Samstag, 18. April 2015

Staatliche Bauvorhaben: Wie Kostenüberschreitungen verhindert werden können

Elbphilharmonie: Teurer als geplant.
Foto: Wikipedia.
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn der Staat baut, wird es am Ende immer teurer als geplant. Diesen Satz hört man des Öfteren, wenn es um Baumaßnahmen der öffentlichen Hand geht. Die Wahrnehmung der Bevölkerung ist dabei geprägt von skandalumwitterten Großprojekten wie dem Bau des Flughafens Berlin-Brandenburg oder der Elbphilharmonie in Hamburg. Bei diesen Vorhaben sind die Kosten im Vergleich zu den ursprünglichen Ansätzen völlig aus dem Ruder gelaufen. Handelt es sich hier um seltene Ausnahmen, die von den Medien hochgekocht werden? Oder kommen Kostenüberschreitungen bei staatlichen Bauvorhaben tatsächlich besonders häufig vor?

Nun, die Berichte der Rechnungshöfe enthalten Jahr für Jahr eine Fülle von Beispielen dafür, wie in Deutschland bei Baumaßnahmen der öffentlichen Hand immer wieder der Kostenrahmen überschritten wird. Und auch in anderen Nationen scheint es nicht besser zu laufen. Wissenschaftler haben hunderte von großen Infrastrukturprojekten, die meisten davon steuerfinanziert, aus verschiedenen Ländern untersucht. Das Ergebnis der Untersuchungen war, dass Kostenüberschreitungen für die Mehrzahl solcher Vorhaben die Norm sind.

Donnerstag, 16. April 2015

Sozialistische Gewaltfantasien: Wie hat es nur so weit kommen können?

Intellektueller ,,Henker'': Jean Ziegler. Foto: Wikimedia.
von Simon Scherrer
Jean Ziegler ist der ehrlichste Linke von allen. Im österreichischen Staatsfernsehen polterte der nämlich letzthin ganz unverblümt: "Spekulanten gehören aufgehängt. Punkt." Eine Aussage, für deren Äquivalentes man geistige Nachtschattengewächse ein paar Politbüros weiter rechts (zu Recht!) massenmedial geohrfeigt hätte, um sie danach an ihren Platz zu verweisen. Aber sowas wie Jean Ziegler gilt eben bei der breiten Masse als "intellektuell", bei Linken als "Vordenker", da darf man so etwas sagen. Und schliesslich hat Jean "Gaddafi ist ein politisches Genie" Ziegler ja keine Ämter (ausser jenes im UN-Menschenrechtsrat mit umfassender Strafimmunität – manche Sozialisten sind halt ein bisschen gleicher).

Mittwoch, 15. April 2015

Politisch korrekte Wissenschaft: Stillstand statt Fortschritt

Politisch unkorrekt: Kopernikus.
Bild: Wikimedia.
von Tomasz M. Froelich
Es wirkt paradox: Die Wissenschaft dient unter anderem dem Erkenntnisfortschritt. Nun ist es aber so, dass ausgerechnet eine Kopfgeburt linksgepolter Wissenschaftler den Erkenntnisfortschritt lähmt. Gemeint ist die „Politische Korrektheit“.

Die Politische Korrektheit ist ein neuer, aus den USA stammender Trend, der bestimmten Meinungen Andersdenkender (häufig handelt es sich hierbei um Kapitalisten, Anarchisten und andere Systemgegner) zugunsten einer auf „gemeinsamen“ Werten aufgebauten politischen Ordnung einen Maulkorb verpassen möchte, was den herrschenden, von politisch korrekten Wissenschaftlern beeinflussten Eliten insofern nutzt, als dass ihre Gegner an den Rand gedrängt werden, was ihnen die Lenkung des Kollektivwesens erleichtert.

Dienstag, 14. April 2015

Rezension: Den eigenen Verstand betätigen

Das Buch kann bei der Buchausgabe
oder bei Amazon bestellt werden.
Tommy Casagrande rezensiert
Stefan Blankertz: Die Katastrophe der Befreiung: Faschismus und Demokratie, 324 Seiten, 21,80 Euro, edition g.
Stefan Blankertz ist ein Meister seines Faches. Mit Eloquenz und Intelligenz verknüpfen sich zwei prächtige Eigenschaften zu diesem Werk. Schon Hans-Hermann Hoppe hat erkannt, dass ,,die Demokratie kein Gott ist". Stefan Blankertz indes zeigt nun auf, warum sie nicht nur kein Gott ist, sondern welche Zusammenhänge es zwischen (staatlich erzwungener) Demokratie und dem Wesen sowie dem Erscheinen des (staatlichen) Faschismus gibt. 

Oft und gerne wird vor allem unter klassisch Liberalen die (staatlich erzwungene) Demokratie als ein Bollwerk gegen die staatliche Gewalt gesehen und dabei übersehen, dass es sich dabei eben nicht um ein Werkzeug handelt, welches vor dem Staat schützt, sondern das den Staat in seiner ideologischen Stabilität schützt. Die Ideologie, dass ein Gewaltmonopol gut, schützenswert, menschlich, praktikabel oder lösungsorientiert sei, ist die Ideologie der Profiteure auf Kosten derer, die darunter leiden und verlieren werden.

Montag, 13. April 2015

Nullwachstum in den USA - schlecht für Aktien, gut für Gold

Fed-Modell signalisiert Stagnation im ersten Quartal 2015
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
am 20. Februar 2015 habe ich Sie an dieser Stelle bereits darauf hingewiesen, dass sich in den USA ein Konjunkturabschwung ankündigt. Inzwischen hat sich das Bild weiter eingetrübt, da die meisten treffsicheren Frühindikatoren ihre Abwärtstrends fortgesetzt haben. Einige dieser Indikatoren notieren sogar schon auf Niveaus, die sie in der Vergangenheit ausschließlich in Rezessionen erreicht haben.

Sonntag, 12. April 2015

Bald übersteigt die Zahl der Landwirtschaftsbürokraten die Zahl der Landwirte

Foto: biorama.eu
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
der deutsche Staat hat schon immer stark auf die Landwirtschaft Einfluss genommen. Früher mit dem Ziel, die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen, heute aus ökologischen Motiven. Nun hat die Landwirtschaft in Deutschland in den letzten Jahrzehnten einen enormen Wandel erlebt, die Zahl der Betriebe ist dramatisch gesunken. Es fällt den staatlichen Stellen, die sich um die Landwirtschaft kümmern, jedoch schwer, sich an die veränderte Situation anzupassen.

Gab es in früheren Zeiten mehr als eine Million landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland, so ist deren Zahl inzwischen auf unter 300 000 gefallen. Der Rückgang der Beschäftigten in der Landwirtschaft spiegelt sich auch in dem Alterssicherungssystem der Landwirte. Zurzeit stehen rund 600 000 Personen, die Leistungen von der landwirtschaftlichen Alterskasse beziehen, lediglich etwas mehr als 200 000 Beitragszahler gegenüber. Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben von jährlich mehr als zwei Milliarden Euro wird vom Bund aus Steuermitteln getragen.

Freitag, 10. April 2015

Ohne Mises – kein Rothbard: Ein Beitrag zur Klärung eines Missverständnisses

Kluges Trio: Rothbard, Hazlitt und Mises. Foto: mises.org
von Dominik Ešegović
Michael von Prollius ist ein kluger und belesener Mann. Ich habe den promovierten Historiker auf einem Seminar einmal persönlich kennenlernen dürfen. Er gehört zu einer winzigen, geradezu gefährlichen Sekte von Intellektuellen, die durch ihr Wirken an den Grundpfeilern unserer sozialdemokratischen Ordnung sägen: die Rede ist von Historikern, die ökonomischen Sachverstand in ihre Arbeit einfließen lassen. Diese Gruppe, die so selten ist wie Seelöwen im Kinderschwimmbecken, tut sich schwer damit, im Chor derjenigen mitzuträllern, die ein Zurückfahren staatlicher Aktivität als Angriff auf die eigene wirtschaftliche Existenz betrachten. 

Von Prollius ist ein seltener, aber umso angenehmerer und interessanter Zeitgenosse. Er ist u.a. ein hervorragender Kenner der Schriften Henry Hazlitts und gehört zu dieser kleinen, losen, man mag fast sagen, elitären Gruppe von Menschen, die sich als „Minimalstaatler“ betrachten. Viele Minimalstaatler oder „Minarchisten“ sind Intellektuelle, die von der Österreichischen Schule beeinflusst sind. Das Gros der Minarchisten hasst den immer größer werdenden Einfluss des Staates, der jeden Tag lästiger zu werden scheint. Was die meisten Menschen als „ganz normal“ oder gar notwendig empfinden, lehnen Minarchisten ab: das faktische Monopol des Staates auf Bildung beispielsweise, das durch den staatlichen Schulzwang rigoros verteidigt wird. Der Annahme, der Staat müsse mit Gewalt für Bildung sorgen, wird zwar von der Masse der Bevölkerung nicht widersprochen, ist jedoch grundfalsch. Von Prollius schreibt dazu: „Der Staat müsse verbindliche Standards setzen, ein kostenloses Angebot von jedermann mit Zwang durchsetzen. Da stimmt doch etwas nicht: Ein Angebot mit Zwang durchsetzen. Mit welchem Recht?“ (1)

Mittwoch, 8. April 2015

Terminhinweis: AnCap Happening 2015


Vom 18.-19. April findet das AnCap Happening in der Burg Storkow (Mark) statt. Ein Wochenende lang wird konsequenter Anarchokapitalismus geboten, mit Vorträgen von Prof. Dr. Philipp Bagus, Prof. Dr. David Dürr, André Stern und Hermann Meßmer. Schwerpunktthema in diesem Jahr: ,,Gesellschaft in der Sackgasse: Irrwege und Auswege''. Außerdem erwartet die Besucher eine musikalisches Soirée mit Helena Schultheß (Querflöte) und Stefan Blankertz (Querdichter). 

Beim AnCap Happening bietet sich die seltene Gelegenheit, alle Vortragenden persönlich kennen zu lernen. Da auch andere namhafte Anarchokapitalisten der Szene anwesend sein werden, besteht die Möglichkeit idealer und ideeller Vernetzung.

Dienstag, 7. April 2015

Paul Craig Roberts: Hoffnung und Chaos

Paul Craig Roberts: Foto: marketsanity.com
von Hubert Milz
Mein Freund Johannes Maruschzik hat in den ersten Monaten des Jahres 2012 das Buch „The Failure of Laissez Faire Capitalism and Economic Dissolution of the West“ von Prof. Paul Craig Roberts aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt und den passenden Titel „Wirtschaft am Abgrund“ gewählt.

Bei diesem Buch handelt es sich zweifelsohne um ein wichtiges und gutes Buch – Johannes Maruschzik hat dem Buch in seiner Rezension bei Amazon auch fünf Sterne gegeben. Obwohl ich den Sorgen und dringlichen Warnungen von Roberts in der Summe eigentlich nicht widersprechen will: Bei ein paar wichtigen Details bin ich anderer Ansicht als Roberts und vergebe somit nur vier Sterne, dies schon einmal vorweg angemerkt.

Unter Präsident Ronald Reagan war Roberts „Assistant Secretary of the Treasury” im US-Finanzministerium. Diese Stellung umfasst in etwa den Verantwortungsbereich des bundesdeutschen Wirtschaftsministeriums. Alexander Hamilton – einer der Gründerväter der USA – war der erste „Assistant Secretary of the Treasury” und Craig Roberts der letzte; nach dem Ausscheiden von Roberts wurde das US-Finanzministerium von der „Wallstreet“ okkupiert. Die Schilderungen im Buch geben hierzu einen gut unterfütterten Eindruck. Es findet sozusagen durchgehend eine Rochade zwischen Wallstreet und US-Finanzministerium statt – Politiker machen in der Finanzindustrie Karriere und Finanzmanager in der Politik und wieder umgedreht:

Geht das? Aktien runter und Gold hoch

Zentralbankbürokraten können das Platzen von Spekulationsblasen nicht verhindern
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
Aktien runter, Gold hoch: Geht das überhaupt, werden Sie vielleicht fragen. Können Aktien denn fallen, solange die Zentralbanken die Gelddruckmaschinen heiß laufen lassen, werde ich immer wieder gefragt. Und wenn die Aktienkurse tatsächlich fallen sollten, werden sie dann nicht auch den Goldpreis mit nach unten ziehen, so wie es im Jahr 2008 der Fall gewesen ist?

Um die Antworten auf diese beiden wichtigen Fragen gleich vorwegzunehmen: erstens ja und zweitens nein.