Libertäres Internet-TV

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Klüger leben oder: Verwirrende Lehre zu verwirrenden Handel waltet über die Welt

Wie kann sich Ruth Klüger das nur antun? Foto:derstandard.at
von Dr. Peter J. Preusse
Da erhält die deutschsprachige Jüdin, bekannt vor allem durch ihren KZ-Bericht „weiter leben“, den sicherlich hochverdienten Brüder Grimm-Preis, offiziell für ihre germanistische Leistung, aber, wie ihr Laudator schön formuliert, doch eher dafür, dass sie, wie die Brüder Grimm selbst, das Blei der Philologie in das Gold der Dichtung verwandelt habe. Da erklärt die Präsidentin Krause der ersten protestantischen Universität der belobten Frau Ruth Klüger und dem akademischen Festpublikum gemäss ihrer beider zeitgeistiger Gender-Mainstreamerei die Rollenbilder an der Stirnwand der Alten Aula: die dienende Heilige Elisabeth und der waffenstarrende Landgraf Philipp. Aber das Signatur-Bild des altehrwürdigen Veranstaltungsortes erwähnt sie nicht: Hier zieht Luther mit Zwingli und anderen religiösen Eiferern zum Marburger Religionsgespräch 1529 bei Landgraf Philipp ein. Ob es Frau Klüger, der Präsidentin und dem Publikum bewusst war, unter welchen fanatisch-antisemitischen Augen sie hier den Preis entgegengenommen hat?

Dienstag, 16. Dezember 2014

Drogenkonsum: Gesetze ohne Wirkung?

von Sara Engel
Viel bewegt sich gerade in der Diskussion um Cannabis und Drogenpolitik im Allgemeinen. In den USA haben sich gerade einige Staaten dazu entschieden, sich komplett von der Regulierung zu trennen: in Colorado, Alaska, Oregon und Washington ist der Verkauf und Konsum von Cannabis so legal wie Alkohol und Zigaretten. Innerhalb Europas entstehen immer mehr und mehr Cannabis-Clubs, die sich in legalen Grauzonen bewegen, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. In der Medizin werden immer mehr THC-freie Präparate wie das CBD-Öl über Online-Händler verkauft, weil sie nachweislich lindernde Wirkung haben. Und in Großbritannien verabschiedet man sich soeben von der Idee, dass Gesetze beim Drogenkonsum überhaupt etwas bringen könnten.

Großbritannien könnte kurz davor sein, das Verbot von Drogen noch mal zu überdenken. In einem sehr eindrücklichen Bericht hat das Innenministerium quasi eingestehen müssen, dass es keine Korrelation zwischen harten Strafen und dem Niveau des Drogenkonsums auf nationaler Ebene gäbe. Das Unterhaus, also die erste Instanz des britischen Parlaments, tritt damit eine Diskussion los, die schon lange überfällig war.

Montag, 15. Dezember 2014

Antidemogesetz in Spanien: Ist Demonstrationsfreiheit libertär?

Unabhängigkeitsdemos in Katalonien werden fortan
erschwert. Foto: Reuters.
von Tomasz M. Froelich
Der Aufschrei ist groß: Die spanische Regierung hat ein ,,Gesetz zur Sicherheit der Bürger'' verabschiedet, wodurch das Versammlungsrecht verschärft wird. In einem Land, in dem alleine im letzten Jahr über 33000 Demonstrationen stattfanden, ist dies ein herber Einschnitt. Begründet wird dieses neue Gesetz unter anderem damit, dass es im letzten Jahr in Spanien auf über 300 Demonstrationen zu unschönen Zwischenfällen kam. 

Es darf jedoch vermutet werden, dass andere Beweggründe hinter dem neuen Gesetz stecken: Den Politikern in Madrid dürfte klar sein, dass regierungs- oder gar systemkritische Demonstrationen mit vielen Teilnehmern eine Massenwirkung erzeugen können, die das Establishment gerade in Krisenzeiten mächtig ins Wanken bringen. Die starken Sezessionsbewegungen in den wirtschaftsstarken autonomen Gemeinden Katalonien und im Baskenland, ohne die es Spanien vermutlich wesentlich schlechter gehen würde, sind der beste Beleg dafür.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Gold in Euro signalisiert den Beginn der nächsten Hausse

Die Fixierung auf den Dollarpreis des Goldes trübt den Blick
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
der folgende Chart zeigt Ihnen im oberen Teil den Verlauf des Goldpreises pro Unze in Dollar. Meine Anfang November geäußerte Vermutung, dass es sich bei den neuen Jahrestiefs nicht um den Auftakt einer neuen Abwärtswelle handelt, sondern nur um eine kleine Ausweitung der Handelsspanne der vergangenen 12 Monate, hat sich als richtig erwiesen. Die nach dem Bruch der unteren Trendlinie von vielen erwarteten Anschlussverkäufe sind ausgeblieben.

Stattdessen ist der Goldpreis zügig wieder in die alte Handelsspanne zurückgekehrt. So weit, so gut. Aber eine zwingend bullishe Prognose lässt sich aus diesem Kursverlauf nicht herleiten.

Die Stiftungen der öffentlichen Hand

Wo sind meine Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
Stiftungen genießen ein hohes Ansehen in unserem Land. Meist werden solche Einrichtungen von wohlhabenden Privatleuten oder von Unternehmen gegründet und mit Geld ausgestattet. Aber auch der Staat errichtet in zunehmendem Umfang Stiftungen, um dauerhaft bestimmte Ziele zu verfolgen. Allerdings muss man immer genau hinschauen, wenn der Staat etwas anpackt, da ist längst nicht alles Gold, was glänzt.

Mehr als tausend Stiftungen gibt es hierzulande, die von Bund, Ländern und Gemeinden errichtet worden sind, das sind etwa zehn Prozent aller Stiftungen in Deutschland. Die von der öffentlichen Hand gegründeten Stiftungen sind schwerpunktmäßig in den Bereichen Kultur, Geschichte, Wissenschaft, politische Bildung, Umweltschutz, Verbraucherschutz und Soziales tätig.

Freitag, 12. Dezember 2014

Freiheitskeime 2015: 280 Seiten an libertärer Debatte

Die Freiheitskeime 2015 hier bestellen.
von Tomasz M. Froelich
Zum nunmehr vierten Mal sind die ,,Freiheitskeime '' erschienen - ein libertäres Lesebuch, das von Jahr zu Jahr professioneller wird und sich zu einer wahren Institution des freiheitlichen Büchermarkts und der libertären Debatte entwickelt hat. Dem Herausgeber Henning Lindhoff sei Dank!

Auch für die diesjährige Ausgabe konnten namhafte Autoren gewonnen werden: Ron Paul und Jeffrey Tucker aus den USA, Frank Schäffler, Stefan Blankertz, Carlos A. Gebauer und viele mehr. Auch viele jüngere Autoren kommen zu Wort und machen Hoffnung: Es gibt ihn, den freiheitlich gesinnten Nachwuchs, und er wächst.

Die Autoren blicken auf ein turbulentes Jahr 2014 zurück und auf ein womöglich noch turbulenteres Jahr 2015 voraus. Die Themenpalette ist dabei breit gefächert: Es geht um die Euro- und Schuldenkrise, um die Probleme des staatlichen Bildungswesens, um die Geschlechterdebatte, um Waffenbesitz, um (mangelnde) Medienfreiheit, um Bitcoin, um Share Economy und um vieles mehr: Beiträge, die wie Salz in den Wunden der Staatsgläubigen wirken müssen, die Leviathan zu ihrem Gott erklärt haben. All dies wird kompakt verpackt auf 280 Seiten.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Anarchokapitalismus ungleich wirtschaftliche Macht

von Tommy Casagrande
Die folgende Aussage hat mich stimuliert, auf selbige einzugehen: ,,Was wollt ihr eigentlich alle? Die Wirtschaft hat doch schon mehr Macht als die Politik, wozu noch Anarchokapitalismus?"

Das ist ja das Problem. Macht leitet sich von Herrschaft ab. Ohne Gewaltmonopol gibt es weder das eine noch das andere. Natürlich hat ,,die Wirtschaft" Macht, weil staatliche Gesetze, Regulierungen, Privilegien direkter und indirekter Art dazu veranlassen. Das trifft aber nicht das individuelle Bedürfnis von Menschen, wenn sie frei und herrschaftslos in Kooperationen und freiwilligen Verbünden miteinander versuchen würden, ihrem Glück zu folgen. 

Das heutige System ist mechanisch. ,,Wirtschaft" ist darin wie ein System, das aus Rohren besteht, durch die reguliert wird, wo wieviel rein- und rausfließt. Dieses einer Fabrik nachempfundene System unterjocht die Menschen zu Geißeln künstlicher Blasen, die dann platzen. Nachhaltigkeit und Stabilität bleiben genauso Illusion wie Mehrung des Wohlstandes für alle. Im Ergebnis entzweien sich die Menschen, weil das System Gewinner und Verlierer separiert und neue ideologische Gleichheitskulte provoziert nach der Macht zu streben.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Habermanns Richtigstellung: Frauenpolitik

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Frauenpolitik.
Für selbstbewusste Frauen demütigender Komplex paternalistischer Staatseingriffe, die Frauen erstens durchgängig und vollständig in die Erwerbsarbeit führen sollen (und damit auch die Einnahmen des Finanzministers steigern), zweitens eine faktische Egalisierung mit männlichen Karrieremustern und Berufsrepräsentation erzwingen wollen.
Frauenpolitik gehört in den großen Komplex fragwürdiger ,,Antidiskriminierung'', zumal wenn sie mit Zwangsquoten, bevorzugter Behandlung bei Bewerbungen, politischer Überwachung durch Kommissare (,,Frauenbeauftragte'') arbeitet.

Montag, 8. Dezember 2014

Rezension: Selbstbewusst frei oder kollektiv betreut?

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Franz Kromka: Markt und Moral: Neuentdeckung der Gründerväter, 240 Seiten, 29,90 Euro, Lichtschlag Medien und Werbung.
In der Vorrede zitiert Prof. Kromka einen Text von Ludwig Erhard:
,,Die stärkste Stütze einer freiheitlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ist der Wille der Individuen, sich die Freiheit ihrer Lebensführung zu bewahren und sich nicht in allen Lebensäußerungen schablonisieren, uniformieren und kollektivieren zu lassen."
Und diese Erkenntnis Erhards möchte der Autor seinen Lesern wieder bewusst machen.

Prof. Kromka reflektiert das umfangreiche Werk der Vordenker (Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow, Alfred Müller-Armack, Walter Eucken, Ludwig Erhard und Franz Böhm) der ,,sozialen Marktwirtschaft", dabei werden dem Leser einige Punkte sehr aktuell erscheinen, während manche Dinge auf verschiedene Leser wohl altbacken, überholt und altmodisch wirken werden.
Nichtsdestotrotz, der Autor bietet den Lesern in einem dichten Text eine hervorragende Zusammenschau über Motive und Ziele der oben genannten Vordenker.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Eine wichtige Woche für Gold: Der Weg nach oben ist jetzt frei

Selbst die Schweiz macht mit beim Gelddruckmaschinenkult
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
voriges Wochenende waren die Schweizer per Volksabstimmung dazu aufgerufen, über einen Vorschlag abzustimmen, der ihre Zentralbanker zu einer etwas seriöseren Geldpolitik verpflichten sollte. Konkret ging es darum, die Notenbank zu einem mindestens 20%-igen Goldanteil ihrer Bilanzsumme zu verpflichten. Immerhin waren es noch im Jahr 2007, also am Beginn der Banken- und Finanzsystemkrise, rund 30%.

Als aggressiv kann dieser erste Versuch, sich dem geldpolitischen Pfad der Tugend wieder anzunähern, also nicht bezeichnet werden. Dennoch entschieden sich die Schweizer mehrheitlich dagegen. Auch wenn die Schweizer Medien das Ihre dazu getan haben, dass dieser bescheidene Vorschlag sogar in der Schweiz von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wurde, zeigt dies einmal mehr, wie tief der Glaube an die übernatürlichen Fähigkeiten der Zentralbankbürokraten inzwischen weltweit verwurzelt ist. Die Hohepriester des Gelddruckmaschinenkults sitzen weiterhin fest im Sattel. Und sie werden wohl nicht eher ruhen, bis sie den geschundenen Gaul zu Tode geritten haben.