Libertäres Internet-TV

Freitag, 31. Oktober 2014

Die standardisierte Gesellschaft

von Tommy Casagrande
Durch staatliche Eingriffe werden in allen möglichen Lebensbereichen Standards gesetzt: Umweltstandards, Gesundheitsstandards, Bildungs- und Ausbildungsstandards, Wohnstandards, Arbeitsstandards, Sicherheitsstandards, Sozialstandards etc.

Diese ganzen Standards sind ausgerichtet für ebenso standardisierte Menschen, nicht für vielfältig verschiedene und verschieden agierende Individuen. Darum wird der standardisierte Mensch durch ein Bildungssystem geschickt, um Zertifikate zu erwerben, die es ihm erlauben, oder bei Nicht-Erwerb untersagen, sich an den Standards zu beteiligen. 

Die standardisierte Gesellschaft bietet wenig Nischen für Unkonventionalität und erfrischenden Aufbruchsgeist in neue Gefilde. Der Wettbewerb untereinander findet unter Kontrolle und sehr kontrolliert statt. Dynamik wird somit zum Fremdwort.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Staatliches Bildungswesen: Anmaßung von Wissen

Typischer Konflikt: Streit ums Kruzifix. Foto: EPA/F. Silvi
von Tomasz M. Froelich
Das staatliche Bildungswesen ist aus freiheitlicher Sicht seit jeher mit Argwohn zu betrachten. Zum einen deshalb, weil es stets ein wirkungsvolles Machtinstrument der gerade herrschenden Kräfte gewesen ist, deren Interessen und Wertvorstellungen es vertreten hat, zum anderen deshalb, weil es sich als öffentliches Gut über die Interessen und Wertvorstellungen häufig unliebsamer Minderheiten hinwegsetzen konnte, was nicht selten zu gesellschaftlichen Konflikten geführt hat. 

Denkt man an die Kontroverse rund um den von der grün-roten Landesregierung Baden-Württembergs verfassten Bildungsplan 2015, der sich für eine stärkere Berücksichtigung der Akzeptanz sexueller Vielfalt im Schulunterricht ausspricht, wird man feststellen müssen, das sich am Wesen der staatlichen Bildung wenig verändert hat: Nach wie vor sind es die gerade herrschenden Kräfte, die die Bildungsinhalte nach eigenem Gutdünken festlegen, woraus sich schnell gesellschaftliche Konflikte entwickeln können.

Montag, 27. Oktober 2014

Rezension: Beeindruckendes Werk über die Machenschaften des IPCC

Dieses Buch kann hier oder bei
Amazon bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Donna Laframboise: Von einem Jugendstraftäter, der mit dem besten Klimaexperten der Welt verwechselt wurde, 220 Seiten, 19,90 Euro, TVR Medienverlag Jena.
Donna Laframboise hinterfragt in diesem Buch, in welchem die Ergebnisse einer umfangreichen Recherchearbeit zusammengefasst werden, die Ansprüche, die der UNO-Weltklimarat (IPCC) an die eigenen Wissenschaftsreports, die weltweit die Grundlage und Legitimation der Politiker in Sachen Klima-, Energie- und Umweltpolitik sind, stellt.

Rajendra Pachauri, seit 2002 Vorsitzender des Weltklimarats, hatte stets vor der Presse und vor Politikern betont, dass die folgenden Punkte die Messlatte der Wissenschaftsberichte/-politik des IPCC's sind:

- Das IPCC beschäftige für ihre Berichte nur die weltweit besten Wissenschaftler, nur die weltweit anerkannten Experten und Spezialisten des jeweiligen Fachgebietes werden beim Wissenschaftsreport zugelassen.

- Die absolute Transparenz darüber, wie und von wem die Berichte erstellt werden und aufgrund welcher wissenschaftlichen Forschungsergebnisse etc., garantiert der IPCC. Außerdem ist Transparenz eine Selbstverständlichkeit im Rahmen der Politik des IPCC's. 

Sonntag, 26. Oktober 2014

Ich bleibe dabei: Die Aktienbaisse hat begonnen

Bearmarketrallys gibt es in jeder Baisse
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
das Leben eines Analysten ist manchmal nicht einfach. Wir befinden uns sozusagen mitten im Zentrum des Orkans und die Medien reden von „Jahresendrallye“. Und das nur, weil der DAX gut 40% seiner Verluste der letzten Wochen wieder aufgeholt hat. Dabei läuft an den Aktienmärkten alles lehrbuchartig auf eine Baisse zu, die nur leider niemand sehen will. Hier sind die Fakten:

Drastische Überbewertung, extreme Euphorie und Sorglosigkeit sowie geldpolitische Wende in den USA – wir befinden uns im Auge des Orkans

Sie erinnern sich, bereits letzte Woche gab der DAX ein eindeutiges charttechnisches Baissesignal. Kein Wunder, denn zahlreiche Gründe sprechen für ein baldiges Platzen der globalen Spekulationsblase an den Aktienmärkten.

Samstag, 25. Oktober 2014

Unverändert hohe Verluste bei den Staatsbädern

Minusgeschäft: Staatsbäder. Foto: djd/ C. Beer
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn es um schmerzhafte Reformen geht, handelt die Politik oft nach dem Motto „es muss etwas geschehen, aber es darf nichts passieren.“ Das heißt, es wird widerwillig Irgendetwas gemacht, um ein leidiges Problem jemand anders aufs Auge zu drücken oder um Zeit zu gewinnen. Aber im Grunde soll sich gar nicht viel ändern. Man hofft, dass die Dinge sich von selbst zum Besseren wenden und man um harte Einschnitte herumkommen wird. Aber manche Probleme haben ein langes Leben und lassen sich nicht einfach verdrängen.

Bis vor einigen Jahren gab es in Deutschland eine ganze Reihe von Staatsbädern, die als Staatsbetriebe Teil der öffentlichen Verwaltung waren und im Eigentum des betreffenden Bundeslandes standen. Die Tätigkeit der Staatsbäder umfasste den gesamten Bäder- und Kurbetrieb in dem betreffenden Kurort inklusive Bereitstellung von Kurpark, Kurorchester, Veranstaltungs- und Sporteinrichtungen usw. Einige Staatsbäder betrieben darüber hinaus auch Restaurants, Kurhotels, Reisebüros und Ähnliches.

Freitag, 24. Oktober 2014

Der gesetzliche Mindestlohn und das Taxi

Mindestlohn in der Taxibranche: Teurere Fahrten.
von Tommy Casagrande
Wenn der gesetzliche Mindestlohn auf die Taxifahrer ausgeweitet wird, dann mag das nachvollziehbar sein, so lange man im etatistischen Kontext zu denken beliebt, doch schlau ist das nicht. Der gesetzliche Mindestlohn wird nachvollziehbarerweise gefordert, um in einem inflationärem Zeitalter mit dadurch steigenden Preisen, selbst auch wieder besser leben zu können. Die Sache hat aber ein paar Haken.

Haken 1: Nicht jeder Taxifahrer wird besser gestellt. Es werden nur jene besser gestellt, die nicht entlassen werden. Denn der gesetzliche Mindestlohn bedeutet eine Fixausgabe für das Unternehmen. Und wer sagt, dass jedes Taxiunternehmen sich diese Fixausgabe für all seine gegenwärtig angestellten Taxifahrer leisten kann?

Montag, 20. Oktober 2014

Rezension: Herren oder Knechte

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Karl Albrecht Schachtschneider: Die Souveränität Deutschland: Souverän ist, wer frei ist, 384 Seiten, 19,95 Euro, Kopp Verlag.
Bevor Prof. Schachtschneider zum eigentlichen Thema kommt, führt er die Leserschaft zunächst einmal in die Thematik ein, indem er akkurat die relevanten Begriffe, die im Buch Verwendung finden, definiert und eingehend erklärt, wie ,,Staat" in diesem Buch gesehen wird. Dieser Vorspann mit eindeutigen begrifflichen Abgrenzungen ist für das Verständnis des Buches wichtig, da heutzutage etliche ,,politische Wörter" mit den verschiedensten, teilweise sich widersprechenden Inhalten belegt sind.
Danach kommt Prof. Schachtschneider zu seinem eigentlichen Thema. Man merkt dem Text an, dass hier ein Rechtswissenschaftler geschrieben hat; Nicht-Juristen - wie ich - sollten die Lektüre des Buches sehr konzentriert angehen - Prof. Schachtschneider verlangt ziemlich viel von seiner Leserschaft.

Einen faszinierenden Überblick gibt Prof. Schachtschneider dann über die historischen Wurzeln des Verständnisses von Macht und Freiheit und von Herrschaft und Souveränität anhand tradierter Rechts- und Staatstheorien. Dargestellt wird das hegelsche Staatsverständnis von Macht und Herrschaft versus des kantschen Rechtsverständnis der rechtsstaatlichen Kontrolle der Macht mittels Teilung der drei Staatsgewalten, aus welcher die Civitas erst die Autonomie und Freiheit schöpfen kann - bei Kant soll keine der drei Gewalten dominieren und die Oberhand gewinnen und die anderen zwei Gewalten beherrschen.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Jetzt geht es abwärts: Die Aktienbaisse hat begonnen

Aktien runter, Gold hoch
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
vor drei Wochen legte ich Ihnen an dieser Stelle in groben Zügen dar, was ich den Lesern meines BörsenbriefesKrisensicher Investieren zuvor schon in aller Ausführlichkeit präsentiert hatte: Die Lage an den Aktienmärkten ist heute noch riskanter als im Jahr 2007.

Diese Lageeinschätzung ergab sich zwingend aus dem vorhandenen Mix aus drastischer Überbewertung, extremer Euphorie und Sorglosigkeit, der bereits zum Jahreswechsel eingeleiteten geldpolitischen Wende in den USA und einer signifikanten Verschlechterung der technischen Gesamtsituation, die in den vergangenen Monaten stattgefunden hat.

Samstag, 18. Oktober 2014

Bürokratieabbau? – Nicht mit Bürokraten!

Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
der deutsche Sozialstaat expandiert und expandiert. Der Gesetzgeber erfindet immer neue Wohltaten für alle möglichen Lebenslagen in der Erwartung, dass die Steuergelder dafür schon zur Verfügung stehen werden. Auch über die administrative Abwicklung der Sozialgesetze macht sich die Politik wenig Gedanken. Dabei sind Heerscharen von Staatsdienern erforderlich, um die Anträge auf Sozialleistungen zu prüfen und entsprechende Leistungen zu bewilligen. So entstehen mächtige Bürokratien, die nicht bereit sind, ihre Tätigkeit in Frage stellen zu lassen.

Beim Unterhaltsvorschussgesetz des Bundes handelt es sich um eine solche soziale Wohltat zu Lasten des Steuerzahlers. Durch das Gesetz sollen Alleinerziehende – in aller Regel sind das die Mütter – finanziell unterstützt werden, wenn der andere Elternteil den Unterhalt für sein Kind nicht zahlt. Anstelle des ausbleibenden Unterhalts für das Kind erhält die alleinerziehende Mutter aus Steuermitteln einen Vorschuss. Über dessen Höhe darf man sich allerdings keine Illusionen machen Er beträgt zurzeit nach Abzug des Kindergeldes monatlich 133 Euro für jüngere und 180 für ältere Kinder.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Habermanns Richtigstellung: Politiker

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Politiker
Eine derzeit nicht besonders angesehene Menschenklasse, die sich fast nur noch mit Problemen beschäftigt, die sie selbst verursacht hat. Politiker leben heute in der Regel von, nicht nur für die Politik. Und das bedeutet häufig genug, dass sie alle langfristigen Interessen und sachlichen Notwendigkeiten dem Bestreben unterordnen, wiedergewählt zu werden, ihre politischen Pfründe zu wahren. 
Politiker sollten das Gemeinwohl - die Herrschaft strenger allgemeiner Regeln - durchsetzen, kompromittieren sich aber ständig dadurch, dass sie dem Druck von Interessengruppen nachgeben. Sie sind damit nicht mehr souverän Handelnde, sondern werden zum Spielball von Kollektivegoismen und hinsichtlich ihres politischen Auftrags unglaubwürdig. Dies hat zu ihrem Absturz in der öffentlichen Gunst beigetragen.