Mittwoch, 16. April 2014

Die Unvermeidlichkeit von Eigentum

Stefan Blankertz über das Eigentum.
Foto: fotografa/Marten 2012
von Stefan Blankertz
Vorbemerkung
,,Staatsinhalt [ist] die ökonomische Ausbeutung, das politische Mittel der Bedürfnisbefriedigung. Der Bauer gibt einen Teil seines Arbeitserzeugnisses hin, ohne äquivalente Gegenleistung. Im Anfang war die Grundrente.'' (Franz Oppenheimer, Der Staat [1907], Berlin 1990, S. 46.)
Das Folgende ist eine Skizze zur Diskussion um die sogenannte Bodenfrage im Rahmen der anarchokapitalistischen  Theorie.

Ausgangspunkt: (Selbst-) Eigentum

Eigentum, Funktion: Verfügung, ohne fragen zu müssen. Die beiden zentralen Aspekte: 
1. Ermöglichung von Kooperation, von erwünschter Nutzung. 
2. Abwehr von unerwünschter Nutzung. 

Montag, 14. April 2014

Marktversagen – The Market for Lemons

 Foto: mises.org 
von den Münchner Libertariern
1. Marktversagen allgemein

Als Marktversagen wird in der neoklassischen Theorie eine Situation bezeichnet, in der in einem freien Markt ein gemäß dem Interesse der Marktteilnehmer suboptimales Ergebnis erzielt wird. Das kann verursacht werden durch

1) Öffentliche Güter (Trittbrettfahrerproblem)
2) Externalitäten (Entstehende Kosten werden auf Dritte abgewälzt)
3) Natürliche Monopole (Markteintrittskosten für Konkurrenten zu hoch)
4) Informationsasymmetrien

Unter Informationsasymmetrien versteht man eine Situation, in der einige Marktteilnehmer einen mitunter deutlichen Informationsvorsprung gegenüber anderen Marktakteuren haben, der ihre Position z.T. erheblich stärkt und dessen Überwindung hohe Kosten verursachen würde. Diesen Vorsprung können die besser Informierten gegenüber den schlechter Informierten ausspielen.

Sonntag, 13. April 2014

Marktkommentar: Aktienmärkte vor dem Absturz

Warum man Sturmwarnungen nicht in den Wind schlagen sollte
von Claus Vogt
Liebe Leser,
an den Aktienmärkten stehen erneut alle Zeichen auf Sturm: Drastische Überbewertung, überkaufte Markttechnik in allen relevanten Zeitfenstern, Sentimentindikatoren, die ein Höchstmaß an Euphorie und Sorglosigkeit widerspiegeln, steigende Zinsen an den Anleihemärkten und ein makroökonomisches Umfeld, das sich hart an der Grenze zur Rezession bewegt. Diese Konstellation, die wir in der aktuellen Themenschwerpunkt-Ausgabe unseres Börsenbriefs Krisensicher Investieren ausführlich besprechen, mündete in der Vergangenheit immer in eine große Aktienbaisse oder – wie in den Jahren 1929 und 1987 – in einen spektakulären Crash.

Samstag, 12. April 2014

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Von der Feigheit der Politik

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
dem deutschen Staat fällt es ungeheuer schwer, einmal gewährte Wohltaten wieder zurückzunehmen oder Strukturen abzubauen, über welche die Zeit hinweg gegangen ist. Es könnte ja Widerstand gegen derartige Reformen geben, im Ausland könnte man die Stirn runzeln, die Presse könnte negativ berichten. Solche Reaktionen will die Politik wenn irgend möglich vermeiden.

Eine Wohltat, über die ich mich schon lange nicht mehr aufrege, besteht darin, dass junge Menschen, egal aus welchem Land sie kommen, in Deutschland umsonst studieren können. Immerhin zehn Prozent aller Studienplätze sind für Studenten aus dem Ausland reserviert. Andere Länder verdienen gutes Geld an ausländischen Studenten, aber das scheint unser Staat nicht nötig zu haben!

Mittwoch, 9. April 2014

Habermanns Richtigstellung: ,,Gender Mainstreaming''

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: ,,Gender Mainstreaming''
Systematische Egalisierungspolitik zugunsten der ,,Chancengleichheit der Frauen'', offiziell auf europäischer Ebene zuerst 1997 im Amsterdamer Vertrag verankert. Es ist dies eine Art ,,Politik mit der Brechstange'', die sich in Instrumenten wie Frauenkommissarinnen, Frauenquote, Frauenbonus usw. ausspricht. Zentrales Mittel sind dabei die Antidiskriminierungsgesetze und -richtlinien (siehe auch Feminismus). Praktisch läuft dies auf eine Privilegierung der Frauen hinaus, sie sind ,,gleicher'' als die konkurrierenden Männer. Eine Gleichschaltungspolitik dieser Art, die politischen Zwang einsetzt, ist mit den Idealen einer freien Gesellschaft nicht vereinbar.

Dienstag, 8. April 2014

Liberalala...

So mancher hat sich auf das Seminar ,,Denker der Freiheit: Praxis und Zukunft des Liberalismus - Wege in die Freiheit'', das Ende Mai in Gummersbach stattfinden sollte, gefreut. Stefan Blankertz, Norbert F. Tofall, Steffen Krug und viele andere waren als Sprecher angekündigt. Nun findet das Seminar doch nicht statt. Die FDP-nahe Theodor-Heuss-Stiftung der Friedrich-Naumann-Stiftung stellt sich quer. Ihre Devise scheint zu lauten: lieber liberalala als liberal oder libertär. Veranstalter Philipp Kalwies bezieht Stellung:
____________________ 

von Philipp Kalwies

Liebe Leute,

leider muss ich Euch mitteilen, dass die Gerüchteküche Recht hat und die Theodor-Heuss-Akademie (THA) das Seminar definitiv abgesagt hat.

Ich habe bis zuletzt alles versucht, um es doch noch stattfinden zu lassen, aber der Direktor Herr Füßmann und der Programmchef Herr Hahn stellen sich quer. Es wird also definitiv nicht in Gummersbach stattfinden können.

Als Begründung haben die beiden angeführt, dass Ihnen das Programm "in seiner Gesamtheit" nicht zusage und viel zu libertär sei.

Montag, 7. April 2014

Kemalismus - Die Ideologie der Erdogan-Gegner

Die sechs Pfeile der CHP.
Bild: Wikipedia.
von Markus Prochaska
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat derzeit viele Gegner. „Mustafa Kemal´in Askerleriyiz! Wir sind Mustafa Kemals Soldaten!” heißt es oft auf Demonstrationen gegen die regierende AKP. Gemeint ist damit der Gründer der türkischen Republik und ihr erster Präsident, Mustafa Kemal Atatürk. Auf seine Leitvorstellungen berufen sich viele, wenn auch nicht alle Demonstranten: den Kemalismus.

Als die moderne Türkei 1923 gegründet wurde, dominierte Atatürk bereits die politischen Geschicke. Gewiss gab es noch immer außerparlamentarische Gegner aus dem Lager der Islamisten. Zudem musste Atatürk selbst bei einigen Gesetzen noch gewaltige Überzeugungsarbeit betreiben, um die Zustimmung der „Großen Nationalversammlung“ zu bekommen. Im selben Jahr wurde auch die „Republikanische Volkspartei“ (CHP) von Mustafa Kemal ins Leben gerufen, die bis heute die größte und einflussreichste Partei des Kemalismus ist.

Sonntag, 6. April 2014

Marktkommentar: Goldhausse in Gefahr - oder Kaufgelegenheit?

Gold schützt vor unseriöser Geld- und Staatsschuldenpolitik
von Claus Vogt
Liebe Leser,
der Goldpreis ist in den vergangenen drei Wochen um 7,9% von 1.390$ pro Unze auf 1.280$ gefallen. Stellt diese Entwicklung meine Prognose in Frage, dass wir seit Jahresanfang am Beginn einer zyklischen Goldhausse stehen?

An den fundamentalen beziehungsweise makroökonomischen Argumenten, die für Gold und einen steigenden Goldpreis sprechen, hat sich natürlich nichts geändert. Diese Argumente sind allerdings langfristiger Natur. Deshalb werden sie uns bei der Beantwortung unserer Frage nicht weiterhelfen.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Staatsdiener und Repräsentation: Der Hang zu Luxus und Selbstdarstellung

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
für mich ist es immer wieder verblüffend, wie der Zugang zu öffentlichen Geldern, das heißt zu fremder Leute Geld, die Menschen verändert. Biedere Beamte, die privat auf jeden Euro achten, werfen mit dem Geld des Steuerzahlers nur so um sich, wenn man sie denn lässt. Es vollzieht sich offensichtlich eine Wesensveränderung, wenn man Menschen die Möglichkeit gibt, auf öffentliche Kassen zuzugreifen. Leute, die privat bei Aldi einkaufen, entwickeln plötzlich einen Hang zur Repräsentation, zur aufwändigen Selbstdarstellung, den man ihnen nie zugetraut hätte.


Natürlich plagt diejenigen, die Steuergelder verschwenden, keinesfalls ein schlechtes Gewissen. Alles diene doch nur dem Amt, dem man ein wenig Glanz verleihen wolle, oder der ungemein wichtigen Aufgabe, die man zu erfüllen habe. Dass sich hier in Wirklichkeit das eigene Ego aufbläht, will man nicht wahrhaben. Wie sehr sich Staatsdiener verstricken können, wenn es darum geht, die Bedeutung der wahrgenommenen Aufgabe herauszustellen, zeigt der nachstehende Fall.

Donnerstag, 3. April 2014

Zensur im deutschen Staatsfunk: Akif Pirinçci ist dem ZDF zu unbequem

Sorgt mit ,,Deutschland von Sinnen'' für Furore: Akif Pirinçci.
Foto: deutschland-von-sinnen.de
von Akif Pirinçci
Liebe Freundinnen und Freunde, 

nachdem ihr diesen Text gelesen habt, bitte ich euch, ihn so oft wie möglich zu teilen oder auf eure Seiten zu posten. Es geht darin nicht um mich, und es liegt mir auch fern, mich wichtig machen oder dadurch mein Buch zu verkaufen. Das müsst ihr mir glauben. Nein, es dreht sich darum, wie in diesem einst so freien Land inzwischen mit Meinungsfreiheit umgegangen wird. Und wie deren Zukunft aussieht.

Wie ihr wisst, war ich heute zum ZDF MITTAGSMAGAZIN eingeladen. Man empfing mich mit herzlicher Gastfreundschaft und verköstigte mich fabelhaft. Die Moderatorin Frau Susanne Conrad kannte ich von früher, denn ich war in der Sendung vor etwa acht Jahren schon einmal eingeladen. Ich darf versichern, daß diese hyperfreundliche Frau mit ganz großem Herz ebenso wie ich das Opfer des später abgelaufenen Schmierenstücks geworden ist. Ursprünglich sollte das Interview 15 Minuten dauern – daraus ist dann allerdings ganz fix acht Minuten und noch was geworden. Das hatte einen bestimmten Grund. Man dachte wohl, daß ich live und vor aller Welt Augen den gezähmten Akif geben würde, der leise zurückrudert und sein eigenes Buch relativiert. Leider bekamen sie aber den Akif, der auch im Buch steht, und ich feuerte eine Salve nach der anderen ab.