsfälschung und kommunistisch motiviertem Klassengenozid: Das Massaker von Katyn und seine Folgen

Begrifflicher Hinweis:
Der in der Wissenschaft etablierte Begriff des ,,Massakers von Katyn'' ist etwas irreführend:
Spricht man vom ,,Massaker von Katyn'' meint man damit die Eliminierung von ca. 25700 polnischen Offizieren, von denen ca. 15000 zuvor in drei Lagern interniert worden sind. ,,Lediglich'' ca. ein Drittel dieser Exekutierten wurde tatsächlich in Katyn ermordet und begraben. Die restlichen Opfer wurden auf den Geländen des NKWD in Charkow und Kalinin (heute Twer) ermordet und in Piatichatki, bzw. Miednoje vergraben. Da die Leichen an den beiden letztgenannten Orten jedoch erst am 25/VII/, bzw. am 31/VIII/1991 exhumiert, die Massengräber von Katyn allerdings schon am 18/II/1943 entdeckt geöffnet wurden, hat sich über Dekaden hinweg der Begriff ,,Katyn'' als Synonym für all die genannten Exekutierungen etabliert. Über Jahrzehnte war über Exekutierungen an den anderen beiden Orten der Massengräber nichts bekannt.

Dienstag, 9. Juni 2009

Deepak Lal: Die Absurdität des dirigistischen Dogmas und staatlicher Interventionen in die Ökonomie


Der Ökonom Deepak Lal (* 1940) ist dezidierter Gegner des dirigistischen Dogmas.

Das dirigistische Dogma etablierte sich in vielen Nationalökonomien der Dritten Welt nach dem Zusammenbruch des Welthandels post bellum anno 1945 und dem daraus resultierenden Exportpessimismus. Die These, ,,dass Außenhandel und ausländisches Kapital in der Dritten Welt als Wachstumsmotor fungieren könnten, indem sie den Markt für Produkte aus der Dritten Welt ausweiten und Finanzmittel für deren Produktion bereitstellen’’ (Lal 2008: 213) wurde negiert. Stattdessen wurden, auch durch die nun unabhängigen Ex-Kolonien, nationalistische und merkantilistische Wirtschaftspolitiken propagiert, die vor allem auf staatlicher Kontrolle und Regulation der Ökonomie basierten. Diese staatsinterventionistischen und –regulierenden Wirtschaftspolitiken implizierten eine ,,Erhöhung der Inlandsnachfrage’’, eine ,,Erhöhung inländischer Ersparnisse’’, sowie eine ,,Kompensierung der vermeintlichen Defizite einheimischen Unternehmertums’’, sodass ,,der Weg […] für eine dirigistische Politik, die den Entwicklungshindernissen durch eine staatlich gelenkte importsubstituierende Industrialisierung beizukommen suchte [bereitet war]’’ (ibid.: 214). Einfluss übte dabei die Doktrin der Devisenknappheit aus: Devisenknappheit, die sich nicht durch die nationalen Ersparnisse kompensieren ließ und die gleichzeitige Notwendigkeit der für die inländischen Produktionen notwendigen, aber fehlenden Importe, stellten eine gravierende Wachstumsbeschränkung dar. Zur Problemlösung wurden
,,Import- und Devisenkontrollen […], Industriepatente, Preiskontrollen und Staatsbetriebe[, die Güter bereitstellen sollten, die der Privatsektor nicht hätte produzieren können]( Diese Betriebe kristallisierten sich jedoch als ,,enttäuschende Performance’’ heraus. Anm. T.M.F.) eingesetzt. […] Mit diesem geplanten gleichgewichtigen Wachstum (balanced growth) der Güterproduktion glaubte man, die Devisenknappheit sowie die Beschränkungen der Binnenmärkte überwinden zu können’’ (ibid.: 216f.)

Andere Theoretiker wiederum sprachen sich für die Strategie des unbalanced growth aus: Durch einen staatlich subventionierten big push sollte der Industrialisierungsprozess gefördert werden. Finanziert werden sollte der big push durch eine Kombination aus höherer Besteuerung, ,,Geldaufnahme im Ausland […] [und] einer die Inflation anheizenden Ausgabensteuerung im Inland’’(ibid.: 217).

Deepak Lal stellt fest, dass positive Effekte einer solchen Wirtschaftspolitik weder effizient waren, noch sein konnten, da die Binnenmärkte der einzelnen Staaten ,,zu klein waren, um eine staatlich geplante, autarke, gleichgewichtige Wachstumsstrategie zu verfolgen’’; zudem führe ein solches System zu enormer Korruption (ibid.: 218 et 226). Die pragmatische Entscheidung der Tigerstaaten, auf eine exportorientierte Industrialisierung zu setzen und die daraus resultierende florierende Wirtschaftsentwicklung falsifiziere den Exportpessimismus und das dirigistische Dogma. Neben dem dirigistischen Dogma seien auch moderne Handels- und Wohlfahrtstheorien zu negieren. Diese propagieren zwar zurecht den Freihandel, plädieren aber gegen laissez faire. So legitimiert sie, durch steuerliche Begünstigungen Verzerrungen am Binnenmarkt zu begegnen. Dies führe jedoch, genauso wie Zölle oder Einfuhrkontingente, zur Produktion von rent seekers. Der Staat solle aus allen Ressorts, die außerhalb seiner Kompetenz liegen, verdrängt werden. Summa summarum bleibt festzuhalten, dass Freihandel und laissez faire die einzigen nachhaltig funktionierenden Rezepte für Wirtschaftswachstum seien.
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L I T E R A T U R

Lal, Deepak (2008): Vom Plan zum Markt: Die Debatte über wirtschaftliche Transformation und Entwicklung nach 1945. In.: Fischer, Karin; Hödl, Gerald; Sievers, Wiebke (Hrsg.): Klassiker der Entwicklungstheorie. Von Modernisierung bis Post-Development. Wien: Mandelbaum Verlag, 213-229.

Sonntag, 7. Juni 2009

Ein kurzer Gedanke, inspiriert durch Hans-Hermann Hoppe: Ist die Demokratie wirklich so heilig?


Mein werter St. Petersburger Kollege Karol Alexander Nosow verwies in einer Diskussion um die Ineffizienz der Demokratie und die eventuell effizientere Monarchie auf ein interessantes Zitat des anarchokapitalistischen Vertreters der Österreichischen Schule und konservativen Libertären Hans-Hermann Hoppe (schöne Alliteration), dessen Werk ,,Demokratie. Der Gott, der keiner ist'' sehr lesenswert ist. Eines seiner Mottos: ,,Freiheit statt Demokratie''.
,,Das Wesen der Demokratie ist die Umverteilung, die sich entsprechend der Verteilung der politischen Macht vollzieht. Das heißt, diejenigen, die an der Macht sind, verteilen zugunsten der eigenen Klientel und auf Kosten der Klientel der anderen Partei um. Mit Gerechtigkeit hat das nichts zu tun, und Grundrechte wie das auf Eigentum sind im Zweifelsfall schnell perdu. Verschärfend kommt hinzu, daß die Partei, die gerade herrscht, dazu nur vier Jahre Zeit hat - bis wieder gewählt wird. Um so schneller und verantwortungsloser vollzieht sich diese Umverteilung.
In der Monarchie dagegen, als deren "glückliche" Überwindung die Demokratie zu Unrecht gilt, war der Staat potentiell für immer in den Händen ein und derselben Dynastie. Dementsprechend schonend geht ein Monarch mit seinem "Besitz" um. In der Demokratie gehört der Staat dagegen keinem, dementsprechend hemmungslos saugt ihn die gerade herrschende Partei aus."



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L I T E R A T U R

Hans-Hermann Hoppe (2003): Demokratie. Der Gott, der keiner ist. Leipzig: Manuscriptum

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