Libertäres Internet-TV

Dienstag, 2. September 2014

Habermanns Richtigstellung: ,,DDR light''

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: ,,DDR light''
Etwas übertriebene Bezeichnung des deutschen Wohlfahrtsstaates angesichts einer Staats- bzw. Abgabenquote von über 50 Prozent, weit vorangetriebener Sozialisierung der Einkommen, stark eingeschränkten Vertragsfreiheiten in Elementarbereichen (staatliche Bezahlung der familiären Tätigkeit und flächendeckender Ausbau von Familienersatzeinrichtungen, teilweise ein Vermächtnis der untergegangenen DDR). Hinzu kommen Einschränkungen der Meinungsfreiheit über die Unkultur der so genannten ,,politischen Korrektheit''. Auch die verschleiernde politische Sprache gehört dazu (,,Solidarität'', ,,soziale Gerechtigkeit'', ,,Generationenvertrag'', ,,Pflicht'' (statt Zwang), moralisierend überschriebene Gesetze wie z. B. das ,,Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit'').

Montag, 1. September 2014

Rezension: Nichts für Papiergeld-Junkies!

Das Buch kann bei der Buchausgabe
oder bei Amazon bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Gregor Hochreiter: Krankes Geld - Kranke Welt. Analyse und Therapie der globalen Depression, 264 Seiten, 19,90, Resch-Verlag 2010. 

Die sogenannte Weltfinanzkrise, die als sogenannte Subprime-Krise 2007 in den USA startete, die hat niemand auf dem Radar gehabt. So oder so ähnlich tönt es seit Jahren aus den ,,qualitätsfreien Führungsorganen der staatstragenden Medienlandschaft". Auch am 17.07.2014 bei der Geburtstagsfeier der Kanzlerin Merkel, wurde vom Laudator Osterhammel, einem Geschichtsprofessor, behauptet, dass niemand aus den Reihen der Ökonomie die sogenannte Weltfinanzkrise prognostiziert gehabt habe.

Dem Historiker wurde am Folgetag mitgeteilt, dass seine Aussage nicht richtig gewesen ist, dass es viele Ökonomen gegeben hat, die schon Jahre vor Ausbruch der Krise ihre warnenden Stimmen erhoben hatten. Beispielhaft wurden dem Historiker einige Namen genannt, darunter seit Jahrzehnten erfolgreiche Börsianer und angesehene Professoren, die i. d. R. ihre qualitativen Prognosen anhand der Methodik der sogenannten ,,Austrian School of Economics" aufgestellt hatten.

Sonntag, 31. August 2014

Ehrbarer Kaufmann statt Draghiödie

Verantwortungsvolles Handeln statt rücksichtsloser Geld- und Schuldenpolitik
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
prinzipiell gilt in der Finanzindustrie das Credo „bull sells“. Es ist bewusst doppeldeutig gewählt: „bull“ bezieht sich also nicht nur auf bullish, sondern auch auf ein ganz anderes in den USA sehr gebräuchliches Wort, das mit bull beginnt.

Nur eine verschwindend geringe Zahl von zumeist unabhängigen Analysten wagt es, dieses Credo zu missachten und stattdessen warnende Töne anzustimmen, sobald die Risiken an den Finanzmärkten bestimmte Schwellenwerte überschritten haben. Unter rein verkäuferischen Gesichtspunkten ist diese Strategie natürlich falsch. In einem gesamtgesellschaftlichen Kontext hingegen richtig. Schließlich steht sie in der Tradition der vom Aussterben bedrohten Spezies des ehrbaren Kaufmanns, die bekanntlich dem Leitbild einer verantwortungsvollen Teilhabe am Wirtschaftsleben folgt.

Clusterförderung – wo sind die Erfolge?

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
die EU, Bund, Länder und Kommunen, alle betreiben Wirtschaftsförderung und lassen sich dies eine Menge Geld kosten. Aber wie steht es um die Wirksamkeit der Fördermaßnahmen? Werden die gesetzten Ziele erreicht, die geweckten Erwartungen erfüllt? Zweifel sind erlaubt.

Eine Studie aus jüngster Zeit belegt für einen Teilbereich der Wirtschaftsförderung, nämlich die Förderung von (Unternehmens-)Clustern, dass es insoweit kaum vorzeigbare Erfolge gibt. Die Clusterförderung hat sich in den letzten Jahren zu einem Modethema innerhalb der Wirtschaftsförderung entwickelt und gehört mittlerweile zum Standardrepertoire der regionalen Wirtschaftspolitik. Clusterförderung wird sowohl von der EU-Kommission als auch von Bund und Ländern mehr oder weniger intensiv praktiziert und propagiert. Millionen und Abermillionen Euro fließen aus den Kassen der EU, des Bundes und der Länder in diesen Förderbereich.

Freitag, 29. August 2014

Österreich: ein schrulliger Charakterstaat

Bananenrepublik Austria.
von Luke Lametta
Ich mag Österreich. 
Ein schrulliger Charakterstaat. 
Heimat so unterschiedlicher Individuen wie Adolf Hitler und Gottfried Helnwein (Maler), Helmut Frodl und Ulrich Seidl (Filmemacher), Udo Proksch und Sepp Schellhorn (Wirte), Hansi Hinterseer und Karl Ratzer (Austropop), Werner Faymann und Georg Friedrich (Taxifahrer) oder Wolfgang Priklopil und Helmut Werner (Außenseiter).

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch mit dem bösartigen und von mir sicher -nicht- gestreuten Gerücht aufräumen, Letztere wären ein und dieselbe Person mit unterschiedlicher Frisur, was man ja wohl auf den ersten Blick und auch anhand der Vorlieben sähe.

Mittwoch, 27. August 2014

Warum Subventionen schlecht sind

Teuer: Agrarsubventionen. Bild: LZ Rheinland.
von Felix Schnoor
Am vergangenen Wochenende berichtete die Wirtschaftswoche, dass der Online-Händler Zalando in den vergangenen Jahren über 35 Mio. Euro an Subventionen durch Bund und Länder erhalten haben soll. Damit sei Zalando der größte Subventionsempfänger der Branche gewesen. Das Geld kam vom Bund und von den Ländern Berlin, Brandenburg und Thüringen.

Derartiges ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs: Allein die Subventionen des Bundes (Steuervergünstigungen und Finanzhilfen) beliefen sich 2013 auf 21,8 Mrd. Euro. Auch die Subventionen, die deutsche Agrarbetriebe im Jahr 2013 von der EU erhielten, können sich sehen lassen. Sie beliefen sich auf über 5,8 Mrd. Euro. Interessant dabei ist, dass 2% jener Betriebe über 30% der Subventionen einstreichen konnten.

Dienstag, 26. August 2014

,,Laissez faire within rules'': Mises, Hayek, Röpke und Eucken im Vergleich

Kolev:,,Neoliberale Staatsverständnisse im Vergleich'' 
Tomasz M. Froelich im Gespräch mit Prof. Dr. Stefan Kolev
Prof. Dr. Stefan Kolev ist Professor für Volkswirtschaftslehre (Schwerpunkt: Wirtschaftspolitik) an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau. In seinem Buch ,,Neoliberale Staatsverständnisse im Vergleich'' analysiert er die Staatsverständnisse vierer bedeutender Denker des Liberalismus des 20. Jahrhunderts. Tomasz M. Froelich fragte bei ihm nach.

Froelich: Herr Prof. Kolev, in Ihrem Buch ,,Neoliberale Staatsverständnisse im Vergleich'' vergleichen Sie die unterschiedlichen und sich scheinbar stark widersprechenden Staatsvorstellungen vierer bedeutender ,,neoliberaler'' Autoren: Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek, Wilhelm Röpke und Walter Eucken. Viele werden vor allem der Zuordnung Mises', aber auch der Hayeks' zum Neoliberalismus widersprechen. Sie nicht?

Montag, 25. August 2014

Rezension: Spannend, aber auch nervend

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Wilfried Huismann: Schwarzbuch WWF: Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda, 256 Seiten, 29,99 Euro, Gütersloher Verlagshaus 2012.

Für Wilfried Huismann sind - so suggeriert es mir zumindest sein anti-marktwirtschaftlicher Duktus - alle Umweltübel durch die Marktwirtschaft verursacht.
Eine Sichtweise, die m. E. falsch ist; denn alle diese Übel, die Huismann beispielhaft an den Auswirkungen der Tätigkeiten des World Wildlife Funds (WWF) auflistet, sind durch einen von Machtpolitikern kreierten staatlich-privaten Machtpool zu erklären - also durch eine von der Politik organisierte Symbiose aus Big Government und Big Business.
Dies vorab schon angemerkt; denn trotz dessen verdient das Buch gelesen zu werden, eben weil Huismann eine Dokumentation des WWFs vorlegt, die auch als Report zu einem Aspekt der unfeinen Symbiose von Big Government und Big Business gelesen werden kann.

Sonntag, 24. August 2014

Gold: Ihre Geduld wird sich mannigfaltig auszahlen

Alle fundamentalen Argumente sprechen für Gold
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
der Verlauf des Goldpreises hat es den wenigen Goldbullen, die es derzeit gibt, in den vergangenen Wochen und Monaten nicht gerade leicht gemacht. Denn jedem positiven technischen Signal folgte die Enttäuschung auf dem Fuß. Diese ist aber niemals groß genug ausgefallen, um das insgesamt bullishe Bild einer mächtigen Bodenbildung zu zerstören. Und das macht Mut.

Samstag, 23. August 2014

Teure Eiscreme und der wohltätige Staat

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
alt ist man, so heißt es, wenn man sich noch daran erinnern kann, dass die Kugel Eiscreme 50 Pfennig kostete. Ich mit meinen über 60 Jahren muss dementsprechend besonders alt sein, denn ich kann mich noch genau an die Zeit erinnern, als eine Kugel 10 Pfennig kostete! Deshalb habe ich mit großem Interesse einen in der WELT erschienenen Artikel gelesen, der sich mit Preissteigerungen bei Eiscreme und dem Thema gefühlte Inflation beschäftigt. 30 Pfennig kostete die Kugel Eiscreme im Jahr 1985, steht in dem Artikel, heute sollen es in Großstädten schon mal 1,20 Euro sein. Von fast 700 Prozent Aufschlag ist die Rede, und dass empörte Verbraucher von Wucher sprechen. Schließlich sei das allgemeine Preisniveau seit Mitte der 1980er Jahre nur um rund 50 % gestiegen.

Dazu meine ich: 1,20 Euro? Warum nicht, wenn der Markt diesen Preis hergibt. Ich muss nicht unbedingt Eis beim Italiener in der Eisdiele essen. Ich kann wegbleiben, wenn mir der Preis zu hoch erscheint. Ich kann auf andere Produkte ausweichen oder mir industriell hergestellte Eiscreme daheim zu Gemüte führen. Ich habe die Wahl.