Libertäres Internet-TV

Dienstag, 30. September 2014

Rezension: Ludwig von Mises - Ausgezeichnet

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diesmal: Ludwig von Mises: Erinnerungen, 112 Seiten, 24 Euro, Lucius & Lucius.
Das Schöne an dieser Neuauflage der Erinnerungen ist die Tatsache, dass der ,,hässliche Druck- und Setzfehler" (Seite 67) - durch Rückübersetzung aus der englischen Ausgabe ins Deutsche - nun auch endlich im deutschen Original der Erinnerungen eliminiert ist.

Margit von Mises schickt ihrem Vorwort zu den Erinnerungen ein Zitat ihres Mannes vorweg:

,,Ich wollte Reformer werden, doch ich bin nur der Geschichtsschreiber des Niedergangs geworden."

Dieses Zitat kann man fast als Essenz der Erinnerungen sehen. 1940 geschrieben, aber erst nach seinem Tod veröffentlicht, erleben wir in diesen Erinnerungen einen Ludwig von Mises von einer ganz persönlichen Seite. Einen messerscharfen Denker, der in diesem Buch seinen Zeitgenossen, insbesondere den Vertretern der deutschen jüngeren historischen Schule der Nationalökonomie, in ungewöhnlich scharfer Form ein vernichtendes Urteil präsentiert.

Montag, 29. September 2014

Rezension: Ludwig von Mises - Aktuell

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diesmal: Ludwig von Mises: Nation, Staat und Wirtschaft, 182 Seiten, 14,90 Euro, buchausgabe.de.
Im Jahre 1919 legte Ludwig von Mises diese Studie zum verheerenden Zustand des damaligen Europas vor. Die europäische Urkatastrophe des ,,verdammten 20. Jahrhunderts", nämlich der I. Weltkrieg, war gerade vorbei und die Schneisen, die den Weg zum II. Weltkrieg bereiteten, wurden und waren schon geschlagen.

In diesem Buch analysiert Mises kühl und sachlich solche verschwommenen Worte wie Nation, Volk, Kultur, Demokratie, Einwanderung etc.; also Worte, deren Sinn und Bedeutung vielfach von politischen Zampanos missbraucht, verdreht und verfälscht werden – damals wie heute.

Mises zeigt z. B. sehr eindringlich in seiner Analyse zum langsamen Untergang des Vielvölkerstaates Donaumonarchie den Weg, den die im engeren Sinne österreichischen Parteien gegangen sind. Ein Weg der die deutsch-liberale Partei, die als freiheitlich-demokratische Partei startete, zu einer mehr und mehr anti-freiheitlichen/anti-demokratischen Partei werden ließ. Anderen Parteien – ob deutsch-national oder deutsch-konservativ – erging es nicht besser; und Mises zeigt, dass dieser Weg auch von der österreichischen Sozialdemokratie eingeschlagen wurde und nur durch das Auseinanderbrechen der Donaumonarchie als Ergebnis des Weltkrieges nicht zu Ende gegangen worden ist.

Freitag, 26. September 2014

Crash-Warnung: Lage am Aktienmarkt noch riskanter als 2007

Überbewertet, überkauft, überbullish
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
die Lage an den Finanzmärkten ist extrem. So einseitig, wie diese sich zurzeit präsentieren, waren sie selten beziehungsweise niemals zuvor. Diese Feststellung gilt nicht nur für Aktien und Anleihen, also die beiden Anlageklassen, die sich in spektakulären Spekulationsblasen befinden. Sie gilt mit umgekehrten Vorzeichen auch für Gold und Silber.

In den vergangenen Wochen hat sich diese längst extreme Lage noch einmal deutlich zugespitzt, insbesondere an den Aktienmärkten. Hier haben wir es bereits seit geraumer Zeit mit einem absurd überbewerteten, überkauften und überbullishen Markt zu tun, der alle Merkmale einer Spekulationsblase trägt. Die meisten Kennzahlen der Spekulationsblasenanalyse zeigen an, dass die derzeitige Übertreibungsphase die Vorgänge im Jahr 2007 bereits in den Schatten stellt und teilweise sogar an den Irrsinn des Jahres 2000 heranreicht.

Zu viele kleine Amtsgerichte? Die Justiz und der demographische Wandel

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
in den nächsten Jahrzehnten wird Deutschland als Folge des demographischen Wandels einen deutlichen Rückgang seiner Bevölkerung erleben. Dabei wird die Entwicklung regional unterschiedlich verlaufen. In den Ballungsräumen wird sich die Zahl der Einwohner heutigen Prognosen zufolge nur unwesentlich vermindern, in den ländlichen Regionen wird der Rückgang der Bevölkerung dagegen umso stärker ausfallen. Die Politik kennt diese Prognosen, tut sich aber schwer damit, auf diese Veränderungen zur reagieren.

Wenn die Zahl der Einwohner abnimmt, muss konsequenterweise auch die öffentliche Verwaltung verkleinert werden, sonst wird sie auf Dauer unbezahlbar. Deshalb stehen alle staatlichen und kommunalen Verwaltungen früher oder später vor dem Problem, die vorhandene Behördenstruktur an die Bevölkerungsentwicklung anzupassen. Im Bereich der Justiz beispielsweise haben einige Bundesländer schon vor Jahren damit begonnen, die Anzahl der Gerichte zu verringern, sei es aus allgemeinen Einsparüberlegungen, sei es mit Blick auf die absehbare Entwicklung der Bevölkerung.

Montag, 22. September 2014

Rezension: Knapp und trotzdem sehr fein

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Philippe Simonnot: "Die Schuld lag nicht bei Deutschland"/"Non, L'Allemagne n'était pas coupable": Anmerkungen zur Verantwortung für den Ersten Weltkrieg/Notes sur les responsabilités de la Première guerre mondiale, 132 Seiten, 13,90 Euro, Edition Europolis.
Der Autor Philippe Simonnot studierte in Paris am Institut für Politische Wissenschaften; wurde im Fach Ökonomie promoviert; war eine zeitlang Professor (Law and Economics), dessen Neigungen auch die Philosophie und die Geschichte, insbesondere die Wirtschaftsgeschichte, umfassen; gerade diese Neigungen, kombiniert mit einer ungeheuren Belesenheit und einer sehr schönen Erzähltechnik, machten ihn auch zu einem weithin bekannten Journalisten der Zeitung ,,Le Monde".

In diesem Büchlein geht Simonnot den Fragen nach den Gründen des Ausbruchs des I. Weltkrieges, dem europäischen Selbstmord bzw. der europäischen Urkatastrophe an und für sich nach.

Samstag, 20. September 2014

Draghi, der ultimative Schrottanleihenhändler

Ultra-expansive Geldpolitik in den USA und Japan längst gescheitert
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
das baldige Platzen der Spekulationsblase ist jetzt von Amts wegen besiegelt, denn auf ihrer jüngsten Sitzung, die am Mittwoch dieser Woche stattfand, beschlossen die US-Zentralbankbürokraten erwartungsgemäß, ihr Anleihenkaufprogramm um weitere 10 Mrd. Dollar auf nunmehr 15 Mrd. Dollar pro Monat zu reduzieren. Außerdem bestätigten sie ihre Absicht, dieses Programm auf ihrer nächsten Sitzung endgültig zu beenden. Ansonsten ließen sie die Welt wissen, dass sie die zur Schaffung von Wohlstand unverzichtbaren Sparer auch weiterhin mit ihrer Niedrigzinspolitik knallhart bestrafen wollen – natürlich ohne die Sparer zu erwähnen. Auch den Hinweis, dass sie mit ihrer Politik vor allem den Großbankensektor subventionieren, ließen sie wie üblich aus. Ansonsten hielten sich die Gelddrucker in Bezug auf ihre zukünftige Politik wie üblich alle Optionen offen.

Verwaltungsarbeit an Schulen – Akteure in der Endlosschleife

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
manche Probleme der öffentlichen Verwaltung schleppen sich über Jahre dahin, ohne dass sich viel ändert. Zuerst wird eine Untersuchung vorgelegt, dann werden die Argumente ausgetauscht, schließlich werden Lösungen entwickelt und dann passiert - nicht viel. Häufig wiederholt sich dieser charakteristische bürokratische Ablauf sogar mehrmals. Es ist, als bewegten sich die Akteure in einer Endlosschleife.

Um ein Beispiel zu nennen: Schon vor vielen Jahren gab es eine Diskussion um das Thema Verwaltungsarbeit an Schulen. Wenn meine Erinnerung mich nicht trügt, liegt das schon mehr als dreißig Jahre zurück. Die Schulleitungen würden viel zu sehr durch Verwaltungstätigkeiten belastet, so hieß es damals, sie könnten sich kaum um ihre viel wichtigeren pädagogischen Aufgaben kümmern. Es müssten Stellen für Assistenzkräfte geschaffen werden, um die Schulleitungen von Routinetätigkeiten zu entlasten. Genau dieselbe Diskussion findet immer noch statt, verbunden mit der schon damals als Lösung des Problems erhobenen Forderung nach der Einstellung von Assistenzkräften.

Freitag, 19. September 2014

Grüne wollen liberal sein

Tarek al-Wazir: ,,Grünliberal''? Foto: taz.
von Petr Bystron
Nach der Pulverisierung der FDP bei der Europawahl sowie dem Rausflug der Liberalen aus dem Sächsischen Landtag schielen die Grünen nach den ehemaligen FDP-Wählern. Die Umweltschutzpartei möchte sich gerne als liberale Kraft in Deutschland etablieren. So forderte Tarek Al-Wazir, grüner Wirtschaftsminister in Hessen: „Wir sollten die liberale Partei in Deutschland sein".

Wie das gehen soll, möchten die Grünen am kommenden Freitag in Berlin bei einem parteiinternen Kongress ausdiskutieren. Zur Einstimmung auf die Veranstaltung verfasste eine Gruppe grüner Politiker ein achtseitiges Papier. Darin soll begründet werden, warum eine Partei, deren Identität bisher durch einen ökologischen Paternalismus geprägt war, nun plötzlich zur Fackelträgerin der Freiheit taugen soll.

Mittwoch, 17. September 2014

Der EU-Russland-Konflikt

Sinnvoll: Freier Handel statt kriegerische Bündnisse
von Stefan Blankertz 
Es ist klar, dass Putin die Separatisten in der Ukraine unterstützt, finanziert und anstachelt. Andererseits ist Sezession ein Menschenrecht. Vertrackte Situation. Die Krim hat eine eigene vertrackte Geschichte. Chrustschow hat die Krim, die zu dem Zeitpunkt zu Russland gehörte, der Ukraine ,,geschenkt", vermutlich (man weiß nicht genau, warum) als Ausgleich für seiner Meinung nach überproportionale Kriegslasten, die Stalin der Ukraine aufgebürdet hatte. So: Wem ,,gehört" die Ukraine? Dann: Minderheiten wie die russische haben es offensichtlich schwer in den von der alten UdSSR abgespaltenen neuen Staaten, weil sie mehr noch als andere Minderheiten aufgrund der Zugehörigkeit zu den vergangenen Unterdrückern gehasst werden. Man kann verstehen, dass sie ggf. zu Russland gehören wollen. Dennoch ist klar, dass Putin nicht etwa das Sezessionsrecht im Allgemeinen befürwortet, im Gegenteil. Wenn sich ein Teil von Russland abspalten will, wird er intervenieren. Auch wird er weder für die Krim noch die Ostukraine Freiheit bringen.

Dienstag, 16. September 2014

Veranstaltungshinweis: Die Idee der Freiheit schmackhaft machen: Das Liberty Event in Graz

Freiheitlich orientierte Veranstaltungen in Österreich beschränken sich zumeist auf den Raum Wien. Eine unabhängige Gruppe junger Leute aus Graz möchte dies ändern und macht sich nun daran, den Samen der Freiheit auch in ihrer Heimatstadt, in der die KPÖ bei der letzten Gemeinderatswahl 20 Prozent erreichte, zu säen. Mit dem Liberty Event soll die Idee der Freiheit auch der steirischen Bevölkerung schmackhaft gemacht werden. Es steigt am 21. Februar des kommenden Jahres in den Räumlichkeiten des traditionsreichen Hotels und Restaurants „Kirchenwirt“.