Donnerstag, 11. Februar 2016

Israel: Das Geschäft mit dem Reinwaschen

von Jorge Arprin
Letzten Monat veranstaltete eine israelische Lesben- und Schwulenorganisation eine Konferenz im Hilton-Hotel in Chicago. Die Konferenz wurde massiv gestört und musste abgebrochen werden. Etwas überraschend könnte kommen, wer für die Störungen verantwortlich war: Es waren keine Islamisten oder amerikanische Rechtsextreme, sondern andere LGBT-Aktivisten. Was steckt dahinter? Ein “Bruderkrieg” zwischen der LGBT-Community war es nicht. Es hatte etwas mit der Nationalität der Veranstalter zu tun. Israel ist, so lautete der Vorwurf der Randalierer, ein Apartheidsstaat, der Zionismus eine rassistische Ideologie und – jetzt kommt’s – Israel betreibe “Pinkwashing”.

Pinkwashing heißt der Vorwurf, Israel würde versuchen, seine Verbrechen “reinzuwaschen”, indem es auf die gute Behandlung der Lesben und Schwulen in Israel hinweist. Um nicht für das “Reinwaschen” von Israels Schuld benutzt zu werden, stören einige LGBT-Aktivisten regelmäßig israelische Veranstaltungen und tragen manchmal bei Gay-Pride-Paraden Palästina-Flaggen, was, wenn man sich die Lage der Lesben und Schwulen in Palästina vergegenwärtigt, nur geringfügig absurder ist, als wenn ein Jude eine Nazi-Flagge tragen würde. Natürlich ist der Pinkwashing-Vorwurf Unsinn. Allerdings nicht, weil die gute Behandlungen der Lesben und Schwule in Israel ein Selbstzweck ist und nicht der “Reinwaschung” dient, sondern weil es nichts reinzuwaschen gibt.

Grenzen und Libertarismus: Das Phänomen der Überlappung

Foto: von ChrisO (Eigenes Werk) (CC BY-SA 3.0)
via Wikimedia Commons
von Tommy Casagrande
Wie man es aktuell in Folge der Flüchtlingsthematik an innerlibertären Diskussionen sehen kann, mangelt es vielen, die im Selbstverständnis sich als Libertäre sehen, am Verständnis darüber, was libertär zu sein eigentlich bedeutet. Der Libertarismus hat klare Prinzipien und Grundsätze, aus denen sich weitere Standpunkte logisch ableiten lassen. Oft genug jedoch kommt es vor, dass dieser Weg von A nach B von vielen nicht gegangen wird. 

Die libertäre Theorie erklärt, dass Staat nicht Ausdruck von Freiheit sondern von Herrschaft ist. Diese Herrschaft wird durch die Staatsgrenze territorial abgesichert. Die libertäre Forderung nach Freiheit impliziert somit, dass die Frage zwischen geschlossener und offener Grenze zugunsten offener Grenzen beantwortet wird. Wenn Staat nicht das Konzept von Freiheit ist, dann kann die Staatsgrenze auch kein Konzept sein, das von Libertären befürwortet werden kann.

Montag, 8. Februar 2016

Goldhausse und Aktienbaisse - Jetzt locken große Gewinne

Marktkommentar von Claus Vogt
Die Aktienbaisse hat begonnen – profitieren Sie davon 
An den Aktienmärkten hat eine zyklische Baisse begonnen, und die US-Wirtschaft befindet sich auf direktem Weg in eine Rezession. Dazu sollten Sie wissen, dass Aktienbaissen besonders heftig ausfallen, wenn sie mit Rezessionen einhergehen. Deshalb erwarte ich in den kommenden Monaten nicht nur eine durchschnittliche Baisse von minus 36% im Weltleitindex S&P 500, sondern mindestens eine Kurshalbierung.

Freshtalk: Flüchtlingskrise und Staatsgrenzen

Der Freshtalk von ''Globale Freiheit'' mit Stefan Blankertz, Meikel White, Klaus Heck und Karl Heinz Spack. Thema: Flüchtlingskrise und Staatsgrenzen.

Sonntag, 7. Februar 2016

Klare Kante: Der Wochenrückblick (KW 6/2016)

Michael Auksutats' Statements zur Woche
Nein?! Und ich ging immer mit der naiven Vermutung schwanger, der gewissenhafte Terrorist würde ordnungsgemäß über das Schengenvisum "T" auf unsere Insel der Seeligen einreisen.
Was bin ich auch ein Dummerchen.

Über Befürworter des Bargeldverbots:
Ich habe vorhin irgendwo gelesen, dass das Bargeldverbot ab 5ooo Euro super ist, weil jener der mehr ausgibt ohnehin nur Schmuck oder Autos kauft.
Irgendwann verreckt dieses Land, weil ihm der Neid die Luft abschnürt.

Über die Sorgen des deutschen Staatswesens:
Satire ist, wenn sich ein Staatswesen, das der Wirtschaft ständig und mit wachsender Begeisterung Sand ins Getriebe wirft, ausgerechnet beim Bargeld Sorgen um ihre Effizienz macht.

Germania: Ohne Drang!

von Michael Auksutat
Solange noch die Führer von Terrorstaaten hofiert werden, kann es mit der Sorge um die Flüchtlinge nicht wirklich weit her sein.

Solange armselige Flüchtlingsbaracken in Brand gesteckt werden und keine Finanzämter, kann es mit der nationalen Solidarität nicht wirklich weit her sein.

Solange sich ein Land eine ganze Kaste von Kostgängern leistet, deren letzte produktive Tätigkeit das Austragen von Zeitungen als Schüler gewesen ist und deren Daseinszweck zu sein scheint, dem steuerzahlenden Durchschnittsbürger das Leben zur Hölle zu machen, kann es mit dem Drang nach Freiheit nicht all zu weit her sein.

Solange sich irgendwelche Pfeifen öffentlich im Fernsehen zeigen können, die durch die Gegend fahren und schauen, ob sich nachts um zwei irgendwo Arbeiter in einer Kneipe eine Zigarette anzünden, kann es mit der Zivilgesellschaft nicht all zu weit her sein.

Solange das Gut des Nachbarn ihm nur solange zugestanden wird, bis seine Fürsten wieder Geld brauchen, kann es mit der Überwindung des Untertanengeistes nicht all zu weit her sein.

Hohe Subventionen der Landwirtschaft sind längst nicht mehr zeitgemäß

Foto: Johann Jaritz (Eigenes Werk), GFDL /
CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,

wenn es um das Eintreiben von Steuern geht, versteht unser Staat keinen Spaß. Schließlich braucht er das Geld, um die vielen dem Wählerstimmenkauf dienenden Wohltaten zu finanzieren und die große Umverteilungsmaschinerie am Laufen zu halten. Aber es gibt einen Bereich, der vom Steuergesetzgeber und auch von der Finanzverwaltung sehr großzügig behandelt wird, das ist die Landwirtschaft. Als normaler Steuerzahler kann man über das Wohlwollen, welches den Bauern entgegengebracht wird, nur staunen.

Die Vorzugsbehandlung der Landwirtschaft erklärt sich aus der großen Bedeutung, die dieser Wirtschaftszweig einstmals hatte. Nach den Hungerjahren der Kriegs- und Nachkriegszeit war die Sicherstellung der Ernährung in der Frühzeit der Bundesrepublik von großer Bedeutung. Auch war die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft hoch, die Bauernlobby hatte erheblichen Einfluss auf die Politik.

Samstag, 6. Februar 2016

Wegen Bargeldverbot: Erich Mielke auferstanden aus dem Grabe

Am rotieren: Mielke. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1983-0325-037 /
CC-BY-SA 3.0, Klaus Franke
von Kurt Kowalsky
Nach gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen hat die Verwaltung des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde das Technische Hilfswerk um Unterstützung bei einer Urnenbestattung gebeten.

Wie bereits heute früh gemeldet, hatten Friedhofsbesucher auf dem Hauptweg etwa 150 Meter vor der dortigen Kapelle eine Urne gefunden. Ein auf das Fundstück aufmerksam gemachter Friedhofsgärtner verletzte sich an der rechten Hand beim Versuch, die etwa 35 Zentimeter hohe Urne in seine Schubkarre zu legen. „Sie dreht sich“, hatte eine Frau noch gerufen. Doch da war die Urne bereits wieder aus der Schubkarre gerollt und wie ein Kreisel in Richtung Kapelle gezwirbelt.

Freitag, 5. Februar 2016

US-Präsidenschaftswahlkampf: Kein Paul 2016

Rand Paul. Foto: United States Senate,
via Wikimedia Commons
von Jorge Arprin, ohne Rücksicht
Rand Paul hat gestern offiziell seinen Rückzug aus den Vorwahlen der Republikaner bekanntgegeben. Damit ist mein persönlicher Wunschkandidat schon früh weg, er hatte aber auch realistisch betrachtet kaum eine Chance. Hoffentlich kann er als Senator in Zukunft als kleines liberales Korrektiv eine Rolle spielen. Welchen Kandidaten unterstütze ich nun? Gary Johnson, der noch weniger Chancen haben dürfte als Paul und das sogar selbst einräumt. Er ist zwar Republikaner, tritt aber für die Libertarian Party (LP) an und begreift seine Kandidatur, wie Paul, als eine Art Investition in die Zukunft. Johnson trat bereits 2012 für die LP an und holte 1% aller Stimmen, in der Summe eine Millionen. Mal sehen, ob er sich diesmal verbessern kann.

Wer ist von den übrig gebliebenen Bewerbern der am wenigsten schlimmste? Erstmal lässt sich sagen, wer die Schlimmsten wären: Bernie Sanders und Donald Trump. Bei Sanders sind nicht nur seine Chavez-ähnlichen Ansichten furchterregend, sondern dass er sie vielleicht umsetzen könnte. Er ist nämlich jemand, der Enthusiasmus auslösen kann, was man an seinen Anhängern sehen kann. Die Leute, die meinen, der Föderalismus in den USA sei zu stark, um Sanders’ Wahnsinn zu ermöglichen, möchte ich auf Roosevelt verweisen, dessen Zentralisierungswahn nicht (ausreichend) gestoppt werden konnte, oder auch an Obamacare, vom Obersten Gerichtshof durchgewunken. Die USA sind also nicht sicher vor einer Sanderschen Venezolanisierung.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Über den Debitismus - Geld als Schuld

von Tommy Casagrande
Der Debitismus behauptet, Geld sei kein Tauschmittel. Anstelle dessen wird behauptet, es sei ein Schuldschein. Auf dieser Grundlage basierend hat der Debitismus sich ein in sich stimmiges theoretisches Konstrukt geschaffen. Jedoch steht und fällt es mit der Begriffsdefinition von Geld. 

Um die Behauptung zu widerlegen, Geld sei kein Tauschmittel, genügt es, den Fokus auf die Begriffsdefinition zu legen. 

Ein Geld, nicht Geld an sich - so etwas gibt es nicht - ist immer das "marktfähigste Produkt" solange es nicht durch Zwang in einem freien Markt verboten wird. 

Geld ist nichts weiter als der Name des Tauschmittels, mit dem am Markt am leichtesten getauscht werden kann.