Samstag, 4. November 2017

Widerstand gegen EU-Zentralismus: Mehr Sezession wagen

Bild: Pixabay / CC0 Public Domain /geralt
von Michael Klonovsky
Die Grundidee der Euro-Zone lässt sich gut beschreiben als die Übertragung des deutschen Länderfinanzausgleichs auf einen Kontinent. Bayern und Baden-Württemberg alimentieren Bremen, Berlin und Nordrhein-Westfalen; Deutschland als ganzes (also wieder Bayern und Baden-Württemberg) alimentiert Griechenland, Portugal, Polen, Ungarn und so weiter. Die Dankbarkeit der Nehmer hält sich in Grenzen, ähnlich wie Berlin den Bayern mit seiner Geldverschleuderung eine Nase dreht, pfeifen die Griechen auf die Stabilitätskriterien und die Osteuropäer auf den edlen Vorschlag, Merkels afrikanische Gäste bei sich einzuquartieren.

Die sogenannte europäische Idee bestand ursprünglich darin, den über Jahrhunderte in blutige Konflikte verstrickten Kontinent, dessen Nationen sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis in die geopolitische Bedeutungslosigkeit gegenseitig demoliert hatten, zu befrieden, zu versöhnen und die ehemaligen Feinde in Partner zu verwandeln. Nie hätten die Gründer der EU, hätte ein de Gaulle oder ein Adenauer gedacht, dass ihre Idee der Aussöhnung in den wüstesten Zentralismus in der Geschichte ihres Kontinents führen würde. Nie hätten sie sich alpträumen lassen, dass führende Funktionäre dieses Gebildes wie Frans Timmermans, der Vizepräsident der EU-Kommission, versuchen würden, die bunten europäischen Völker in eine graue multikulturelle Gesellschaft, die vielfältigen nationalen Kulturen in eine einheitliche Superkultur zu verwandeln. Nie hätten sie sich schwanen lassen, dass linke und neoliberale antirassistische Rassisten von der Umwandlung der europäischen Völker in eine homogene Mischethnie träumen und den Barbaren die Tore öffnen würden (gewiss, ein Richard Coudenhove-Kalergi hatte solche Visionen schon in der Zwischenkriegszeit, und Oswald Spengler umgekehrt auch, doch das waren Außenseiter).

Freitag, 3. November 2017

Linkes Geschwafel: Wo viele Chancen, da auch viele Niederlagen

Ernst Jünger hatte recht.
Photo: Jünger, Wiki Commons
von Jonathan Danubio
Bei Ernst Jünger lesen wir: „Indem der Mensch die Sonderung der Kasten zerstört, tauscht er das Glück gegen die Chance ein.“ Dieses verlorene Glück bestand – bei allen Fehlern, die jede historische Wirklichkeit zwangsläufig aufweist – in der Sicherheit und Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz. Zerstört wurde es von zwei Seiten, die sich in ihrem Kampf gegen die Hierarchie wechselseitig befruchteten: Demokratie und Kapitalismus. 

Sieht man von diversen Klagen über die Omnipotenz des Staates ab, sind die Liberalen mit dem Ergebnis des Kampfes grundsätzlich recht zufrieden. Die Linken hingegen gleichen einem Kleinkind, das im infantilen Übermut sein Spielzeug zerbrochen hat und hinterher den Verlust betrauert (am peinlichsten wohl in Karl Polanyis geschichtsfälschendem Werk „The Great Transformation“ aus dem Jahre 1944, das die vorindustrielle Zeit in solch idyllischen Farben malt, daß selbst ausgemachte Reaktionäre ob der Übertreibungen etwas erröten würden).

Donnerstag, 28. September 2017

AfD-Wahlabendsplitter: Zwischen Uruks und Mahuts


von Michael Klonovsky
Wahlabendsplitter. Ankunft zur 18-Uhr-Runde im Wahlstudio der ARD. Jörg Meuthen ist als erster da und nimmt auf dem meterlangen Sofa im Akklimatisierungs- und Warmmachbereich vor dem Sendestudio Platz. Später treffen Kauder, Oppermann, Kubicki, Dietmar Bartsch und Anton Hofreiter ein. Man kennt sich, grüßt sich, plaudert miteinander, aus den Augenwinkeln den Uruk auf dem Sofa musternd und eine Distanz von exakt vierzehneinhalb Fuß haltend. Die erste Hochrechnung flimmert über den Bildschirm. Freude kommt auf, speziell bei denen auf dem Sofa. Ein Schmerzensanflug huscht über Hofreiters erzenes Antlitz und trübt, ungefähr fünf Flügelschläge eines längst ausgerotteten Schmetterlings lang, sein sieghaftes Auge. Oppermann, der den von Schulz exakt in dieser Sekunde geänderten Schlachtruf „Die Zukunft braucht eine neue Opposition!“ noch nicht kennen kann, bleibt daneben dennoch vergleichsweise unbeeindruckt, Kauder sowieso, denn der verfügt nur über eine Miene. Frau Miosga bittet vor die Kameras, Oppermann geht voran, bedeutet Meuthen mit einer durchaus charmanten Geste, sich einzureihen, und gibt ihm die Hand, Bartsch und Kubicki tun es ihm nach. Mit sichtlichem Widerwillen (er kann doch zwei Gesichter!) fügt sich auch Kauder ins Unvermeidliche, Hofreiter hat Glück oder lässt sich absichtlich so weit zurückfallen, dass er den Unreinen nicht nach hier einstweilen noch geltenden, jedoch bald täglich neu auszuhandelnden Konditionen begrüßen muss.

Mittwoch, 27. September 2017

Sicherheit dank Männern: Es gibt sie noch, die Frauenverehrer!

Bild: Pixabay / CC0 Public Domain / OpenClipart-Vectors
von Frank Jordan
Als direkte Folge der aktuellen und voraussichtlich künftigen Mehrheitsmeinung und politischen Marschrichtung haben die Worte „Gefahr“ und „Gefährdung“ ein neues erfahrbares Gewicht erhalten. Dies nicht nur in bezug auf die Kollision nicht kompatibler Kulturen, sondern auch im Zusammenhang mit in Kauf genommener Einschränkung der grundlegenden Freiheitsrechte des einzelnen zugunsten eines sogenannt sozialen Ganzen, der Gesellschaft. Als Konsequenz erhält das Thema Sicherheit ebenfalls ein neues Gewicht. Was die Politik zu bieten bereit und wozu sie in der Lage ist, ist bekannt: Worthülsen, Waffenverbote, Betonpoller, Überwachung. Sicherer wird dadurch nichts.

Der Begriff „Sicherheit“ geht zurück auf das lateinische „securus“ – „sed“: „ohne“ und „cura“: „Sorge“, „Fürsorge“. Stelle ich mir persönlich die Frage danach, wo, wann und wie ich mich in diesem Sinn sicher fühle, dann ist zweierlei rasch klar: Es ist erstens im Kreis meiner Familie und meiner Freunde. Und es ist zweitens nicht Gefühl, sondern eine Wirklichkeit, die mit den Männern steht und auch fallen würde.

Montag, 18. September 2017

Der Euro - eine Gefahr für den langfristigen Wohlstand in Deutschland

Bild: Pixabay / stux / CC0 Public Domain
von Prof. Dr. Jörg Meuthen
Das Entsetzen über die selbstherrlichen Rechtsbrüche der Merkel-Regierung beim Thema Euro-"Rettung" gehört zur Gründungs-DNA der Alternative für Deutschland.

Nur zu gut werden sich viele von Ihnen, liebe Leser, an frühere Wahlwerbung der Unionsparteien erinnern, in der den Bürgern versprochen wurde, sie würden nie und nimmer für andere Euro-Länder haften müssen - und im Übrigen sei die Pleite eines Euro-Staates durch die Kriterien des Maastricht-Vertrages sowieso ausgeschlossen.

Alle damaligen Zweifler wurden von der eurobesoffenen Einheitsmeinung des politisch-medialen Komplexes mundtot gemacht.

Heute wissen wir: Alle damaligen Zweifler hatten recht. Es ist genauso gekommen, wie kluge Köpfe dies damals befürchtet haben! Willkürliche "Rettungsaktionen" zugunsten von Staaten und auch von Banken, finanziert mit deutschem Steuergeld - das war und ist die völlig unverantwortliche Politik von Frau Merkel.

Montag, 11. September 2017

Bundestagswahlkampf der AfD: Die Parallelen zu 1989 sind unverkennbar

Volles Haus in Pforzheim. Foto: Tomasz M. Froelich
von Michael Klonovsky
Letzte Woche gab es den AfD-„Wahlkampfhöhepunkt“ im lauschigen Pforzheim, mit Alice Weidel, Alexander Gauland und der dem Merkel-Wahlverein spätentsprungenen Erika Steinbach als Hauptrednern. Ich muss den regelmäßigen Besuchern meines kleinen Eckladens nicht umständlich erklären, wie sehr mich Partei- und überhaupt Massenveranstaltungen betrüben; erwachsene Menschen, die „Martin! Martin! Martin!“ oder „Höcke! Höcke! Höcke!“ oder „De-De-Err! Un-ser-Va-ter-land!“ skandieren, sind mir zutiefst fremd (sogar die Dortmunder Südtribüne mag ich nur aus der Ferne). Gleichwohl wurde ich Zeuge einer berichtenswürdigen, ja buchenswerten Veranstaltung, es war kein abgezirkelter Konformistenauflauf wie bei den Etablierten, sondern echtes Oppositionskino, samt der üblichen Gegendemonstranten (ich werde diesen Menschenschlag nie verstehen, haben die wirklich nichts Besseres zu tun?), wobei deren gemeldete Zahl wahrscheinlich unter Einbeziehung der Raucher von drinnen zustandekam. Der Andrang dort wiederum war so enorm, dass die – zuvor von einer Trennwand verdeckte – Empore den Besuchern geöffnet werden musste. Die Redner brachten den Saal, wie man sagt, zum Kochen – hätte ein Wahrheits- und Qualitätsjournalist die Formulierung nicht schon für einen Sarrazin-Auftritt verschlissen, „ein Hauch von Sportpalast“ wäre diesmal fällig gewesen, wenngleich genau das Orchestrierte und Inszenierte fehlte und die Jubler von ihrer Teilnahme an der Veranstaltung draußen eher Nachteile als Vorteile zu gewärtigen haben –; es gab Begeisterungsbekundungen ohne Ende, Zwischenrufe, immer wieder Standing Ovations, ich sah Männer mit Tränen in den Augen, und obwohl sich die Veranstaltung über drei Stunden zog, verließ keiner den Saal. Ich habe den Eindruck, viele Westdeutsche erleben gerade ihr 1989. Die Parallelen sind ja unverkennbar (wobei immer noch die Ostdeutschen am verlässlichsten sind).

Samstag, 9. September 2017

Selbsternannte Nazijäger: Besser mal die eigenen Reihen durchsuchen!

Bild: Pixabay / Clker-Free-Vector-Images /
CC0 Public Domain
Simon Kromer
Jetzt ist es also schon Usus, AfD-Anhänger als „Nazis“ zu betiteln. Natürlich würden sich Böhmermann und Co. einfach darauf berufen, dass das Satire sei, wenn man genauer nachhakt. Bevor man angreifbar wird, war „alles nur Spaß“! Denn jeder weiß ja, dass es Blödsinn wäre, die Deutsche Arbeiterpartei, die bereits vor Hitler in der Völkischen Bewegung organisiert war, mit der jetzigen AfD gleichzusetzen. Jedem müsste genauso klar sein, dass Hitler, noch bevor die DAP zu irgendeiner Bedeutung gelangte, bereits sehr konkrete aggressiv-rassistische und antisemitische politische Forderungen stellte. Und jedem müsste auch klar sein, dass die zweideutigen Äußerungen mancher AfD-Politiker, von denen keiner auch nur annähernd Hitlers beherrschende Stellung in seiner Partei vorweisen kann, damit nicht vergleichbar sind.

Besser wäre es, die selbsternannten Nazijäger schauen einmal die eigenen Reihen durch. Hier gibt es akkreditierte, für große Tageszeitungen arbeitende Journalisten, die vermeintlich „feindliche“ Journalisten während brutaler Krawalle durch Hamburg jagen lassen, Spitzenpolitiker, die sich per Unterschrift Aufrufen vom Verfassungsschutz beobachteter Organisationen anschließen, eine Journalistenklasse, die so gut wie gar nicht öffentlich Stellung zu systematisch stattfindenden politischen Gewalttaten gegenüber Mitgliedern einer bestimmten Partei bezieht, Kommunen, die linksextreme Organisationen finanzieren, weil diese so wertvolle Jugendarbeit leisten (!) und Städte, die kurz vor der Wahl Auftritte eines Spitzenkandidaten einer Partei verhindern.

Montag, 4. September 2017

Kenneth Rogoff und Thorsten Schulte: Wenn zwei heute dasselbe sagen

Rogoff. Bild: the International Monetary Fund
[Public domain], via Wikimedia Commons
von Frank Jordan
Zwei Männer, zwei Spezialisten der Kapitalmärkte, zwei erfolgreiche Publizisten. Auf der einen Seite der US-Ökonom und ehemalige IWF-Chef Kenneth Rogoff, auf der anderen Seite Thorsten Schulte, Betreiber des Blogs silberjunge.de und Autor des Amazon-Bestsellers „Kontrollverlust“. Der eine weltweit gefeiert für seine Out-of-the-box-Denke, der andere vor allem im deutschsprachigen Raum bekannt, behördlich schikaniert (drei Betriebsprüfungen in drei Jahren) und medial regelmäßig zerrissen, im besten Fall ignoriert.

Das Verrückte an der Sache: Sie sagen beide dasselbe. Das globale Geldsystem ist am Ende. Die Opportunismus-Politik von Regierungen und Zentralbanken ist gescheitert, das Erscheinungsbild der Stabilität des globalen Geldsystems ist nur äußerlich. Pulver verschossen, Hose auf Knöchelhöhe, Zukunft ungewiss. Der Unterschied: Während Schulte seit Jahren dafür plädiert, das Übel an der Wurzel zu packen, Zentralbanken und Politik, die uns an diesen Punkt geführt haben, an die Kandare zu nehmen und zu entmachten und den Bürgern mehr individuelle Freiheit und Verantwortung zurückzugeben, steht Rogoff für ein resolutes Mehr desselben. Mehr Macht und Spielraum für Politik und Zentralbanken, weniger Freiheit und mehr Zwang für die Bürger.

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