Libertäres Internet-TV

Freitag, 19. September 2014

Grüne wollen liberal sein

Tarek al-Wazir: ,,Grünliberal''? Foto: taz.
von Petr Bystron
Nach der Pulverisierung der FDP bei der Europawahl sowie dem Rausflug der Liberalen aus dem Sächsischen Landtag schielen die Grünen nach den ehemaligen FDP-Wählern. Die Umweltschutzpartei möchte sich gerne als liberale Kraft in Deutschland etablieren. So forderte Tarek Al-Wazir, grüner Wirtschaftsminister in Hessen: „Wir sollten die liberale Partei in Deutschland sein".

Wie das gehen soll, möchten die Grünen am kommenden Freitag in Berlin bei einem parteiinternen Kongress ausdiskutieren. Zur Einstimmung auf die Veranstaltung verfasste eine Gruppe grüner Politiker ein achtseitiges Papier. Darin soll begründet werden, warum eine Partei, deren Identität bisher durch einen ökologischen Paternalismus geprägt war, nun plötzlich zur Fackelträgerin der Freiheit taugen soll.

Mittwoch, 17. September 2014

Der EU-Russland-Konflikt

Sinnvoll: Freier Handel statt kriegerische Bündnisse
von Stefan Blankertz 
Es ist klar, dass Putin die Separatisten in der Ukraine unterstützt, finanziert und anstachelt. Andererseits ist Sezession ein Menschenrecht. Vertrackte Situation. Die Krim hat eine eigene vertrackte Geschichte. Chrustschow hat die Krim, die zu dem Zeitpunkt zu Russland gehörte, der Ukraine ,,geschenkt", vermutlich (man weiß nicht genau, warum) als Ausgleich für seiner Meinung nach überproportionale Kriegslasten, die Stalin der Ukraine aufgebürdet hatte. So: Wem ,,gehört" die Ukraine? Dann: Minderheiten wie die russische haben es offensichtlich schwer in den von der alten UdSSR abgespaltenen neuen Staaten, weil sie mehr noch als andere Minderheiten aufgrund der Zugehörigkeit zu den vergangenen Unterdrückern gehasst werden. Man kann verstehen, dass sie ggf. zu Russland gehören wollen. Dennoch ist klar, dass Putin nicht etwa das Sezessionsrecht im Allgemeinen befürwortet, im Gegenteil. Wenn sich ein Teil von Russland abspalten will, wird er intervenieren. Auch wird er weder für die Krim noch die Ostukraine Freiheit bringen.

Dienstag, 16. September 2014

Veranstaltungshinweis: Die Idee der Freiheit schmackhaft machen: Das Liberty Event in Graz

Freiheitlich orientierte Veranstaltungen in Österreich beschränken sich zumeist auf den Raum Wien. Eine unabhängige Gruppe junger Leute aus Graz möchte dies ändern und macht sich nun daran, den Samen der Freiheit auch in ihrer Heimatstadt, in der die KPÖ bei der letzten Gemeinderatswahl 20 Prozent erreichte, zu säen. Mit dem Liberty Event soll die Idee der Freiheit auch der steirischen Bevölkerung schmackhaft gemacht werden. Es steigt am 21. Februar des kommenden Jahres in den Räumlichkeiten des traditionsreichen Hotels und Restaurants „Kirchenwirt“.

Montag, 15. September 2014

Rezension: Kluger Titel

Das Buch kann man hier bestellen.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Philipp Bagus, Andreas Marquart: Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden ... und welche Rolle der Staat und das Papiergeld dabei spielen, 192 Seiten, 16,99 Euro, FinanzBuchVerlag.

Die Rahmenhandlung des Buches ist die Geschichte einer kleinen Stadt. Die beiden Autoren schildern bildhaft eine Stadt mit arbeitssamen, strebsamen und sparsamen Menschen.

-> Zu Beginn wird erzählt, wie die einzelnen Familien ihrem Gewerbe nachgehen, die verschiedensten Produkte herstellen und den Handel via Naturaltausch betreiben.

-> Es wird einfühlsam dargestellt, dass der Naturaltausch zeitaufwendig und mühsam ist, schließlich entsteht - spontan durch die Interaktionen der Menschen - das indirekte Tauschmittel ,,Geld" in Form von ,,Gold", da ,,Gold" als Gut zur Herstellung von Schmuck (dieser ist allseits begehrt) ein wertbeständiges Gut ist, welches leicht als indirektes Tauschmittel eingesetzt werden kann.

Samstag, 13. September 2014

Die Abspaltung Schottlands hätte weitreichende Folgen – auch für Sie als Anleger

Zentralismus oder Recht auf Sezession?
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
heute widme ich mich einem vermeintlich börsenfernen Thema. Aber dem ist mitnichten so, denn dieses Thema wird früher oder später auch die Finanzmärkte erschüttern: Am 18. September 2014 hat die Bevölkerung Schottlands die Gelegenheit, das Land in die Unabhängigkeit zu führen. Wird sie es tatsächlich tun? Und welche Folgen wird das vor allem für Sie als Anleger haben?

Den Umfragen zufolge ist der Ausgang dieses Referendums völlig offen. An diesem Punkt müssen wir uns also in Geduld üben. Aber über die Folgen einer Sezession sollten Sie sich durchaus jetzt schon ein paar Gedanken machen. In unserem Börsendienst Krisensicher Investieren werden wir zu gegebener Zeit ausführlich auf dieses wichtige Thema zu sprechen kommen, dessen Bedeutung Sie nicht unterschätzen sollten.

Die Fehler der Finanzämter

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
die meisten Menschen in diesem Land tun sich schwer mit den Finanzämtern, denn die wollen ja schließlich unser Geld. Zu diesem Zweck konfrontieren sie uns mit ellenlangen Formularen, schicken uns schwer verständliche Schreiben und wollen alles Mögliche von uns nachgewiesen haben.

Im umgekehrten Fall, wenn wir braven Steuerzahler etwas vom Finanzamt wollen, zum Beispiel eine Steuererstattung, ist der zuständige Sachbearbeiter meist nicht zu sprechen oder unsere Steuerakte gerade nicht auffindbar und es dauert unendlich lange, bis das Geld endlich auf unserem Konto eintrifft. Bei solchen Erfahrungen fragt man sich schon, ob das nur subjektive Erlebnisse sind oder wie es allgemein um die Leistungsfähigkeit der Finanzverwaltung steht.

Donnerstag, 11. September 2014

Abbu Muhammad – die Türme – und das Opium

George W. Bush und König Abdullah.
Foto: Reuters/Sidney Morning Herald.
In Gedenken an Leopold Weiss (1900-1992)
von Dominik Ešegović

„the history of the world and its various cultures amounts in the last resort to little more than an expanded history of the West.“ 

– Muhammad Asad, The Road to Makkah

Teil 1
Mitte der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts bereiste ein junger Journalist aus Wien den Orient. Er hieß Leopold Weiss und war Jude. Wie auch der 18 Jahre ältere Ludwig von Mises wurde er in Lemberg geboren. Weiss begeisterte sich für das Morgenland und für seine fremde Kultur. Sie wirkte magnetisch auf ihn. Als Korrespondent der Frankfurter Zeitung hatte er bereits aus Palästina, Syrien, dem Libanon und aus Ägypten berichtet.
Besonders prägend für ihn sollte seine Reise durch Afghanistan werden – wo man mit einer schier unglaublichen Gastfreundschaft empfangen werde, aber stets aufpassen müsse, nicht erschossen zu werden. Der junge Journalist bereiste, nachdem er in Berlin zum Islam konvertiert war, als „Muhammad Asad“ die arabische Halbinsel. Er sollte fast sechs Jahre in Arabien bleiben, Freundschaft mit König Ibn Saud schließen und sich fünf Mal auf die Haddsch, die heilige Pilgerfahrt der Muslime nach Mekka, begeben.

Dienstag, 9. September 2014

Über den esoterischen Wahrheitsrelativismus

Es gibt keine Wahrheit/Jeder hat seine eigene Wahrheit/Es gibt kein richtig und kein falsch 
von Stefan Blankertz und Tommy Casagrande 
Zunächst einmal sind die beiden Thesen (,,jeder hat seine eigene Wahrheit" und auch ,,es gibt kein richtig und falsch") libertärer als die Ansichten der meisten Zeitgenossen, die sich im Besitz der Wahrheit wähnen und zu deren Durchsetzung meinen Gewalt einsetzen zu dürfen oder sogar zu müssen. Andere wiederum verkünden lautstark, es gäbe keine Wahrheit und werden oft selbst zu totalitären Wahrheitsverfechtern, wenn es um Ökologie usw. geht. Da kann man sie meist packen und ihnen zeigen, dass sie sehr wohl davon ausgehen, es gäbe eine objektive und wissenschaftlich erwiesene Wahrheit. Dann befinden diese sich im Selbstwiderspruch. Selbstwiderspruch ist auf der höchsten Ebene der Abstraktion auch das entscheidende Argument gegen die These, es gäbe keine Wahrheit.

Montag, 8. September 2014

Rezension: Durch Dualismus zur Freiheit

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Martin Rhonheimer: Christentum und säkularer Staat: Geschichte - Gegenwart - Zukunft, 480 Seiten, 29 Euro, Herder Verlag.
Prof. Rhonheimer (katholischer Priester und Professor für Ethik und politische Philosophie an der päpstlichen Universität Santa Croce in Rom) zeichnet in diesem Buch den durchaus beschwerlichen und steinigen Weg des Okzidents der vergangenen 2.000 Jahre.
Ein Weg, der durch die spannenden Relationen, die aus dem Dualismus zwischen ,,weltlich-politischem Machtanspruch" auf den Menschen und dem ,,pastoral-theologischen Anspruch" des Christentums herrühren, wesentlich über viele Verästelungen geprägt worden ist.
Prof. Rhonheimer zeigt, dass gerade dieser Dualismus zwischen
- staatlicher Macht, die den ganzen Menschen für sich vereinnahmen will, dadurch willkürlich im Sinne der staatlichen Macht instrumentalisieren möchte und als Eigentum, als Handlungsmasse der weltlichen Macht beansprucht;
und
- dem Christentum, welches diesen totalen Macht- und Eigentumsanspruch an den Menschen zurückweist, denn der Mensch ist nicht das Eigentum irgendeines anderen Menschen (auch keiner Regierung) und in moralischen/ethischen Fragen letztendlich an die göttlichen und nicht an die weltlichen Gebote gebunden.

Samstag, 6. September 2014

Der Draghödie nächster Teil - Sichern Sie jetzt Ihr Vermögen

Draghis massive Zinsmanipulationen können die Wirtschaft nicht beleben
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
als aufmerksamer Investor ist es Ihnen nicht entgangen: Am gestrigen Donnerstag hat die Europäische Zentralbank (EZB) unter der Führung ihres Präsidenten Mario Draghi den Leitzins für die Versorgung des Bankensystems mit Zentralbankgeld von 0,15% auf 0,05% gesenkt. Auch der Zinssatz, den Banken für ihre Einlagen bei der EZB normalerweise erhalten, wurde weiter herabgesetzt. Er liegt jetzt bei minus 0,2%, nachdem er bereits im Juni auf minus 0,1% festgesetzt wurde. Das bedeutet, dass die Banken nicht wie in normalen Zeiten üblich eine Verzinsung für ihr Geld erhalten, sondern ganz im Gegenteil eine Art Steuer auf ihre Zentralbankguthaben zahlen müssen. Das ist ein weitreichender Schritt, wenn man bedenkt, dass Sparen aufgrund seiner herausragenden volkswirtschaftlichen Bedeutung normalerweise belohnt werden muss.