Dienstag, 27. Januar 2015

Rezension: Konsequent freiheitlich

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Gustave de Molinari: Produktion der Sicherheit, 56 Seiten, 4,49 Euro, Edition Freitum.
Gustave de Molinari, geboren 1819 und 1912 gestorben, war ursprünglich Arzt gewesen, bevor er sich in den 1840er Jahren in Paris bei Frédéric Bastiat in der Ligue pour la Liberté des Échanges (Freihandelsbund) einbrachte.
Dort setzte er sich in zahlreichen Publikationen mit ökonomischen Fragen auseinander. Er war ein konsequenter Verteidiger der Freiheit und jedwede Art von Freiheitsbeschränkung (z. B. Interventionismus, Protektionismus, Imperialismus) fand in ihm einen konsequenten Gegner. Molinari besaß insbesondere die Gabe, dass er komplexe Probleme einfach erklären und auflösen konnte; so auch in diesem Essay.

Molinari stellt eingangs fest, dass es zwei Ansichten zur Organisation der Gesellschaft gibt:
Einmal die Sicht, dass die Gesellschaft durch Gesetze etc. ganz bewusst vom Menschen künstlich geschaffen wird, so dass die Regierungen die Gesellschaft durch Fortentwicklung der Gesetze etc. ganz bewusst nach ihrer Façon ändern und umgestalten können.
Dann gibt es die Sichtweise, dass die Gesellschaft rein natürlich, aufgrund allgemeiner – nicht von Menschenhand bewusst gesetzten und erdachten – Gesetzen funktioniert.

Sonntag, 25. Januar 2015

Terminhinweis: Roland-Baader-Treffen 2015


Auch in diesem Jahr findet das traditionelle Roland-Baader-Treffen statt, das dem 2012 verstorbenen großen Freiheitsdenker und Popularisator freiheitlicher Ideen gedenkt. Grußworte sprechen Dirk Müller, Susanne Kablitz, Peter Boehringer und Kristofer Berking. Im Vordergrund steht dabei die Diskussion des Baader-Werks “Geld, Gold und Gottspieler”. Das Treffen beginnt am 14. Februar um 16 Uhr und endet gegen 13 Uhr am darauffolgenden Tag.

Das genaue Programm ist hier abrufbar.

Um Anmeldung wird gebeten: info@ifaam.de.

Samstag, 24. Januar 2015

Fette Gewinne mit Goldminenaktien

Vom unbekannten Zentralbankbürokraten zum selbsternannten Imperator
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
Europa hat nach langer Zeit wieder einen selbsternannten Imperator, der über dem Gesetz steht: EZB-Präsident Mario Draghi. Er wird ab März dieses Jahres Monat für Monat aus dem Nichts 60 Mrd. € neues Geld erschaffen, mit dem die EZB vor allem Schuldscheine rettungslos überschuldeter EU-Mitgliedsstaaten kaufen wird. Dieses Vorhaben ist ohne Wenn und Aber Staatsfinanzierung mit der Notenpresse. Das ist so offensichtlich, dass wohl nur ein hochdotierter Jurist auf der Gehaltsliste der Europäischen Union zu einem anderen Ergebnis kommen kann.

Freitag, 23. Januar 2015

Akkreditierung von Studiengängen: bürokratisch, teuer und überflüssig

Mehr Autonomie für die Unis wäre sinnvoll. Foto: dpa
Gotthilf Steuerzahler fragt sich ... was machen eigentlich meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
die deutsche Hochschulwelt hat in den letzten Jahren viele Reformen erlebt. In den meisten Bundesländern nahm sich der Staat zurück und gestand den Hochschulen eine größere Autonomie zu, was sehr zu begrüßen ist. Aber so ganz mochte die Wissenschaftspolitik die Hochschulen dann doch nicht in die Freiheit entlassen. Zum Teil wurden im Zuge der Reformprozesse sogar neue Regelungen geschaffen, welche zwar modern daherkommen, aber die Hochschulen im Ergebnis nur belasten. Da besteht noch viel Änderungsbedarf.

Ein Beispiel für eine solche belastende Regelung ist die Verpflichtung der Hochschulen zur Akkreditierung von Studiengängen. Das System der Akkreditierung wurde im Jahr 2003 etabliert mit dem Ziel, die Qualität der neu eingeführten Bachelor- und Masterstudiengänge zu sichern. Die Bachelor- und Masterstudiengänge müssen bestimmten fachlich-inhaltlichen Mindeststandards (Studierbarkeit, internationale Vergleichbarkeit usw.) genügen.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Der Dezentralismus von Macht hält die Dunkelheit auf Abstand

Hell: Gandalf. Foto: wallconverter.com
von Tommy Casagrande
Gandalf sagt im ersten Teil von ,,Hobbit'' folgendes: ,,Saruman glaubt, dass nur große Macht das Böse abzuwenden vermag. Doch ich habe anderes erlebt. Es sind die kleinen Dinge, alltägliche Handlungen von gewöhnlichen Leuten aus Güte und Liebe, die die Dunkelheit auf Abstand halten."

In unserer Welt nimmt die zentralistische Macht gewaltmonopolistischer Systeme zu. Man schaue beispielsweise auf die USA, auf die EU, nach Russland oder nach China: Folgen sie der Doktrin Sarumans, dass nur die größte Macht die Dunkelheit auf Abstand zu halten vermag?

Mittwoch, 21. Januar 2015

Veranstaltungshinweis: Die Idee der Freiheit schmackhaft machen - das Liberty Event in Graz

Location: Der Kirchenwirt in Graz.
Freiheitlich orientierte Veranstaltungen in Österreich beschränken sich zumeist auf den Raum Wien. Eine unabhängige Gruppe junger Leute aus Graz möchte dies ändern und macht sich nun daran, den Samen der Freiheit auch in ihrer Heimatstadt, in der die KPÖ bei der letzten Gemeinderatswahl 20 Prozent erreichte, zu säen. Mit dem Liberty Event soll die Idee der Freiheit auch der steirischen Bevölkerung schmackhaft gemacht werden. Es steigt am 21. Februar in den Räumlichkeiten des traditionsreichen Hotels und Restaurants „Kirchenwirt“.

Als Referenten geladen wurden Dr. Barbara Kolm (Präsidentin des Hayek-Instituts, Mitglied der Mont Pelerin Society), Prof. Dr. Christian Hoffmann (Universität St. Gallen, Forschungsleiter des Liberalen Instituts), Dr. Georg Zakrajsek (Generalsekretär der Interessengemeinschaft liberales Waffenrecht Österreich), Dr. Franz Schellhorn (Leiter der Denkfabrik Agenda Austria), Prof. Dr. Richard Sturn (Leiter des Instituts für Finanzwissenschaft und Öffentliche Wirtschaft an der Karl-Franzens-Universität Graz), Dr. Markus Tomaschitz (Human Resources Director bei der Anstalt für Verbrennungskraftmaschinen List und Lektor an nationalen und internationalen Hochschulen) und Freitum-Betreiber Tomasz M. Froelich.

Dienstag, 20. Januar 2015

Rezension: Keine Schlafwandler - oder?

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Gerry Docherty; Jim MacGregor: Verborgene Geschichte: Wie eine geheime Elite die Menschheit in den Ersten Weltkrieg stürzte, 494 Seiten, 24,95 Euro, Kopp.
Jahrzehntelang ist es unter Historikern mehr oder weniger Konsens gewesen, dass das Deutsche Reich die Hauptschuld am Ausbruch des 1. Weltkriegs getragen hat. Insbesondere deutsche Historiker haben in den letzten fünf Jahrzehnten die Thesen des deutschen Historikers Fritz Fischer vom sogenannten "Griff nach der Weltmacht" des Deutschen Reiches in allen Facetten übernommen und verinnerlicht.

In den letzten Jahren sind die Urteile neuerer Generationen der Historiker zu den Ursachen und den Gründen, die zum Ausbruch des 1. Weltkriegs führten, jedoch viel differenzierter geworden. Die alleinige Schuld bzw. die Hauptschuld am Kriegsausbruch wird nicht mehr dem Deutschen Reich angelastet, sondern oftmals wird eine politische Lage beschrieben, die sehr komplex war und schließlich hoch gefährlich wurde, so dass das Gleichgewicht im Konzert der Mächte sehr instabil wurde. Eine heikle Lage entstand, an welcher alle beteiligten Großmächte fleißig mitgesponnen hatten - die führenden Politiker der europäischen Staaten sind der Situation immer weniger Herr geworden, so dass sie wie die "Schlafwandler" (Christopher Clark) im großen Krieg aufwachten, der das alte Europa unwiderruflich zerstörte. (Anmerkung: Christoph Clark titelt sein Buch zum 1. Weltkrieg zwar "Die Schlafwandler", beschreibt jedoch an einigen wichtigen Stellen des Buches keine "Schlafwandler", sondern häufig genug Akteure, die den großen Krieg unbedingt haben wollten.)

Montag, 19. Januar 2015

Keine Gratisapps mehr: die Welt braucht eine andere Art Innovation

von Niccolò Viviani aus dem Englischen übersetzt von Moritz Bierling
“Umsatz ist langweilig.”
Dieses Zitat stammt nicht etwa von irgendeinem “Frieden-und-Liebe”-Hippie oder einem Treuhandfonds-Baby, das von dem nicht ganz so langweiligen Umsatz seines Vaters lebt - leider. Doch das wäre zu offensichtlich.

Nein, es ist die Antwort einer jungen Startupperin auf die Frage: was ist dein Umsatzmodell? Na gut, denkst du dir, das Mädel hat halt keine Ahnung wie’s läuft und wird früher oder später auf die Schnauze fallen und aus ihrem Traum aufwachen. Doch genau dieser Typus scheint heute der Gewinner unter den jungen Unternehmern zu sein: ihr Startup wurde vom Startup Chile Programm angenommen und bekommt $ 40,000 von der chilenischen Regierung.

Sonntag, 18. Januar 2015

Habermanns Richtigstellung: Schweiz

von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Schweiz.
Das sozialpolitisch zu seinem Vorteil immer noch ,,rückständigste'' Industrieland Europas. Dort wurde z. B. erst nach dem Zweiten Weltkrieg die staatliche Rentenversicherung und erst 20 Jahre später eine zentrale Arbeitslosenversicherung eingeführt. Obwohl auch dort der Wohlfahrtsstaat nach und nach einzieht, ist die Schweiz doch immer noch ein Muster an bürgerlicher Vorsorgementalität, Nonzentralisation und politischer Erzogenheit der Bürger (durch die Möglichkeiten der Direktdemokratie). Nur in der Schweiz kann sich ein Bürger noch im vollen Sinn als solcher fühlen, denn er wählt sogar seine Beamten und bestimmt (kantonal, kommunal) mit über die öffentliche Kreditaufnahme.

Samstag, 17. Januar 2015

Psychopathologische Gauner bedrohen die Pressefreiheit

von Kurt Kowalsky
Die schreibende und schmierende Journaille war sich anlässlich des Anschlags auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ darin einig, dass das Attentat „ein Angriff auf die Pressefreiheit“ gewesen sei. Da ich nirgendwo eine Gegenstimme vernommen habe, fühle ich mich gezwungen, diesbezüglich ebenfalls mein dummes Maul aufzureißen.

Irgendwelche zivilen oder paramilitärischen Figuren können die sogenannte Pressefreiheit nicht angreifen. Die Freiheit, sich in Wort und Bild auszudrücken, wie es jemandem beliebt, ist solange eine natürliche Selbstverständlichkeit, bis irgendwelche Machthaber die Menschen zwingen, bestimmte Sachverhalte nicht zu erwähnen. Spätestens in der Schule erfahren dies die Kinder, denn vielen wäre es ein Bedürfnis, an die Tafel zu schreiben: „Der Lehrer ist doof!“